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Isan - W200S, G50FFL, G25NDWG in klassischer Optik

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  • pulsar99
    Registrierter Benutzer
    • 03.12.2007
    • 842

    Isan - W200S, G50FFL, G25NDWG in klassischer Optik

    Hallo,

    Vorstellung meiner Isan, eine Drei-Wege Box in klassischer Optik. Mit diesen Lautsprechern habe ich am DIY-Lautsprecher-Contest 2025 der IGDH teilgenommen und den 1. Platz erreicht. Darauf wurden die Lautsprecher in der Klang + Ton 01/2026 vorgestellt.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Isan_Box.jpg Ansichten: 6 Größe: 475,0 KB ID: 733631

    zur Vorgeschichte: ich hatte 2023 die Studio 3 light gebaut: https://forum.visaton.de/forum/galer...studio-3-light , mit gleichem Tief- und Mitteltöner. Damals in sehr knappen geschlossenen Gehäuse mit entsprechend weniger Tiefton. Da geht mehr, hatte ich mir gedacht, und zusammen mit dem neuen Hochtöner ist dann die Isan entstanden.

    Die Isan ist ein 3-Wege Lautsprecher im klassischen "Boxen" - Format, so wie man das früher gebaut hat. Daher auch der Name: Isan (mit kurzem betontem "a") ist das japanische Wort für Erbe, Erbschaft. Ich sehe die Lautsprecher in der Tradition der japanischen Lautsprecher der 1980er Jahre wie z.B. der Yamaha NS-100M und damit auch im Wettbewerb zum Visaton Bauvorschlag Nimrod, welcher ja die britischen Klassiker zitiert.

    Der Tieftöner arbeitet auf ein 35 Liter BR Volumen mit einer Abstimmung auf 35Hz und hat damit die gleiche Auslegung wie der GF200 in der Nimrod, auch die unteren Grenzfrequenzen sind vergleichbar, wie die Simulation der Tieftöner ohne Beschaltung zeigt:


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Isan_BR-Vergleich.jpg Ansichten: 6 Größe: 178,9 KB ID: 733638

    Als Mitteltöner wird die G50FFL eingesetzt, genau wie der Tieftöner ein Klassiker im Visaton Programm. Die Besonderheit ist das Waveguide für die Mitteltonkalotte, dieses hat Visaton schon beim inoffiziellen Bauvorschlag Studio 3 ( https://forum.visaton.de/forum/neue-...0-ffl-g-25-ffl ) eingesetzt. Es wird mit einem handelsüblichen 19mm Abrundfräser in die Schallwand eingearbeitet. Ich habe mir die Arbeit gemacht und das Ganze mit einer zusätzlichen kreisrunden Schattenfuge so aussehen lassen als wäre das ein von vorne montiertes Chassis, die von vorne eingesetzten Befestigungsschrauben (Inbus M4x30) tun ihr übriges dazu:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Isan_swf.jpg Ansichten: 6 Größe: 1,41 MB ID: 733634

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Isan_swr.jpg Ansichten: 6 Größe: 990,9 KB ID: 733635

    Als Hochtöner kommt die neue G25NDWG zum Einsatz, diese besitzt ein kurzes Waveguide und passt damit optisch gut zum Mitteltöner.

    Das Gehäuse hat mit den Abmessungen 55,4 x 30,4 x 32 cm ein klassische Form und nicht zufällig dieselbe Grundfläche wie die Nimrod.
    Schallwand und Seitenwände bestehen aus 22mm MDF, Rückwand, Deckel/Boden und die Versteifung im Inneren bestehen aus 19mm MDF. Alle Bretter sind stumpf verleimt, auf Deckel und Boden werden zusätzlich 3mm HDF Platten aufgeleimt, so kaschiert man elegant die offenen Sägekanten und erreicht nebenbei auch dort eine Materialstärke von 22mm. Die Schallwand ist bündig eingesetzt, ich habe dort am Umfang eine 2 x 3mm Nut gefräst um optisch den Eindruck einer zurückversetzten Schallwand zu erreichen. Die Versteifung in der Gehäusemitte erhöht die Stabilität, andererseits lässt sich so immer noch die Mitteltonkalotte durch den Tieftöner-Ausschnitt von hinten montieren. Wer nicht gerade ein Diplom in Grobmotorik in der Tasche hat sollte die Montage des Mitteltöners mit etwas Geschick hinbekommen. Tipp: bei der G50FFL liegt eine Schaumstoffscheibe mit im Karton. Diese dient als Transportschutz für die Frontplatte und ist letzendlich genau dieselbe Schaumstoffscheibe welche als Dichtung zwischen Frontplatte und Magnetsystem der G50FFL dient. Diese Scheibe eignet sich natürlich auch perfekt als Dichtung zwischen Mitteltöner und Schallwand.
    Durch den einfacheren Aufbau und den Entfall des Mitteltöner-Gehäuses erreicht man das gleiche Tieftöner-Innenvolumen wie die Nimrod, bei reduzierter Gehäusehöhe.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 0122_Isan_DIM.jpg Ansichten: 6 Größe: 607,5 KB ID: 733636

