ich möchte mit euch meine Beobachtung teilen, es geht um das Löten von Kabel im Lautsprecherbau.
Für mich stets klar, eine saubere Lötverbindung ist alternativlos, egal ob es um das Kabel am Terminal, an der Weiche oder am Chassis geht.
Meine mehr als 10 Jahre alte Concerto (Link: https://forum.visaton.de/forum/galer...-und-scanspeak) fiel im Klangtest gegenüber meiner neuen Konstruktion der Animo (Link: https://forum.visaton.de/forum/galer...-und-2x-ke25sc) stets zurück, egal was ich hörte. Die Concerto klang im Vergleich eher matt und unaufgelöst und mittenbetont, wenig druckvoll und undynamisch.
Ich konnte es mir nicht erklären und ging auf die Suche.
Hier ein paar Bilder meiner Analyse:
Kabellötstelle am Terminal:
Kabellötstelle am TI100:
Kabel am Bananenstecker zum TIW250XS:
Dann habe ich mir die einzelnen Litzen angesehen:
Im Ergebnis musste ich eine starke Korrosion feststellen, die jede Litze erreichte, die sich schwarz verfärbte und die Isolation zeigt eine grüne Verfärbung.
Ich benutzte für die Innenverkabelung das Oehlbach von der Rolle. Es gab Kabelanschlüsse die mehr und welche die weniger verfärbt und befallen waren, einige wenige sogar ohne Befund.
Aber eines bin ich mir sicher, dass keiner von uns hier ein solch verfärbtes und durch Korrosion beschädigtes Kabel je an einem Chassis anlöten würde und auch dass klar ist, dass ein so "durchkorrodiertes" Kabel nichts mit gutem Leitvermögen zutun hat, Kupfer-Oxyd hat andere elektrische Eigenschaften als blankes Kupfer.
Aber woran liegt es, dass gerade der Bereich unmittelbar hinter der Lötverbindungen beginnt so stark zu korrodieren?
Hierzu habe ich 2 Erklärungen, zum einem liegt es an der Ummantelung, die beim Löten erhitzt wird und so Weichmacher austreten, die die Kupferlitzen angreifen und zum anderen kann es am Lötzinn bzw dem Flussmittel liegen, welches sauer sein kann und durch die Kapillarwirkung in das Kabel aufgesogen wird und dann mit dem Kupfer über die Zeit reagiert.
Für mich abgeleitete Maßnahmen, wie gehe ich zukünftig damit um:
1. Nun weiß ich nicht mehr, mit welchem Lot ich damals vor 12 Jahren gelötet habe, aber heute achte ich auf no-clean Flussmittel, mit neutralem pH Wert, welches nicht korrosiv wirkt.
2. Lötzinn mit möglichst geringer Schmelztemperatur, unter 200Grad, verwenden.
3. Beim Löten achte ich auch auf möglichst geringe Temperatur und eine möglichst kurze Lötzeit, sodass das Kabel nicht zu stark und nicht zu lang erhitzt wird, ein Grund Kabel mit großen Querschnitten hier beim Löten zu meiden.
4. Am massiven Terminal, wo Löten nur mit hoher Temperatur und/oder langer Lötzeit gelingt, eher auf ein schraubbares zu setzen und das Kabel sauber crimpen und mit Aderendhülse verschrauben.
So ging ich bei der Concerto nun vor und habe sie einer gründlichen Revision unterzogen, alle Kabel entsprechend gekürzt und neu verlötet, das Terminal neu eingesetzt und die Kabel dort solide verschraubt.
Viele Grüße Reim

Mit welchen Temperaturen lötest du
Kommentar