
Ob das ein Ripol oder ein W-pol oder ein Nordpol ist, solange das Teil ein 8-förmiges Abstrahlverhalten aufweist ist es in erster Linie ein "Dipol" - physikalisch belegter Begriff und ganz gleich ob irgendjemand seine Kiste so nennt.
Die ganze Argumentation von wegen "Schnelle-Wandler" und dergleichen kommt wohl von den Mikrofonen. Kondensatormikrofone kann man tatsächlich in Druckwandler und Schnellwandler einteilen. Das omnidirektionale Kondensatormikrofon hat eine sehr hohe mechanische Impedanz. Das Ausgangssignal wird nahezu ausschließlich vom Schalldruck an der Membran bestimmt, weil die Schallschnelle nahezu null ist.
Öffnet man jetzt die Rückseite der Membran ebenfalls zum Schallfeld hin, ist die Druckdifferenz zwischen Vorder- und Rückseite entscheidend, man mißt also den Druckgradienten.
Beim Lautsprecher ist das etwas völlig anderes. Die mechanische Impedanz ist vergleichen zur Luft immernoch sehr hoch aber deutlich niedriger als bei einem Kondensatormikrofon. Das Chassis muss IMMER erheblichen Hub machen um Schall abzustrahlen. Man kann sich jede Lautsprechermembran in erster Linie als Schnellequelle vorstellen und der Druck ergibt sich entsprechend der Abstrahlimpedanz.
Ich wehre mich daher entschieden dagegen, dass irgendwelche Chassis auf mysteriöse Weise "nicht funktionieren" (erzeugt der Strom kein Magnetfeld mehr, wenn man die Pappe in einen Ripol schraubt?!) oder das Abstrahlverhalten plötzlich ganz verrückte Sachen macht, die einen Raum "dubios" anregen. Gerade offene Konstruktionen sind das unkritischste überhaupt, weil der Faktor Gehäuse nunmal wegfällt. Entscheidend ist die letztliche Übertragunsfunktion und die läßt sich problemlos durch Vorentzerrung verändern, das ist Stand der Technik.
Die Abstrahlimpedanz ändert sich im Raum je nach Position ganz erheblich. Die spezifische akustische Impedanz ist nur im Freifeld für plane Wellenfronten rho0*c=415rayl, was man so schön oft verwendet. Das ist aber für alle Quellen so. Wie immer in der Raumakustik bei tiefen Frequenzen geht es um stehende Wellen.
Tauscht man an einer Stelle jetzt also eine Monopolquelle gegen eine Dipol(!)quelle ergibt sich selbstverständlich ein anderes Bild. Welcher Schalldruckverlauf sich jetzt später am Trommelfell des Hörers ergibt hängt von den Raumabmessungen, der Ausrichtung der Box (beim Dipol sehr interessant) und von den Positionen von Hörer und Quelle ab.
Das läßt sich mit numerischen Methoden simulieren, used2use macht soetwas aktuell im Hifi-Forum. Auch mit Raytraicing sollte man gute Ergebnisse erhalten. Das ist doch alles kein Voodoo!

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