    Das Bassreflexrohr besteht pro Box aus zwei Visaton BR15.34, welche auf 10,5cm gekürzt werden und dann miteinander verbunden werden und sich so ein 21cm langes Rohr ergibt. In der Praxis steckt man zunächst das innere Stück von innen durch die Öffnung im Gehäuse, verbindet dann beide Rohre mit breitem Klebeband und steckt anschließend das Rohr in die endgültige Position:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Isan_BRRohr2.jpg Ansichten: 6 Größe: 1,39 MB ID: 733637

    Bei mir ist das Reflexrohr auf der Rückwand montiert, es kann aber bei identischer Bemaßung auch auf der Schallwand platziert werden.

    Die Bedämpfung erfolgt mit 3 Matten (1 ½ Beutel Visaton-) Dämmmaterial. Eine Matte wird zusammengerollt im Bereich hinter Mittel- und Hochtöner platziert, die anderen beiden Matten werden locker hinter den Tieftöner gelegt. Hinter dem Reflexkanal bleibt der Raum frei.

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    Zuletzt geändert von pulsar99; 01.01.2026, 20:10.
  • pulsar99
    Registrierter Benutzer
    • 03.12.2007
    • 842

    #2
    Die Frequenzweiche wurde neben einem gleichmäßigen Frequenzgang auch auf eine gute Phasenlage der Treiber untereinander optimiert. Und: es sollte vom Bauteilaufwand nicht ausufern.

    Im Tieftonzweig arbeitet ein 12db Tiefpass, welcher von einer zusätzlichen Impedanzkorrektur unterstützt wird.

    Im Mitteltonzweig finden sich ebenfalls 12dB Filter, aber in Bandpassschaltung angeordnet. Der Widerstand zwischen den Parallelgliedern modelliert etwas die Filterflanke, dazu ein Spannungsteiler zur Pegelabsenkung.


    Der Hochtöner wird für eine gute Phasenlage mit einem 18dB Hochpass beschaltet, dazu ebenfalls eine Pegelabsenkung. Alle Treiber werden gleich gepolt angeschlossen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Isan_FW.jpg
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Größe: 51,0 KB
ID: 733640

    Im Tieftonzweig kommt eine Kernspule und günstige Elkos zum Einsatz, Mittel- und Hochtöner profitieren von Luftspulen und MKT-Kondensatoren.
    Die Bauteile finden auf einer Universalplatine UP70/3 Platz, diese ist auf dem Boden hinter dem Tieftöner verschraubt. Hier ein Bild mit noch nicht endgültiger Bestückung:


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Isan_UP70.jpg
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Größe: 211,5 KB
ID: 733641


    Im Ergebnis zeigt sich ein ausgewogener Frequenzgang mit sauberen Übergängen bei 800Hz und 4500Hz. Hier ein Bild aus der Boxsim-Simulation, welches durch eigene Messung bestätigt wurde (auf der Wiese hinterm Haus, der Bereich unter 500Hz ist deshalb nicht korrekt wiedergegeben). In der eigenen Messung erkennt man die Paargleichheit beider Lautsprecher, mal wieder ein Grund Visaton für die hohe Serienkonstanz der Chassis zu danken!
    Der Impedanzgang fällt im Oberbassbereich knapp unter 6 Ohm, liegt ansonsten auf sicherem 8 Ohm Niveau.


