Nahfeldmessungen haben imo bei so großen Membranen, die außerdem im Nutzbereich partialschwingen, kaum Aussagekraft. Anlage 2 zeigt eine Messung in 2 cm Abstand.
Anlage 1 ist eine Messung in 25 cm Abstand, ungefenstert und 1/24-geglättet. Raumeinflüsse sollten bei dem nahen Abstand nur noch wenig zum Tragen kommen. Auch hier ist der Peak deutlich sichtbar.
Aber du hast wahrscheinlich recht, dass der in der Praxis sowieso keine Rolle spielt. Hat mich nur gewundert, wo Chaomaniac meinte, dass es den bei ihm nicht gab.
Eines hab ich gelernt: Das Messen einzelner Chassis mit passiver Entzerrung kann zu Trugschlüssen führen, wie hier.
In der Anlage jetzt Messungen der "nackten" B200 (also ohne das passive Entzerrnetzwerk) in ihren Gehäusen. 25 cm Messabstand, nicht gefenstert, 1/24-Glättung. Wie man sieht, gibts den Peak bei 750 hz nicht (kaum).
Vielmehr ist bei 500 hz eine Senke (außerdem die einzige Stelle, wo die beiden Treiber etwas stärker voneinander abweichen). Den 1,5-kHz-Peak aus dem Visaton-Datensatz gibts zumindest bei diesen Exemplaren nicht, bzw. nur viel schwächer ausgeprägt. Der zugehörige Saugkreis erweckte dann zusammen mit der 500hz-Senke den Eindruck eines Peaks bei 750 hz.
Der B 200 ist in seinen F-Gang-Werten etwas eigenwillig, von Exemplar zu Exemplar, vieleicht ändert sich der auch mit der Zeit/Klima?
Nimmt man jetzt eine Regelung (aktiv oder passiv), die etwas daneben liegt, kommt so was raus. Also Messen und dann korrigieren, am besten mit PEQ. Wenn das nicht geht, die passiven Teile anpassen, bis es klappt.
Hmm, die andere Schallwandgestaltung halte ich als Ursache eher unwahrscheinlich... Der B200 bündelt so stark, dass er die Schallwand kaum "sieht".
Täusch Dich da mal lieber nicht, die "richtige" Bündelung fängt erst oberhalb 1 kHz an.
Kammer-Resonanzen[...] müsste ich ja dann eigentlich auch in der Impedanzmessung sehen, oder?
Ja.
Der B200 wird von einer kleinen Matte Sonofil "geschützt", der Rest des Gehäuses ist relativ dicht mit Schafwolle gepackt, sollte also eigentlich schon ganz gut bedämpft sein.
Auch ja. Damit dürfte dieses Thema ziemlich vom Tisch sein.
Zitat von walwal
...
Wenn es Kanteneffekte sind, müssten die weggehen, wenn man die Kanten verändert mit Absorbern oder Holzplatten.
...
Oder einfach die andere B 200 Box oben bündig drauf stellen, um die kurze Schallwand zu verlängern. Wie machst Du eigentlich Deine Messungen? Steht da die B 200 Box auf dem Bassabteil oder auf einem Ständer?
Zitat von Violoncello
... (außerdem die einzige Stelle, wo die beiden Treiber etwas stärker voneinander abweichen)
Das entspricht auch wieder meinen Messungen. Hier mal meine beiden Messungen ohne Weiche, Nah- und Fernfeld montiert, in Boxsim importiert:
Den 1,5-kHz-Peak aus dem Visaton-Datensatz gibts zumindest bei diesen Exemplaren nicht, bzw. nur viel schwächer ausgeprägt.
Nicht nur bei diesen Exemplaren, auch bei anderen. Hatte schon mehrere vor dem Mikro.
Der zugehörige Saugkreis erweckte dann zusammen mit der 500hz-Senke den Eindruck eines Peaks bei 750 hz.
Die Senke bei 500 Hz kann ich nun auch wieder nicht in meinen Messungen wiederfinden (siehe Anhang oben). Seltsam das.
Hast Du mal bei der Messung die Mikrofonkorrektur deaktiviert? Vielleicht ist ja bei der Kalibrierung was schief gelaufen.
An irgendetwas muss es ja liegen. Die Unterschiede zu meinen Messungen sind ja nun doch nicht so klein.
P.S. nutze bitte auch bei den näheren Messungen mal die Fensterung, die beisst nicht!
P.P.S. schick mir mal ein *.pir-file, wie ich Dir per PM schon geschrieben habe!
Zitat von Violoncello
Ok, mag sein.
Aber: Bei Software-Lösungen ist man immer auf kompatible Wiedergabeprogramme angewiesen; wenn ich nun ein Youtube-Video ansehen will, hab ich schon ein Problem. Vielleicht kein unlösbares, aber eines, was mich vermutlich ein paar Stunden Arbeit kostet. Spätestens bei 5.1 kriegt man graue Haare bis man da was zum Laufen bekommt .
Wenn man die Abweichungen zwischen unseren Messungen betrachtet, sind diese bei 500 Hz und bei 750 Hz vorhanden. Ahnen kann man auch bei 250 Hz und bei 1 kHz etwas.
Mit etwas Fantasie hönnte man da einen Kammfiltereffekt bei Dir vermuten mit einer Basisfrequenz von 250 Hz. Die Halbwelle dieser Frequenz ist kanpp 70 cm lang...
Passt da in Deiner Messumgebung etwas zu diesem Maß?
