Selbstbau vs. Stangenware

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  • Frank
    antwortet
    Leute, kommt mal auf den Teppich. Wer wirklich glaubt, einem gut gemachten Fertiglautsprecher billiger und besser bauen zu können, der leidet an massivem Realitätsverlust. Zumindest was Lautsprecher angeht.

    Man sehe sich nur sowas an:



    Für 200€ kann man nichtmal drei AL170 kaufen. Keinen Hochtöner. Keine Frequenzweiche und schon gar nicht ein Gehäuse mit optisch gefälligem Schwung.

    Unser Hobby ist wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen.

    Muss es nach meinem Dafürhalten auch nicht. Ein Hobby muss gar nicht gerechtfertigt werden. Ein Hobby ist ein Hobby und bezieht seine Rechtfertigung aus sich selbst heraus bzw. aus der BEschäftigung mit einer Materie.

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  • kmm
    antwortet
    macht das Hobby nur Sinn wenn
    deine Vorstellung in Ehren und es wird in deinem Fall vermutlich auch so sein.
    Was unterscheidet transzendent ein Hobby von einem anderen? Ich wage nicht
    zu glauben, ein Briefmarkensammler übt sein Hobby nur des monetären Vorteil
    willens aus. Der ideelle "Wert" etwas selbst geschaffen(gebaut,zusammengestellt,gefunden..)
    zu haben, ist den meisten Anreiz genug, Zeit hierin zu "investieren". Wer nur
    den materiellen Vorteil sehen kann, arbeitet eigentlich neben seinen 8 beruflichen
    Stunden täglich noch ein paar mehr.

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  • linux1972
    antwortet
    Finde ich nicht. In meiner Vorstellung macht das Hobby nur Sinn wenn man im LS-Selbstbau mit vergleichbarem finanziellen Aufwand zu einem mindestens ebenso guten klanglichen Ergebnis kommen kann wie bei Fertig-LS.

    Für mich steht die errichbare Klangqualität bei gegebenem Budget absolut im Mittelpunkt der Überlegungen.

    Dass das möglich ist, davon bin ich überzeugt, ich glaube, man kann sogar ein deutlich besseres (klangliches) Ergebnis erzielen als bei Fertig LS, wenn man den Arbeitsaufwand aussen vor lässt.

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  • kmm
    antwortet
    Zitat von linux1972
    Und was bedeutet das jetzt in Bezug auf die ursprüngliche Aufgabenstellung
    "das Preis/Leistungsverhältnis gemessen an der Klangqualität herauszufinden" Selbstbau vs. Stangenware?
    diese Frage ist eigentlich unrealistisch, sobald es um ein Hobby geht. Ist
    doch der Beweggrund in aller(?) Regel eine Antwort auf eine Freizeitbelebung,
    deren "Rechtfertigung" nicht in objektiv nachprüfbaren Fakultäten zu suchen
    ist.
    Einen gewissen Sinn ergibt diese Frage bei der abstrakten Überlegung eines
    "Noch-nicht-Bastelnden", mit dem Selbstbau anzufangen oder lieber doch nicht.

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  • linux1972
    antwortet
    Und was bedeutet das jetzt in Bezug auf die ursprüngliche Aufgabenstellung
    "das Preis/Leistungsverhältnis gemessen an der Klangqualität herauszufinden" Selbstbau vs. Stangenware?

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  • kmm
    antwortet
    Warum sollen selgstgebaute Gehäuse qualitativ nicht an Fertigprodukte heranreichen ? Wenn ich den Lautsprecherbau als Hobby betrachte, dann habe ich auch die entsprechenden Fähigkeiten und das benötigte Werkzeug.
    Allerdings ist es in der Tat sehr aufwendig ein hochwertiges Oberflächenfinish, Hochglanz, etc. zu erreichen. Da tut sich eine Industrieschreinerei deutlich leichter.
    ich will dem Tatandrang auf keinen Fall entgegenstehen. Leider wird
    aber trotz viel Liebe und Engagement, ein "von ungelernter Hand" kreiertes
    "Elaborat" in der Regel nicht der Fertigkeit einer professionellen Arbeit
    entsprechen. Ausnahmen wird's immer geben. Die vielen "Backpfeifen" auf feige
    Ohren in einem Lehrberuf verfehlen ihre Wirkung nicht, - nee, aber die
    permanenten "stupiden" Handgriffwiederholungen der Lehrzeit, die der Arbeit später als
    Ganzes eine gewisse Leichtigkeit vermitteln, tut sich ein Hobbyist eben doch nicht an.
    Also üben üben üben... Ich habs auch nicht gelernt, bin aber mit Fusch
    schnell zufrieden
    Zuletzt geändert von kmm; 11.08.2015, 11:48.

