Neuer Thread, weil hier OT.
Bezieht sich hierauf:
Ich habe die Weiche der einen Vox 200 gestern abend/nacht überholt und wieder eingebaut (nie wieder werde ich Kabel in Gehäusen so sch***-kurz ablängen). Heute habe ich die überarbeitete Vox kurz in Mono mit der anderen Vox verglichen, die noch keine überholte Weiche hat, aber ich weiß nicht, wie daneben die liegt. Ein direkter Vergleich vor Weichenüberholung zu danach ging nicht. Mit rosa Rauschen hört man nur einen leichten Unterschied in der Klangfarbe.
Dann habe ich die Vox mit neuer Weiche an ihren üblichen Platz gestellt, in einem Raum mit Dachschräge und viel Gipskarton. Baßgedröhne hält sich in dem Raum ziemlich in Grenzen. Auf die Vox habe ich wieder einen Neumann KH 120 II gestellt und hinten angehoben, um ihn auf die Hörposition auszurichten. So habe ich schon vor dem Weichenumbau Vox 200 und KH 120 II in Stereo verglichen, heute nur die linken Boxen in Mono (Downmix in Android). Die Boxen stehen dabei sehr frei, nach außen ist noch über 1m Abstand zu den Seitenwänden.
Kurzes Fazit der Vergleichshörerei vor und nach Weichenüberholung: Die Vox 200 klingt deutlich heller als der Neumann und hat irgendwie weniger Baß, oft auch weniger tieferen Baß.
Der Neumann hat einen DSP und wird im Baß vermutlich ordentlich angehoben. Zuerst dachte ich, daß der DSP den Neumann bis unter die Eckfrequenz der Vox konstant hält, aber: Beide Boxen haben -3dB bei ca. 45Hz, die Vox 200 hat bei 30Hz laut Visaton-Diagramm -10dB, der Neumann laut Neumann-Diagramm ca. -21dB.
Ich muß die zweite Vox 200 auch noch umbauen, dann werde ich wieder richtig vergleichen, in Stereo und mit schnellerem Umschalten, aber gewisse Dinge sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wegzudiskutieren:
1 Nichts gegen den GF200. Ich mag das Chassis wirklich. Aber alles mit 8" ist einfach ein wirklich kleiner Tieftöner. Das sage ich nicht nur, weil ich noch je ein Paar TIW360 und TIW400 habe.
Schon der GF250 wirkt zumindest optisch deutlich größer.
Für die Überarbeitung der Weiche habe ich mir MKT-As und ECaps von Mundorf gekauft. Die ECaps deswegen, weil sie mit ±5% für Elkos eine geringe Toleranz haben. Laut Mundorf. Ich habe sie vor dem Einbau mit einem Peaktech 2180 gemessen. Der 150er liegt mit 158µF nur 5,3% drüber, die anderen (47–100µF nominell) haben alle 9–12% zuviel. Die beiden 1,5-µF-MKTs (nominell auch ±5%) haben 5% bzw. 7% zuwenig. Boxsim sagt aber, daß das alles bei der Vox 200 fast keinen Unterschied zu den nominellen Werten macht.
Die Neumann-Monitore stehen momentan wieder auf meinem Schreibtisch (auf Aktenarchivboxen, um die HTs auf Ohrhöhe zu bekommen, Low-Mid auf -4dB) und machen sehr viel Spaß. Zum Beispiel mit dieser CD.
Zitat von Mr.E
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Zitat von yoogie
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Zitat von sadrefrain
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Zitat von Mr.E
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Dann habe ich die Vox mit neuer Weiche an ihren üblichen Platz gestellt, in einem Raum mit Dachschräge und viel Gipskarton. Baßgedröhne hält sich in dem Raum ziemlich in Grenzen. Auf die Vox habe ich wieder einen Neumann KH 120 II gestellt und hinten angehoben, um ihn auf die Hörposition auszurichten. So habe ich schon vor dem Weichenumbau Vox 200 und KH 120 II in Stereo verglichen, heute nur die linken Boxen in Mono (Downmix in Android). Die Boxen stehen dabei sehr frei, nach außen ist noch über 1m Abstand zu den Seitenwänden.
Kurzes Fazit der Vergleichshörerei vor und nach Weichenüberholung: Die Vox 200 klingt deutlich heller als der Neumann und hat irgendwie weniger Baß, oft auch weniger tieferen Baß.
Der Neumann hat einen DSP und wird im Baß vermutlich ordentlich angehoben. Zuerst dachte ich, daß der DSP den Neumann bis unter die Eckfrequenz der Vox konstant hält, aber: Beide Boxen haben -3dB bei ca. 45Hz, die Vox 200 hat bei 30Hz laut Visaton-Diagramm -10dB, der Neumann laut Neumann-Diagramm ca. -21dB.
