Diese Wattangeben sagen nicht, wie laut sie sind, sondern wieviel sie abkönnen.
In der Regel wird eine Frequenzweiche so abgestimmt, daß immer alle zueinander passend gleich laut spielen.
Leider kann man nicht einfach 3 Membranen, eine Standardweiche und eine Holzschachtel nehmen und schon hat man eine funktionierende Box. Das ist viel viel viel schwieriger.
Ich würde dir deswegen dringendst empfehlen, dir hier http://www.visaton.de/deutsch/uebersicht/6.html einen Bausatz auszusuchen und den dann zu bauen, sonst wärst du sicher sehr enttäuscht.
Dann verstehst du ganz schnell, wo so die Probleme liegen und warum es so nicht gehen kann. Man kann es auch sehr gut ohne Mathe/Physik-studium vetrstehen.
Erstmal ein herzliches Wilkommen im Forum. Neue Interessenten für Boxenselbstbau sind immer gerne gesehen (gelesen).
Universalweichen wie die HW3/80NG-8 sind Boxenbau auf niedrigstem Niveau. Ich meine, dafür lohnt die Arbeit nicht.
Am meisten stört mich an den Dingern, dass nicht mal publiziert ist, welche Bauteile denn nun genau enthalten sind. Daher kann dir auch niemand vorher sagen, wie das Ergebnis klingen wird. Es ist völlig unmöglich, eine Weiche zu bauen, die 3 beliebige Chassis zu einem harmonischen Klangbild zusammenfügt.
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten zu einer sinnvollen Weiche zu kommen:
1. Offiziellen Bauvorschlag oder anderweitig "nachgemessenen" Bauplan verwenden. Neben denen auf der Visaton-Homepage finden sich hier im Forum im Unterforum "Weitere Bauvorschläge und Modifikationen" einige interessante Konstrukte. Die "Galerie der Projekte" gibt auch manches her, allerdings z. T. ohne vollständige Dokumentation.
2. Selbst eine Weiche entwickeln. Bei dem heutigen Stand der Simulationstechnik ist hier selbst ein erster Entwurf auf jeden Fall um Klassen besser als eine Universalweiche. Hier musst du aber mit kleinen Nachbesserungen nach erstem Hören und/oder Messen rechnen.
Wenn du Probleme mit der Simulation hast, kann dir hier geholfen werden.
Zu den Belastbarkeitsangaben: Sie werden ermittelt, indem das Chassis in einen schalldichten Raum gesperrt wird und über eine definierte Weiche mit rosa Rauschen belastet wird. Hält das Chassis diese Tortur über xx Stunden aus, dann hat es diese mindestens diese Belastbarkeit. Für diese Angabe ist es völlig unerheblich, wie laut das Chassis spielt und wie es bei dieser Belastung klingen würde, es darf bloß nicht kaputt gehen.
Zu deiner Kombination:
Man kann damit was machen, mit passender Weiche und passendem Gehäuse wird daraus eine ansprechend klingende Box. Trotzdem nochmal zwei Gedanken:
1. Der HT eignet sich nur für recht hohe Trennungen, selbst ein SC10N oder eine DT94 wäre hier flexibler und würde im oberen Mitteltonbereich sicherlich eine Verbesserung darstellen.
2. Für eine Dreiwege-Box ist das Ding sehr wenig pegelfest. Diese Aussage gilt auch relativ zum Preis. Möglichkeiten, dies zu verbessern wären:
- MT wird auch W130S und dann 2 1/2-Wege-Weiche, also die beiden W130S nur nach oben unterschiedlich getrennt. Anderer Hochtöner wäre dann allerdings fast Pflicht.
- Zweiwegig bauen wie Alto I/II
- Zusätzlicher W130S im Baß (Doppelbestückung)
Außerdem noch ein paar "Standardfragen":
- Wie groß ist der Raum?
- Wie laut wird gehört?
- Wird ausschließlich am optimalen Hörort gehört?
- Wie groß dürfen die Boxen werden (ca.-Angaben in cm Außenmaß)
- Wie teuer dürfen Chassis und Weiche pro Box etwa werden?
Boxsim ... wenn Lautsprechersimulation gelingen soll.
Die Boxen sollten schon etwas aushalten können, ich will aber auch keinen Hörsturz davon bekommen. der Hörraum ist variabel, wie auch die Positon des Hörers.
Ich hab mir das Handbuch der Lautsprechertechnik von Visaton besorgt. Wie gesagt, liegt mein letzter Physikunterricht länger zurück, so dass ich mit den technischen Erklärungen nicht sehr viel anfangen konnte.