Danke, diesesmal hat's geklappt mim Versand!
Hab gleich mal in Boxsim die Kurven Deiner Messung über meine gelegt:
Bekräftigt irgendwie meine Theorie aus Post #36.
Da Kammfilter normalerweise mit sehr tiefen Kerben einhergehen, tippe ich mal darauf, dass die verursachende Reflexion schon bedämpft ist.
Aber egal wie ich die Messung fenstere, ich komm nicht drauf.
An der Mikrofonkorrektur liegt's zumindest nicht, denn die hab ich ja nicht.
Erstma fettes Dankeschön für deine kompetente Hilfestellung! Wenn man zum ersten Mal ernsthaft misst gibts leider massig Stolpersteine .
Ich habe die Messungen nochmal weiter in der Mitte des Raumes wiederholt... gibt schon leichte Unterschiede, aber leider nicht an den von dir vermuteten Stellen. Hab dir die Impulsantwort nochmal geschickt.
70 cm Abstand zu irgendwas kommen jetzt sicher nicht mehr vor. Vom B200 zum Boden wärens etwa 95 cm. Testweise hab ich mal auf dem Boden-Spiegelpunkt etwas Absorptionsmaterial aufgestapelt, gab keinen Unterschied in der Messung.
Außerdem habe ich wie von dir vorgeschlagen die Schallwand nach oben verlängert (durch Draufstellen des 2. B200-Gehäuses) und gemessen (Anlage). Erwartungsgemäß etwas mehr Bass/Grundton. Und: Etwas weniger Pegel um 1 kHz, offenbar Kantenreflexionen (Mist, du hattest wieder recht ). Allerdings entfernt sich das Ganze dadurch noch ein Stückchen von deiner Messung.
Hab mal Deine beiden Messkurven in Boxsim dargestellt, incl. der Weiche.
Wir könnten jetzt noch ewig so weiter machen, Du könntest mir noch die Korrekturdatei Deines Mikros schicken, damit ich sehe was Du sehen kannst (würde mich aber trotzdem interessiern), aber zielführend wird das eher nicht sein.
Deine Messungen sind genau genommen nicht sehr stark von meinen abweichend. Die kleine Welligkeit lässt das ganze ärger aussehen, als es wirklich ist.
Doch bestätigen Deine Messungen quasi auch die Korrekturschaltung, mit der ich gehört habe, bevor Du die Boxen abgeholt hast.
Hier mal Deine neue Messung und meine incl. meiner Korrekturschaltung:
Und nochmal das selbe mit Origainalkorrektur:
Ergo:
Wenn's Dir klanglich gefällt, einfach so lassen und die Unebenheiten Unebenheiten sein lassen; falls Dir der Präsenzberich zu matt, der Hochton zu schrill (die Stelle bei 8 kHz hat mich tierisch genervt) und der Superhochton zu wenig ist, bei mir nach der alten Korrektur fragen.
Edit: Die Abweichungen im Hochton werden durch die Kompensationsdatei von Violoncellos Mikrofon, die ich mitlerweile erhalten habe, vollständig egalisiert. Seine und meine Messungen sind ab 2 kHz als deckungsgleich zu betrachten. Ab dieser Frequenz spielen auch die unterschiedlichen Abmaße der Schallwände keine Rolle mehr.
Zuletzt geändert von Chaomaniac; 03.07.2011, 23:42.
Wir könnten jetzt noch ewig so weiter machen, Du könntest mir noch die Korrekturdatei Deines Mikros schicken, damit ich sehe was Du sehen kannst (würde mich aber trotzdem interessiern), aber zielführend wird das eher nicht sein.
Zielführend wars auf jeden Fall, da ich nun sicher sein kann, dass ich keinen kompletten Blödsinn messe.
Davon ausgehend kann ich jetzt in andere Richtungen experimentieren. Z.B. Andere Korrekturschaltung (deine alte würd mich interessieren wie die aussah), oder dann ganz ohne passive Korrektur die param-EQ-Fähigkeiten des KX-DSP mal auschecken. Oder die Idee mit dem Koax weiterverfolgen...
... oder dann ganz ohne passive Korrektur die param-EQ-Fähigkeiten des KX-DSP mal auschecken.
...
DAS hört sich sinnvoller an, als die zusätzlichen Teile für eine andere Korrekturschaltung zu kaufen, von der Du noch nicht mal weißt, ob's besser wird.
Ich werde das Projekt auf jeden Fall weiterhin verfolgen.
Ich hoffe für Dich, Du wirst zufriedener mit den B 200 als ich.
Die meisten Testhörer empfanden Lautsprecher mit starker Richtcharakteristik schlechter als breiter abstrahlende. Es fehlte der räumliche Klangeindruck.
„Audiophile verwenden ihre Geräte nicht, um Ihre Musik zu hören. Audiophile verwenden Ihre Musik, um ihre Geräte zu hören.“
• ’’Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen. ‘‘ George Orwell
• „Niemand ist frei, der nicht über sich selbst Herr ist. ‘‘ Matthias Claudius. deutsch ohne "sz" ABER mit fehler, tchüss! Jean-Marc.
Ein WG macht die Abstrahlung nur in den Bereichen schmäler, wo sie zu breit war. Insgesamt ist ein LS mit WG immer noch breitstrahlend, aber gleichmäßiger. Daher klingt der LS besser als ohne WG.
„Audiophile verwenden ihre Geräte nicht, um Ihre Musik zu hören. Audiophile verwenden Ihre Musik, um ihre Geräte zu hören.“
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