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Löten von Kabel

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  • Reim
    Registrierter Benutzer
    • 29.06.2001
    • 1496

    Löten von Kabel

    Hallo zusammen

    ich möchte mit euch meine Beobachtung teilen, es geht um das Löten von Kabel im Lautsprecherbau.

    Für mich stets klar, eine saubere Lötverbindung ist alternativlos, egal ob es um das Kabel am Terminal, an der Weiche oder am Chassis geht.

    Meine mehr als 10 Jahre alte Concerto (Link: https://forum.visaton.de/forum/galer...-und-scanspeak) fiel im Klangtest gegenüber meiner neuen Konstruktion der Animo (Link: https://forum.visaton.de/forum/galer...-und-2x-ke25sc) stets zurück, egal was ich hörte. Die Concerto klang im Vergleich eher matt und unaufgelöst und mittenbetont, wenig druckvoll und undynamisch.

    Ich konnte es mir nicht erklären und ging auf die Suche.

    Hier ein paar Bilder meiner Analyse:

    Kabellötstelle am Terminal:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Löten_2.jpg Ansichten: 0 Größe: 296,1 KB ID: 734892

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Löten_5.jpg Ansichten: 0 Größe: 290,7 KB ID: 734896

    Kabellötstelle am TI100:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Löten_1.jpg Ansichten: 0 Größe: 415,9 KB ID: 734893

    Kabel am Bananenstecker zum TIW250XS:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Löten_3.jpg Ansichten: 0 Größe: 203,0 KB ID: 734894

    Dann habe ich mir die einzelnen Litzen angesehen:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Löten_4.jpg Ansichten: 0 Größe: 220,0 KB ID: 734895

    Im Ergebnis musste ich eine starke Korrosion feststellen, die jede Litze erreichte, die sich schwarz verfärbte und die Isolation zeigt eine grüne Verfärbung.

    Ich benutzte für die Innenverkabelung das Oehlbach von der Rolle. Es gab Kabelanschlüsse die mehr und welche die weniger verfärbt und befallen waren, einige wenige sogar ohne Befund.

    Aber eines bin ich mir sicher, dass keiner von uns hier ein solch verfärbtes und durch Korrosion beschädigtes Kabel je an einem Chassis anlöten würde und auch dass klar ist, dass ein so "durchkorrodiertes" Kabel nichts mit gutem Leitvermögen zutun hat, Kupfer-Oxyd hat andere elektrische Eigenschaften als blankes Kupfer.

    Aber woran liegt es, dass gerade der Bereich unmittelbar hinter der Lötverbindungen beginnt so stark zu korrodieren?

    Hierzu habe ich 2 Erklärungen, zum einem liegt es an der Ummantelung, die beim Löten erhitzt wird und so Weichmacher austreten, die die Kupferlitzen angreifen und zum anderen kann es am Lötzinn bzw dem Flussmittel liegen, welches sauer sein kann und durch die Kapillarwirkung in das Kabel aufgesogen wird und dann mit dem Kupfer über die Zeit reagiert.


    Für mich abgeleitete Maßnahmen, wie gehe ich zukünftig damit um:

    1. Nun weiß ich nicht mehr, mit welchem Lot ich damals vor 12 Jahren gelötet habe, aber heute achte ich auf no-clean Flussmittel, mit neutralem pH Wert, welches nicht korrosiv wirkt.

    2. Lötzinn mit möglichst geringer Schmelztemperatur, unter 200Grad, verwenden.

    3. Beim Löten achte ich auch auf möglichst geringe Temperatur und eine möglichst kurze Lötzeit, sodass das Kabel nicht zu stark und nicht zu lang erhitzt wird, ein Grund Kabel mit großen Querschnitten hier beim Löten zu meiden.

    4. Am massiven Terminal, wo Löten nur mit hoher Temperatur und/oder langer Lötzeit gelingt, eher auf ein schraubbares zu setzen und das Kabel sauber crimpen und mit Aderendhülse verschrauben.