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  • yoogie
    antwortet
    Oder mit Autolack, was auch nicht billiger oder weniger Arbeit ist.

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  • AlphaRay
    antwortet
    Zitat von linux1972
    Warum sollen selgstgebaute Gehäuse qualitativ nicht an Fertigprodukte heranreichen ?
    Die kunststoffbespannten Spanplatten bei mehreren hundert € teuren Lautsprechern sind ja ein witz gegen unsere Echtholz furnierte MDF Boliden

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  • Daniel Düsentrieb
    antwortet
    Das war nichts gegen den Bauvorschlag, allerdings ist der Lautsprecher dann nicht mehr individuell, sondern eigentlich Stangenware.

    MfG
    DD

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  • linux1972
    antwortet
    Die Arbeitszeit darf man natürlich nicht rechnen, aber wie weiter oben schon erwähnt, ob ich nun abends 4 Stunden vor dem Fernseher sitze oder mich im Hobbykeller kreativ betätige...

    Warum sollen selgstgebaute Gehäuse qualitativ nicht an Fertigprodukte heranreichen ? Wenn ich den Lautsprecherbau als Hobby betrachte, dann habe ich auch die entsprechenden Fähigkeiten und das benötigte Werkzeug.
    Allerdings ist es in der Tat sehr aufwendig ein hochwertiges Oberflächenfinish, Hochglanz, etc. zu erreichen. Da tut sich eine Industrieschreinerei deutlich leichter.

    Ich sehe durchaus auch in der Umsetzung eines Bauvorschlags deutliche Einsparpotentiale im vergleich Fertiglautsprechern. Man hat typischer Weise eine professionelle Zusammenstellung der Komponenten und Abstimmung und kann am Gehäuse gutes Geld sparen.

    Und wenn das klangliche Ergebnis dann im eigenen Wohnzimmer noch nicht ganz überzeugt kann man immer noch ins Feintuning gehen mit Weiche und Bedämpfung.

    MfG

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  • Daniel Düsentrieb
    antwortet
    Da hast Du im Kern recht.
    Allerdings ist die Kette bei den Chassis auch nicht kürzer als bei Gehäusen oder fertigen Lautsprechern.
    Die selbstgebastelten Gehäuse können i.d.R. mit Industriegefertigten Gehäusen qualitativ nicht mithalten, sieht man von Billigprodukten ab.
    Würde ein versierter Bastler, da Schreiner - z.B. We-Ha, seine Hobby-Zeit kalkulieren, wären seine Gehäuse zu teuer.

    Die Bastelei beinhaltet den Vorteil etwas klanglich Maßgeschneidertes zu schaffen, da darf es aber dann kein Bausatz sein. Wer über ausreichend Fachkenntnis und Werkzeug verfügt, kann auch optisch Außergewöhnliches herstellen.

    Mit schlichter Eleganz lässt sich natürlich auch preislich deutlich etwas einsparen.

    MfG
    DD

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  • linux1972
    antwortet
    Hallo,

    bin auf ebay über folgendes Angebot gestolpert:

    http://www.ebay.de/itm/HiVi-Research...-/370805912234

    Ist die Bestückung der Swans 6.2, Strassenpreis 1000€/Stk.

    Preis für die Bestückung 250€/Stk. Noch für 250€ Holz, Farbe, ... dabei, dann ist man auf dem halben Preis.

    Deckt sich durchaus mit meinen anderweitigen Erfahrungen. Ein Bekannter hat mal einen Ersatz-Hochtöner für eine B&W CM9 gekauft, 50€, wohlgemerkt Ersatzteilpreis (typ. Faktor 2..5 des Preises im freien Handel).


    Wenn man sich mal anschaut wie lang die Lieferketten, Wertschöpfungsketten und Vertriebsketten bei den Fertiglausprechen sind, kann man erahnen wie die hohen Preise zustande kommen. Vor allem das teuere und aufwendig zu transportierende Gehäuse geht doch durch viele Hände und legt einen langen Weg zurück.

    Das ein einigemaßen hochwertiges Gehäuse doch seinen Preis hat, ist erkennbar wenn man sich mal die Preise für ein hochwertiges Möbelstück anschaut, sogar bei IKEA.
    Und die haben Stückzahlen und kurze Vertriebswege.

