Breitbandbox mit BG 20 - Hörbericht und Messungen

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  • markus7
    antwortet
    Friedemann,

    kannst Du die Messungen zur Verfuegung stellen? IR als .wav z.B.?

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  • Chaomaniac
    antwortet
    Zitat von boeserody
    … was eigentlich ( nach einigen Aussagen her ) gar nicht so funktioniert.
    Hat irgendjemand behauptet, der Lautsprecher könne gar nicht klingen oder gefallen?
    Ich könnte mich nicht daran erinnern…

    Eigentlich wollte ich im letzten Thread zum Zwecke der theoretischen Betrachtung schon die Ergebnisse meiner Simu dieser Compound-TML posten, aber der wurde leider geschlossen.
    Rein von der Skizze aus hätte ich eine Line-Länge von ca. 0.9 m vermutet. Die Einschätzung gelingt nicht sonderlich leicht, da die Skizze weder bemaßt, noch Maßstabsgetreu gezeichnet ist.
    Zur Erzeugung eines virtuellen Compound-Treibers hab ich bei den Treiberdaten die Werte für Vas, Re, Z1k und Z10k halbiert, was in den allermeisten Fällen den Sachverhalt mehr als ausreichend beschreibt.
    Der relativ große Abstand der beiden Treiber zueinander erzeugt bei höheren Frequenzen eine zunehmende Entkoppelung, was im Mitteltonbereich eine Welligkeit erzeugt, die AJHorn natürlich nicht mitsimuliert.
    Wenn man von 25-30 cm Abstand der Treiber ausgeht, koppeln diese nur bis etwa 150 Hz optimal. Darüber lässt dann die „gegenseitige Unterstützung” nach, bis dann sogar irgendwann gegenseitige Auslöschungen auftreten. Dieser Umstand ist in der Hörplatzmessung nicht erkennbar, da der Raum noch stark mit rein spielt und auch die Glättung das ganze etwas verschmiert (keine Kritik, nur eine Feststellung!).
    Bei den Hörplatzmessungen fällt eine leichte Senke bei ca. 450 Hz auf, die bei fast allen Graphen zumindest ansatzweise in Erscheinung tritt. Falls dies die Auslöschungsfrequenz der Compoundanordnung ist, müsste ich meine Schätzung bezüglich des Treiberabstandes (inkl. dem Umweg über's Eck im Gehäuse und Bedämpfung) auf etwa 38 cm korrigieren, was eine perfekte Koppelung der Kompoundtreiber nur bis 113 Hz bedeutet. Etwa eine Oktave drüber verliert die Simulation also ihre Gültigkeit, da dann die nicht mitsimulierten Entkoppelungseffekte (einsetzendes Kammfilter) zunehmend in Erscheinung treten.
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ID: 625588
    In den Messungen wirkt die Senke so, als würde sie bereits etwas tiefer einsetzen, weshalb meine erste Schätzung bezüglich der Line-Länge mit 0,9 m anscheinend etwas zu kurz geraten ist. Die Verlängerung durch den Bodennahen Austritt ist offenbar größer, als zuerst veranschlagt. Korrigiere ich die Länge auf 1,1 m, kommt das heraus:
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ID: 625589
    Was noch interessant wäre, wie sähe die Sache aus, wenn man nur einen einzelnen BG 20 verbaut? Die Line-Länge würde sich verlängern (geschätzt um etwa 25 cm) und der 90 Hz-Peak würde etwas egalisiert (rot ist der Frequenzgang der Compound-Simulation):
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ID: 625590
    Den vom Erbauer angegebenen Wirkungsgradgewinn kann ich nicht wirklich erkennen. Besonders wenn man die Eingangsspannung für die Compound-Anordnung so weit verringert, dass sich die gleiche Eingangsleistung wie beim Einzeltreiber ergibt (also um den Faktor sqrt 2 von 2,83 V auf 2 V):
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ID: 625591
    Der Wirkungsgrad der beiden Varianten ist nur bei etwa 90 Hz geich, ansonsten wäre die Einzelbestückung diesbezüglich im Vorteil. Zur Erinnerung: Oberhalb gut 200 Hz entkoppeln sich die beiden Compoundtreiber und der simulierte Frequenzgang stimmt nicht mehr. Das reale Ergebnis dürfte eine zu höheren Frequenzen hin erscheinende Welligkeit besitzen, die im Mittel einen niedrigeren Schalldruckpegel bedeutet.