    So ging ich bei der Concerto nun vor und habe sie einer gründlichen Revision unterzogen, alle Kabel entsprechend gekürzt und neu verlötet, das Terminal neu eingesetzt und die Kabel dort solide verschraubt.

    Viele Grüße Reim







    Viele Grüße

    vom Reim
  • yoogie
    Registrierter Benutzer
    • 16.03.2009
    • 5923

    #2
    Und, klingt es wieder „sauber“?
    An gebrauchten Weichen habe ich auch schon mal so grüne Kabel gefunden, fand ich auch merkwürdig.
    Bis jetzt habe ich immer Elektroniklot 60/40 mit Flußmittelseele genommen und hoffe das bei allen Lautsprechern sowas nicht auftritt. Möchte die aber auch nicht aufschrauben und nachsehen. Gefunden bei gelegentlichen Änderungen habe ich jedenfalls nichts dergleichen.
    Viele Grüße aus dem Bergischen Land
    Jörg

    Ab jetzt auch wieder Yamaha, ohne Kickstarter und breitem Lenker

    Kommentar

    • Burns
      Registrierter Benutzer
      • 08.12.2008
      • 1353

      #3
      Interessant, Kupfer und Zinn ergibt Bronze, das korridiert dann grün - ist mir dazu eingefallen.
      Mit welchen Temperaturen lötest du / gehe davon aus das die Lötstellen in Ordnung waren und kein Temperaturanstieg bei hohen Leistungen waren.
      Hab ich noch nie gesehen.
      Und 12 Jahre ist auch keine Zeit.
      Abgesehen von der grünen Verfärbung ist es ja generell ein Problem das die Kupferoberfläche wo am meisten Strom fließt korridiert.

      Kommentar

      • walwal
        Registrierter Benutzer
        • 08.01.2003
        • 28749

        #4
        PVC-Ummantelung. PolivinylCHLORid. Enthält Chlor, reagiert mit Kupfer....
        „Audiophile verwenden ihre Geräte nicht, um Ihre Musik zu hören. Audiophile verwenden Ihre Musik, um ihre Geräte zu hören.“

        Alan Parsons

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        • goofy_ac
          Registrierter Benutzer
          • 17.02.2018
          • 1225

          #5
          …und das ergibt Grünspan. Das Thema hatte ich vor einigen Jahren hier schonmal erwähnt. Der Grünspan war bei meinen alten (20+) 5m Lautsprecherkabeln allerdings auf voller Länge, nicht nur in der Nähe der Lötstellen. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Salze … spielt alles mit rein. Wie Walwal schon sagte, ich finde das isolierende Material unglücklich gewählt. Stinknormale Netzkabel / Litzen weisen die gleiche Alterung auf…
          Für meine „guten“ Boxen bin ich umgeschwenkt auf 2.Wahl versilberte Litzen, die sind nach wie vor blitzblank. Der reguläre Preis bei Neuware allerdings… da könnte man auch öfters Kupferkabel wechseln
          Um den von den Lötstellen ausgehenden Effekt zu verlangsamen, würde ich mir überlegen, die freien, verlöteten Enden satt mit Plastik 70 - Spray von Kontaktchemie zu versiegeln, das Zeug wirkt Wunder

          Viele Grüße - Axel

          Kommentar

          • walwal
            Registrierter Benutzer
            • 08.01.2003
            • 28749

            #6
            https://de.rs-online.com/web/p/audiokabel/2152398

            Zum Beispiel könnte man das nehmen, ist Halogenfrei.


            Zuletzt geändert von walwal; 17.02.2026, 10:10.
            „Audiophile verwenden ihre Geräte nicht, um Ihre Musik zu hören. Audiophile verwenden Ihre Musik, um ihre Geräte zu hören.“

            Alan Parsons

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