Zu den geplanten Boxen:
Ich wollte einmal eine Dreiwege-Bassreflexbox 63.8x23.8x30cm und eine Dreiwege-Regalbox 42,8x19,8x25cm (HxBxT, je zwei Stück) nach den Schemen im Handbuch bauen. Die Tiefe ist etwas länger, da ich ein Metallschutzgitter vor die Speaker setzen möchte und dieses versenkt sein soll. Die passenden Volumen zu den jeweiligen Speakern habe ich bereits errechnet und dazu passende Bauanleitungen angefertigt (Old-School-mässig mit Stift auf Papier...). Das sind dann auch Boxen, die mir im Endeffekt gefallen. Das Handwerkliche ist nicht wirklich mein Problem, sondern der richtige Anschluss der Speaker in den Boxen.
das Problem ist weniger das Gehäuse, sondern sind die Lautsprecher...
Mit Deiner Wahl wirst Du auf dauer nicht glücklich werden;, schon gar nicht mit der von Dir ausgesuchten Fertigweiche!
Der Tip , Dir einen Deinen Gehäusegrößen entsprechenden Bauvorschlag auszusuchen und nachzubauen, ist ein sehr gut gemeinter!
Um überhaupt etwas vernünftiges aus den von Dir ausgesuchten Lautsprecherchassis zu machen; müßtest Du Dich in Boxsim einarbeiten, um die Weiche entsprechend hin zu bekommen....
Andererseits ist die Wahl W130S /W100S etwas unglücklich; die von Uwe empfohlene Kombination aus 2xW130 mit unterschiedlichen Trennfrequenzen ist plausibler.
Ich kenne zwar das Handbuch der Lautsprechertechnik nicht, aber wenn für den W130S diese gehäuseabmaße empfohlen sind, ok. Ansonsten wäre es ein ziemliches risiko, einfach so ein Gehäuse zu bauen, was zwar optisch gefällt aber die Chassis passen nicht dazu....
Man muss sich schließlich auch nicht sklavisch an einen Buasatz halten. Das Design des Gehäuses kann durchaus verändert werden, so lange mindestens Gehäusebreite und Volumen unverändert bleiben.
Die Alto Line scheint eine gute Einstiegsdroge zu sein, wird sicher gut klingen. Recht lebendig durch den etwas vorwitzigen Hochtöner.
Wenn noch zwei etwa gleich klingende Regalboxen benötigt werden, halte ich es für möglich, den Bausatz Alto Line einfach in geschlossene Gehäuse des halben Volumens zu bauen, womit dann einfach der Bass weniger Tief, aber noch laut genug sein sollte.
Der zuerst angedachte Hochtöner SC5 ist nur für PC-Böxlein und ähnliches Spielzeug empfehlenswert. Da er überhaupt erst ab 5kHz anwendbar ist, auch wirklich nur als Superhochtöner zu Breitbändern oder kleinen Mitteltönern.
Ich wünsche auf jeden Fall maximalen Erfolg beim Boxenbau!
Grüße.
Frank.
PN-Box ist voll, bei Bedarf E-Mail: Frankynstone(ätt)gmx(punkt)de
Offen bleibt:
- Wird ausschließlich am optimalen Hörort gehört?
- Wie teuer dürfen Chassis und Weiche pro Box etwa werden?
Da du zwei Paare bauen möchtest:
- Soll das eine Art Heimkino werden oder stehen sie in verschiedenen Räumen?
- Sollen die beiden die gleiche Chassisbestückung bekommen? Wenn ja, warum?
Die Alto Line ist allerdings eine zur ursprünglichen Kombination geradezu diametrale Empfehlung. Da hat Pegelfestigkeit auf der Anforderungsliste sicherlich sehr weit oben gestanden. Abgesehen davon auch nicht mehr ganz die gleiche Preisklasse - trotz nur 2 Wegen.
Boxsim ... wenn Lautsprechersimulation gelingen soll.
Der Hörort ist schon als sehr variabel anzusehen. Das preisliche Maximum sollte so bei circa 100 Euro pro Box liegen ( +/- ein paar Zerquetschte). Die ganue Idee ist schon als eine Art Heimkino anzusehen (möchte endlichmal meinen Receiver mehr auslasten!)
Ich dachte, dass ich bei den kleinen Boxen Hochtöner (statt SC5 schau ich mal nach einem anderen), Mitteltöner (W100S-8 gedacht, könnte aber auch W130S-8 werden und als Tieftöner den W130S-8. Bei den Standboxen wollte ich die oben genannte Kombination an sich beibehalten, nur einen W170S-8 als Tieftöner verwenden. Als Material wollte ich 19mm dicke MDF-Platten verwenden.