    Dass der 90 Hz-Peak bei der Hörplatzmessung nicht sichtbar ist, liegt m. E. am relativ großen Abstand der Boxen zur Rückwand. Auf diese Weise wird der Buckel geschickt geschluckt.
    Zuletzt geändert von Chaomaniac; 05.11.2014, 12:12. Grund: Ergänzungen/Korrekturen

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  • boeserody
    antwortet
    Gute Idee

    Ich finde es gut, sich einmal etwas anzuhören und zu messen, was eigentlich ( nach einigen Aussagen her ) gar nicht so funktioniert.

    Am Ende kommt das wichtigste heraus : Der Lautsprecher klingt gut.

    Und dieses sollte man auch mal so hinnehmen.

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  • F.H.
    hat ein Thema erstellt Breitbandbox mit BG 20 - Hörbericht und Messungen.

    Breitbandbox mit BG 20 - Hörbericht und Messungen

    Nachdem es in dem Thread Erfahrungsaustausch Breitbänder hoch hergegangen ist, wollte ich doch mehr über diese Box wissen. Ich bin also jagisagis Einladung gefolgt und habe ihn am letzten Wochenende besucht. Um nicht von Messergebnissen beeinflusst zu werden, haben wir erst mal mit dem Hören angefangen. Die Boxen standen jeweils ca. 1 m von der Rückwand und den Seitenwänden des Raumes entfernt. Ich saß auf einem Sofa im Abstand von ca. 3 m. Das Wohnzimmer ist sehr üppig möbliert, was immer günstig für die Akustik ist.

    Jürgen spielte audiophile CDs mit Jazz, Pop und Rock über einen Transistorverstärker ab. Das Erste, was mir auffiel, war die präzise Ortung und die völlig Loslösung des Klangs von den Boxen. Das bin ich von Breitbändern gewohnt, wenn gute Aufnahmen wiedergegeben werden. Ein stark bedämpfter Hörraum tut das Seinige dazu. Insgeheim hatte ich ja Bedenken, wenn jemand ohne Messtechnik ganz allein ein Box entwickelt. Aber das war hier unbegründet, alles klang stimmig und ich hatte nichts zu meckern. Eine CD hatte ich mitgebracht und zwar meine Referenz "Amanda McBroom", die ich seit Jahrzehnten zum Testen von Boxen verwende. Die Musik ist mir zwar ein bisschen zu schnulzig, was zum Testen aber eher gut ist, wenn man sich nicht von seiner Lieblingsmusik mitreißen lässt. Also Amanda zeigt mir dann, dass die tonale Balance in Ordnung war, aber im Tiefbass etwas fehlte. Eins muss ich noch hervorheben: Jürgen hat es perfekt geschafft, die Hochtöner ohne Bruch an den BG 20 zu koppeln. Der Hochtonbereich klang präsent, aber seidig und nie scharf. Ohne Messtechnik, nur mit Boxsim simuliert und nach Gehör - alle Achtung!

    Und nun zu den Messungen: Wir haben die Boxen an derselben Stelle stehend im Abstand 1 m und 3 m (am Sofa) gemessen. Mein Mikro (8 mm Elektretkapsel) ist zwar kalibriert, aber da ich die Spannung an den Boxen nicht richtig messen konnte, sind die Messungen nicht auf 1 W bezogen. Ich habe keinen Zweifel, dass der Schalldruckpegel bei 90 dB/2,83 V liegt. 90 dB wäre uns aber zu laut gewesen, weshalb wir mit weniger Pegel gemessen haben. Wer schon mal Messungen im Raum ohne Fensterung (alle Raumresonanzen einbezogen) gemacht hat, der sieht, dass die Kurven recht ausgeglichen sind. Der ganz leichte Abfall zu den Höhen hin muss sein (anders als im Messraum). Bei 30 Hz in 3 m Abstand ist tatsächlich Pegel vorhanden, wie Jürgen schon berichtet hatte. Es handelt sich um eine Raumresonanz, was schon in dem anderen Thread richtig vermutet wurde. Nur der Bass im Bereich 50 Hz könnte stärker sein. Jürgen ist den Kompromiss bewusst eingegangen, weil er auf den Wirkungsgrad nicht verzichten wollte, wegen seiner kleinen Röhrenendstufe mit 2 x 4 W. Die habe ich auch kurz gehört. Der Klang war sehr gut. Ob er besser ist als mit dem Transistor kann ich nicht sagen. Da müsste man einen sorgfältigen A-B-Vergleich machen. Auf jeden Fall war die max. Lautstärke für mich mehr als ausreichend. Wenn Jürgen Tiefbass haben will, schaltet er den aktiven 18"-Sub dazu. Das haben wir aber nicht gemacht, weil mir eigentlich nur bei der Amanda etwas Bass gefehlt hat.

    Egal, ob die Gehäusekonstruktion im Bass optimal ist oder noch verbessert werden kann, kann ich sagen, das Hören hat richtig Spaß gemacht.
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