Vorstellung meiner Isan, eine Drei-Wege Box in klassischer Optik. Mit diesen Lautsprechern habe ich am DIY-Lautsprecher-Contest 2025 der IGDH teilgenommen und den 1. Platz erreicht. Darauf wurden die Lautsprecher in der Klang + Ton 01/2026 vorgestellt.
zur Vorgeschichte: ich hatte 2023 die Studio 3 light gebaut: https://forum.visaton.de/forum/galer...studio-3-light , mit gleichem Tief- und Mitteltöner. Damals in sehr knappen geschlossenen Gehäuse mit entsprechend weniger Tiefton. Da geht mehr, hatte ich mir gedacht, und zusammen mit dem neuen Hochtöner ist dann die Isan entstanden.
Die Isan ist ein 3-Wege Lautsprecher im klassischen "Boxen" - Format, so wie man das früher gebaut hat. Daher auch der Name: Isan (mit kurzem betontem "a") ist das japanische Wort für Erbe, Erbschaft. Ich sehe die Lautsprecher in der Tradition der japanischen Lautsprecher der 1980er Jahre wie z.B. der Yamaha NS-100M und damit auch im Wettbewerb zum Visaton Bauvorschlag Nimrod, welcher ja die britischen Klassiker zitiert.
Der Tieftöner arbeitet auf ein 35 Liter BR Volumen mit einer Abstimmung auf 35Hz und hat damit die gleiche Auslegung wie der GF200 in der Nimrod, auch die unteren Grenzfrequenzen sind vergleichbar, wie die Simulation der Tieftöner ohne Beschaltung zeigt:
Als Mitteltöner wird die G50FFL eingesetzt, genau wie der Tieftöner ein Klassiker im Visaton Programm. Die Besonderheit ist das Waveguide für die Mitteltonkalotte, dieses hat Visaton schon beim inoffiziellen Bauvorschlag Studio 3 ( https://forum.visaton.de/forum/neue-...0-ffl-g-25-ffl ) eingesetzt. Es wird mit einem handelsüblichen 19mm Abrundfräser in die Schallwand eingearbeitet. Ich habe mir die Arbeit gemacht und das Ganze mit einer zusätzlichen kreisrunden Schattenfuge so aussehen lassen als wäre das ein von vorne montiertes Chassis, die von vorne eingesetzten Befestigungsschrauben (Inbus M4x30) tun ihr übriges dazu:
Als Hochtöner kommt die neue G25NDWG zum Einsatz, diese besitzt ein kurzes Waveguide und passt damit optisch gut zum Mitteltöner.
Das Gehäuse hat mit den Abmessungen 55,4 x 30,4 x 32 cm ein klassische Form und nicht zufällig dieselbe Grundfläche wie die Nimrod.
Schallwand und Seitenwände bestehen aus 22mm MDF, Rückwand, Deckel/Boden und die Versteifung im Inneren bestehen aus 19mm MDF. Alle Bretter sind stumpf verleimt, auf Deckel und Boden werden zusätzlich 3mm HDF Platten aufgeleimt, so kaschiert man elegant die offenen Sägekanten und erreicht nebenbei auch dort eine Materialstärke von 22mm. Die Schallwand ist bündig eingesetzt, ich habe dort am Umfang eine 2 x 3mm Nut gefräst um optisch den Eindruck einer zurückversetzten Schallwand zu erreichen. Die Versteifung in der Gehäusemitte erhöht die Stabilität, andererseits lässt sich so immer noch die Mitteltonkalotte durch den Tieftöner-Ausschnitt von hinten montieren. Wer nicht gerade ein Diplom in Grobmotorik in der Tasche hat sollte die Montage des Mitteltöners mit etwas Geschick hinbekommen. Tipp: bei der G50FFL liegt eine Schaumstoffscheibe mit im Karton. Diese dient als Transportschutz für die Frontplatte und ist letzendlich genau dieselbe Schaumstoffscheibe welche als Dichtung zwischen Frontplatte und Magnetsystem der G50FFL dient. Diese Scheibe eignet sich natürlich auch perfekt als Dichtung zwischen Mitteltöner und Schallwand.
Durch den einfacheren Aufbau und den Entfall des Mitteltöner-Gehäuses erreicht man das gleiche Tieftöner-Innenvolumen wie die Nimrod, bei reduzierter Gehäusehöhe.
Das Bassreflexrohr besteht pro Box aus zwei Visaton BR15.34, welche auf 10,5cm gekürzt werden und dann miteinander verbunden werden und sich so ein 21cm langes Rohr ergibt. In der Praxis steckt man zunächst das innere Stück von innen durch die Öffnung im Gehäuse, verbindet dann beide Rohre mit breitem Klebeband und steckt anschließend das Rohr in die endgültige Position:
Bei mir ist das Reflexrohr auf der Rückwand montiert, es kann aber bei identischer Bemaßung auch auf der Schallwand platziert werden.
Die Bedämpfung erfolgt mit 3 Matten (1 ½ Beutel Visaton-) Dämmmaterial. Eine Matte wird zusammengerollt im Bereich hinter Mittel- und Hochtöner platziert, die anderen beiden Matten werden locker hinter den Tieftöner gelegt. Hinter dem Reflexkanal bleibt der Raum frei.


Kommentar