Ich muß die zweite Vox 200 auch noch umbauen, dann werde ich wieder richtig vergleichen, in Stereo und mit schnellerem Umschalten, aber gewisse Dinge sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wegzudiskutieren:
- Wie gesagt hat die Vox weniger Baß. Was aus dem kleinen Neumann-Monitor rauskommt ist ganz erstaunlich. Die ganz tiefe Trommel in Poem Of Chinese Drums (Burmester-Vorführungs-CD III) bei ca. 02:51 hat mit dem Neumann deutlich mehr Wumms, ohne jegliches Dröhnen. Das gilt auch für die Baßattacken in The Land Of Shadow vom Herr-der-Ringe-Soundtrack (The Complete Recordings). Die waren mit der Vox eigentlich immer gewaltig, wenn man richtig aufgedreht hat, aber neben dem Neumann fehlt da irgendwie etwas. Das ist wohlgemerkt ein Böxlein vom Kaliber Studio 2. Den GF 200 fand ich gestern abend beim Wiedereinbau der Weiche schon putzig¹, aber der Neumann hat nur einen "Tieftöner" so klein wie ein AL 130.
- Schlagzeug und E-Gitarre in Money For Nothing (CD von 1985) machen mit der Vox schon viel Spaß, aber mit dem Neumann knallt es einfach noch mehr.
- Generell vibriert der Boden mit den Neumann-Monitoren viel mehr. Und die stehen auf den Voces.
- Beim Umschalten zwischen den Boxenpaaren vor dem Weichenumbau ist mir immer wieder aufgefallen, daß die Vox oft im ersten Moment "räumlicher" klingt, der Neumann oft im ersten Moment ein bißchen nach Kopfhörer. Wenn man das Sonogramm von Neumann mit dem Sonogramm der Vox 200 aus Boxsim vergleicht, sieht man, daß die Vox 200 oberhalb von 200Hz deutlich breiter abstrahlt und dadurch mehr Diffusschall produziert. Mit der Vox sind die Phantomschallquellen evtl. ein klein wenig weiter vom Hörer entfernt. Das könnte mit dem Abstrahlverhalten um 3kHz zusammenhängen, wie von Geithain behauptet. Jedenfalls ist diese breitere Abstrahlung der Voces vermutlich das, was viele als "der Klang löst sich von den Boxen" beschreiben. Das klingt freier und luftiger und vielleicht auch erstmal angenehmer, aber ich finde die Neumann-Monitore nicht anstrengender. Ich glaube, die Monitore klingen "richtiger". Ich habe auch immer schon gesagt, die Vox 200 klingt toll, ist aber nicht studiotauglich.
- Vor der Überholung der Weiche hat mir mit den Voces bei vielen Musikstücken im Vergleich zu den Neumann-Boxen etwas gefehlt. Zum Beispiel klingt die Geige im letzten Track auf der 2000er-CD des Venice Baroque Orchestra (Die vier Jahreszeiten und drei Violinkonzerte, s. hier) gegen Ende des Stücks (RV 211, 3. Satz) mit der Vox einfach zu dünn. Da spielt der Solist in einer kurzen Passage während der Improvisation abwechselnd in zwei Stimmlagen, und die tiefere, bei der mit der Vox 200 deutlich die Fülle des Instruments fehlt, liegt um 250Hz.
1 Nichts gegen den GF200. Ich mag das Chassis wirklich. Aber alles mit 8" ist einfach ein wirklich kleiner Tieftöner. Das sage ich nicht nur, weil ich noch je ein Paar TIW360 und TIW400 habe.


Für die Überarbeitung der Weiche habe ich mir MKT-As und ECaps von Mundorf gekauft. Die ECaps deswegen, weil sie mit ±5% für Elkos eine geringe Toleranz haben. Laut Mundorf. Ich habe sie vor dem Einbau mit einem Peaktech 2180 gemessen. Der 150er liegt mit 158µF nur 5,3% drüber, die anderen (47–100µF nominell) haben alle 9–12% zuviel. Die beiden 1,5-µF-MKTs (nominell auch ±5%) haben 5% bzw. 7% zuwenig. Boxsim sagt aber, daß das alles bei der Vox 200 fast keinen Unterschied zu den nominellen Werten macht.
Die Neumann-Monitore stehen momentan wieder auf meinem Schreibtisch (auf Aktenarchivboxen, um die HTs auf Ohrhöhe zu bekommen, Low-Mid auf -4dB) und machen sehr viel Spaß. Zum Beispiel mit dieser CD.
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