    Gruß

    Achim

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  • AlphaRay
    antwortet
    Zitat von Frank
    Selbstbaut hat dennoch seine Berechtigung, wenn man etwas will, das sonst keiner hat. Sich mit der Materie beschäftigen will. Oder was auch immer. Aber das Preisargument ist keins.
    Ehrlich gesagt war genauu das DAS Argument für mich vor etwa 12 Jahren damit anzufangen...
    Hässliche dröhnkisten für Auto haben hunderte € gekostet. Ich wollte nen "anständig" UND günstigen klingenden Sub -> Visaton 300 NG. Ich glaube 120 € hat mich der 120 Lier Sub gekostet. Dafür hätte ich ne leere 30 Liter Basskiste bekommen...

    Als ich mir dann Teufel Concept E Magnum geholt hatte - ich glaube 200-250 € hat das Set gekostet - kam ich ein oder zwei Jahre später auf HobbyHifi und hab die Mini Monitor Basic gebaut. Ich glaube 100 € hat mich das gekostet, wo Teufel/Nubert 150-250 € für verleichbares haben wollten. Anfangs war's immer die Geldfrage.

    Die Classic Sonjas habe ich gebaut, da fertige vergleichbare Lautsprecher so bei 1500 € das Pärchen anfangen - ich hab 700-750 € für die beiden großen ausgegeben.

    Es ist auch der Grund, weshalb ich schon immer alles mögliche selber baue: Kosten, und vor allem Qualität.
    Das meiste an Gebrauchsgütern ist heute Wegwerfware..auch viele Lautsprecher.

    So schweben noch zwei offene Projekt bei mir: Kaffeeröster (fertige gibts für 500 bis unbegrenzt - Eigenbau um 100 € - 150 €, sogar mit vollautomatischer Steuerung, und nicht nur mit manueller bedienen wie die teuren Geräte) und ein RepRap 3D-Drucker für ca. 450 €, statt mir einen fertigen ab 1500 € zu holen, der ansatzweise an die Druckqualität ran kommt...undundund.

    Die Zeit, die viele immer wieder bei sowas erwähnen, kann und will ich dabei nicht berechnen. Wieso auch? Berechnet ihr, was es kostet, wenn jemand täglich eine fünf Serien schaut und dafür vier Stunden nutzlos auf dem Hintern sitzt?

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  • Frank
    antwortet
    Industrielle Fertigung lässt sich wirklich nicht miteinander vergleichen.

    Mal von den immensen Stückzahlen und den dadurch viel niedrigeren Preisen abgesehen, ist nicht wie beim Selbstbau der bestmögliche Lautsprecher das Ziel der Entwicklung. Da wird vom Marketing ein Produkt ersonnen. Das soll so viele Chassis, dieses oder jenes Volumen haben und etliche andere Parameter aufweisen. Das kann auch ein gewollt! verbogener Frequenzgang sein. Eben weil bestimmte Zielgruppen genau dieses Sounding bevorzugen.

    Der Ingenieur muss sich dann in diesem Rahmen bewegen. Das mag manchmal ein Fluch sein. Er hat aber auch diverse Vorteile. Drei Tieftöner? Kein Problem. Dann wird eben aus dem Chassis-Baukasten ein TT mit 12 oder mehr Ohm (je nach der zu erzielenden Impedanz) abgeleitet.

    Geht mal davon aus, dass ein Lautsprecher genau die Eigenschaften aufweist, wie vorher defniert wurden. Wenn das heißt, dass die nicht mit Euren Vorstellungen eines idealen Lautsprechers übereinstimmen, dann ist das gewollt. Der Schluß, dass Ingenieure unfähig sind, ist daraus nicht abzuleiten. Ihr Wölfe heult damit den Mond an. Juckt den Mond nicht.

    Selbstbaut hat dennoch seine Berechtigung, wenn man etwas will, das sonst keiner hat. Sich mit der Materie beschäftigen will. Oder was auch immer. Aber das Preisargument ist keins.

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  • Nailhead
    antwortet
    Zitat von Frank.Kuhl
    Was mich auch immer wundert ist, das man von vielen die Lautsprecherentwicklung als Nullachtfuffzehn abtun, viel theoretisches hören kann aber nie ein fertiges Zeugnis ihrer Leistung auch mal hören kann. Das ist seit Anbeginn der Foren so und viele die damals schon dabei waren haben es auch in 15 Jahren noch nicht geschafft mal was Reales zu liefern.
    Ich hab Lautsprecherentwicklung nie als 0815 abgetan. Ich schrieb: "für einen Ingenieur ist das technische am LAutsprecherentwickeln 'pille palle'", das ist ein ganz andere Aussage!

    Vielleicht gibts ja auch von Nailhead was zum Hören?

    Gruß Frank
    Ich bin mir sicher, dass schon ganz viele Leute hier schon Sachen von mir gehört haben , gerade du Frank, wenn du jahrelang on the road warst...

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