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Name: Isan_Simu.jpg
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Größe: 256,5 KB
ID: 733642



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Name: isan_beide.jpg
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Größe: 80,2 KB
ID: 733643

    Das Finish der fertigen Boxen habe ich tatsächlich mit d-c-fix Klebefolie in Blackwood umgesetzt, die Schallwand ist schwarz Seidenmatt lackiert, das MT-Waveguide zusätzlich mit matterem Sprühlack überzogen, um die Optik eines von vorne montierten Chassis noch zu verstärken. Insgesamt wollte ich auch hier wieder die Optik der Klassiker zitieren.

    Klanglich gefallen mir die Isan mit ihrer Ausgewogenheit. Die Mitteltonkalotte liefert trotz des Waveguides noch viel Energie in den Raum, welches mir sehr gut gefällt. Auch die räumliche Abbildung gefällt mir sehr gut.

    Kleines Bonbon: als ich meine Lautsprecher von Klang + Ton aus Duisburg zurück geholt hatte durfte ich meine Isan noch kurz bei Visaton gegen die Nimrod probehören (vielen Dank an Jan Kurtz!). Mein Eindruck. die Nimrod spielt im Bass souveräner, was ich nicht nur dem GF200 zuschreibe sondern auch dem vorne mündenden Reflexkanal. Im Mittelton liefern sich B100 und G50FFL ein enges Rennen, im Hochton zeigen die Nimrod die gewünschte leicht englische Abstimmung, da spielt die Isan spritziger auf.

    Im Anhang noch die Boxsim Simulation der Isan.


    Grüße Ralf







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    Kommentar

    • pulsar99
      Registrierter Benutzer
      • 03.12.2007
      • 842

      #3
      Hier noch die Gehäusezeichnungen, vielen Dank an Axel (goofy-ac)!

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Name: Isan_Zeichnung11.jpg
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Größe: 156,1 KB
ID: 733646

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Name: Isan_Zeichnung12.jpg
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Größe: 156,9 KB
ID: 733647

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Name: Isan_Zeichnung13.jpg
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Größe: 85,1 KB
ID: 733648

      Kommentar

      • Burns
        Registrierter Benutzer
        • 08.12.2008
        • 1336

        #4
        Sehr gelungene Box, Danke frü die ausführliche Beschreibung

        Kommentar

        • Yves
          Registrierter Benutzer
          • 22.04.2014
          • 276

          #5
          Hallo Ralf, das ist mal wieder eine sehr schöne Beschreibung deines Projektes und natürlich ein überaus gelungener Lautsprecher!

          Da ich in Duisburg ebenfalls dabei war, konnte ich mich dort schon vom Ergebnis überzeugen lassen - und kann deine Klangbeschreibung absolut bestätigen.

          Mit dem angedeuteten WG für die G50FFL hast du meiner Meinung nach den Vogel abgeschossen. Entweder das R19-Waveguide wird nun zum offiziellen Feature, oder Visaton bietet ein echtes dafür an

          Übrigens, seit der Nimrod hatte ich unzählige ähnliche Ideen mit dem GF200 durchgespielt (habe 4 Stück der gelben rumliegen). Seit deiner Isan aber hab ich nun wirklich keine Lust mehr für ein drittes Derivat

          LG Yves

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          • VISATON
            Administrator
            • 30.09.2000
            • 4534

            #6
            Vielen Dank für deinen Beitrag und nochmal herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz.

            Ich konnte mir, wenn auch leider nur kurz, einen Einblick davon in unserem Hörraum im Vergleich zur Nimrod machen und war echt begeistert. Optisch sehr gut umgesetzt und mit tollen Ideen ausgestattet. Das Waveguide der G 50 FFL ist einfach klasse. Aber auch die anderen Kniffe , wie z.b. die frontseitigen Fugen mit innenliegender Folie, machen echt was her.

            Klanglich in meinen Ohren und in unserem leicht Bass-betontem Hörraum richtig gut. Trotz doch sehr ähnlichem Konzept zur Nimrod aber ganz anders. Während die Nimrod definitiv auf den Hörplatz ausgerichtet werden sollte um eine präzise Bühne zu erhalten und in Richtung warmer Sound optimiert wurde, spielte die Isan deutlich spritziger und offener. Und das auch außerhalb der 0° Achse. Zwei völlig unterschiedliche Konzepte, die perfekt für den Vergleich waren. Hut ab. Sehr gut gelungen!
            Admin

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