Schon mal vielen Dank für die bisherigen Tipps, ich freue mich auf weitere.
Gruß, der Ralf
Ich hab's befürchtet. Ich fordere das auch immer von meinen Boxen und das macht die Sache leider nicht einfacher. Es gibt eine Menge preiswerter Boxen, die optimal ausgerichtet ein wunderschönes Klangbild zaubern, aber wenn man nur mal aufsteht verändert sich die Klangfarbe schon merklich. Die Alto Line ist damit jedenfalls aus dem Rennen, wenn überhaupt W170S zweiwegig, dann Morion oder ähnliches.
Meiner Erfahrung nach ist für eine Box, die in unterschiedlichen Entfernungen und Ohrhöhen möglichst gleich klingen soll, ein möglichst geringer Abstand MT (bzw. TMT beim 2-Weger) zu HT sowie eine möglichst tiefe Trennfrequenz absolut unverzichtbar. Damit sind leider fast alle billigen HTs aus dem Rennen. Die SC4ND wäre erste Wahl, als Notlösung ginge die SC10N. Die SC10N ist theoretisch sehr tief trennbar, am unteren Ende aber wohl recht toleranzbehaftet, deshalb auch von Visaton die Empfehlung ab 3000 Hz, die müsste man dann halt ignorieren.
Ich habe für meine Tochter mal einen kleinen 2-Weger mit W130S + SC4ND gebaut und letzt festgestellt, dass ich ihn noch gar nicht publiziert habe. Die Abmessungen und die Weiche werde ich demnächst mal schnell in der Galerie bekannt geben. Die Box klingt sehr schön, ist im Baß aber leider wenig pegelfest.
@alle: Was haltet ihr von folgender Idee:
Hinten W130S + SC4ND
Vorn W170S + W130S + SC4ND mit tiefer TT-MT-Trennung
Taugt das was, 2-Weger mit 3-Weger zu kombinieren? Bei Vox und Couplet wird's doch eigentlich auch gemacht.
Boxsim ... wenn Lautsprechersimulation gelingen soll.
Tiefere Trennung macht eben andere Bündelugnseigenschaften und somit auch leicht anderen Klang. Theroetisch ist das natürlich nicht optimal, praktisch unkritisch und unter dem Aspekt der Raumakustik/Aufstellung ganz egal.
Aria und Classic200 machen ja prinzipiell in er Kombination den gleichen "Fehler", der Klang war ausgezeichnet.
Ich hätte keine Bedenken bei diesem Projekt, rate aber wie immer dringendst vom Einsatz der SC10N ab. Die SC4ND kenne ich nicht, sie kann aber eigentlich nur besser sein.
-> Das wird eine solide, günstige Konstruktion die gut klingen wird. Nicht mehr und nicht weniger. Ich würde sogar den Einsatz des W100S in der 3-Wege Box andenken. Wie ich ihn in Erinnerung habe, klingt er noch etwas feiner als der W130S.
Die Empfehlung für den SC10N war auch nur für den äußersten Notfall. In der Preisklasse gibt's halt nichts Besseres für tiefe Trennung. Die SC4ND spielt in einer ganz anderen Liga.
Die tiefe Trennung für den 3-Weger hatte ich eigentlich hauptsächlich deshalb angedacht, weil ich sonst aufgrund unterschiedlichem Phasen/Zeit-Verhalten der Fronts zu den Rears Ortungsprobleme vermutet habe. Der Spielraum bei W170S auf W130S oder W100S ist da ja ziemlich groß.
Boxsim ... wenn Lautsprechersimulation gelingen soll.
Gefällt mir persönlich gut. Die Frontboxen sind dann praktisch Satelliten mit eingebautem Subwoofer ja, sowas in der Art.
Macht die SC10N nicht schlechter, als sie ist, da kommt schon HiFi raus. Etwas schönfärberisch, hat nicht die beste Auflösung, klingt leiser, als es die Simulation erwarten ließe. Und trotzdem, mir hat es Spaß gemacht, mit ihr zu basteln. SC4ND kenne ich auch nicht persönlich.
PN-Box ist voll, bei Bedarf E-Mail: Frankynstone(ätt)gmx(punkt)de
Das Volumen für den W130S ist dort mit 13,3 Liter natürlich sehr üppig. Für Rears würde ich eher so 4 Liter vorschlagen, dann ist die Pegelfestigkeit auch etwas besser.
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