Oder es liegt wieder am Können oder Wollen, mir zu erklären dass und warum ich falsch liege und weshalb die „Alternative” sinnvoll(-er) ist. (sorry für die Polemik, ich seh's aber leider so)
Wenn ein anderer für die zweite Möglichkeit einspringt, bin ich gerne wieder dabei!
Machst Du's?
Das ist eigentlich bei jedem Chassis der Fall, das in eine Schallwand mit endlichen Maßen eingebaut ist.
Als Beispiel hier ein Chassis der 10 cm-Klasse mit einem wirksamen Membrandurchmesser von 8 cm (entspricht bei einer Luftschallgeschwindigkeit von 344 m/s einer ka=1-Frequenz von 1370 Hz). Gestrichelt ist der Energiefrequenzgang in unendlicher Schallwand, durchgezogen auf einer völlig unrealistischen endlichen Schallwand mit B=18 cm und H=35 cm, eingebaut mittig mit 12 cm Abstand zur unteren Kante, alle vier Schallwandkanten besitzen unrealistische 1 cm-Fasen.
(In den Simus weiter unten wird sich noch ein Hochtöner mit 27 mm wirksamem Membrandurchmesser dazugesellen, der im Anstand von 12 cm zum 10 cm TMT eingebaut ist):
Um 3 kHz sieht man im Energiefrequenzgang ein ganz leichtes Plus im Vergelich zur unendlichen Schallwand. Viel wichtiger aber ist, dass die Bündelung durch die Schallführung/Schallwand sich mit diesem minimalen Plus zu einem recht linearen relativ breiten Bereich ergänzt, so dass man bei dieser Treiberdurchmesser/Schallwandkombination von einem vorbildlich parallelen Verlauf von axialem Amplitudenfrequenzgang und Energiefrequenzgang zwischen 700 und gut 3000 Hz sprechen kann.
Als nächstes ist eine Simulation eines Zweiwegers dran, mit den beiden oben beschriebenen Beteiligten. Die Trennung erfolgt exakt am ka=1-Punkt des TMTs und liefert quasi den „Referenzstatus” ab.
Gleich mal sehen, was unter Winkel mit den beteiligten Chassis auf unendlicher Schallwand passiert (Trennung mit Filter 4. Ordnung bei 1370 Hz):
Horizontal perfekt bis zur einsetzenden Bündelung des Hochtöners, vertikal sind Einbrüche unter allen Winkeln an der gleichen Frequenz knapp über der Trennfrequenz erkennbar, was den von Kripston vor einiger Zeit erwähnten Energieeinbruch ergibt.
Das nächste Bild zeigt den Vergleich der gleichen Trennung, gestrichelt die vorherige Situation in unendlicher Schallwand, durchgezogen mit den oben beschriebenen Schallwandmaßen:
So wirklich bemerkenswert ist der Energieeinbruch bei Einbau in die unendliche Schallwand dann doch nicht, dass man unbedingt auf eine Trennung mit 90° Phasenversatz ausweichen müsste. Der Energiefrequenzgang in der Boxenschallwand will mir aber nicht so recht gefallen.
Und die Winkelfrequenzgänge dazu:
Ein klassisches Beispiel dafür, dass man es richtig vergeigen kann, wenn man auf einen axial linearen Frequenzgang abstimmt…
Und jetzt eine Alternative mit deutlich höherer Trennung, nämlich beim ka=3-Punkt des TMTs (4110 Hz). Recht viel Mühe hab ich mir nicht gegeben, da existiert wahrscheinlich noch a bissl Verbesserungspotenziel, sorry für den Schnellschuss…
Wieder gestrichelt in unendlicher Schallwand, durchgezogen auf der Boxenschallwand 18×35 cm:
Und die Winkelfrequenzgänge dazu:
Kritik, Anregungen, Begründungen weshalb die ka=1-Regel die bessere Alternative darstellen würde??
P.S.
Doch noch mal an Kripston:
Leider muss ich Dir auch bei dieser saloppen Begründung widersprechen.
In Schalleistung gesprochen hat man auf der Vordersite einer Schallwand im Frequenzbereich, für den 2 Pi-Verhältnisse gelten, nämlich nicht 2x sondern 4x (Wir erinnern uns: bei Leistungs-/Energiegrößen bedeutet eine Verdoppelung einen Zuwachs von 3 dB).
Durch den fehlenden Pegel auf der Rückseite halbiert sich dieses 4x zu insgesamt 2x, also immer noch doppelte Schalleistung, was +3 dB entspricht.
Die Gleichsetzung von Halbraum mit 2 Pi-Verhältnissen ist im Grunde genommen nicht richtig, denn bei echten Halbraumverhältnissen existiert keine Rückseite. Dies führt bei echter Halbraumbetrachtung eigentlich (wieder dieses blöde Wort) zu einem tatsächlichen Leistungszuwachs von 6 dB im Vergleich zu 4 Pi.
Kannst ja gedanklich mal Dein Messmikro um eine Box rumwandern lassen und die Einzelfrequenzgänge mitteln, dann spielst Du diesen Gedanken mit einem echten Halbraum (z. B. ein im Boden eingelassenes Chassis) durch.




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