Also die Simu mit 1400 uF in 20l habe ich bereits in BoxSim simuliert (siehe erste Seite). Wollte nur nochmal nachhaken ob der Wert angemessen ist, von der Simu her sieht es gut aus.
Genau, deshalb die Verdoppelung (bin jedoch von 700 statt 800 ausgegangen, werde das mal in der Simu überprüfen).
Nochmals vielen Dank für deine Hilfe, gleiches gilt für albondiga!
Gruß
Mareus
Nachtrag:
1400 zu 1600 uF machen in der Simu nur einen minimalen Unterscheid. Werde es mal mit 1400 uF probieren und dann dann ja immer noch auf 1600 erhöhen.
Na so schlimm ist das aber nicht, wir haben ja keinen Beratungsvertrag geschlossen und im Rahmen des Gefälligkeitsverhältnisses wird eine Haftung nach h.M. auch ausgeschlossen... obwohl man könnte natürlich argumentieren, dass du auf Grund deines Fachwissens und allseitiger Präsenz einen gewissen Vertrauenstatbestand schaffst *scherz*
Bereich 1 (Subsonic, gelb):
Bei tiefen Frequenzen ist der Scheinwiderstand des Kondensators so hoch, dass der Pegel am Lautsprecher abgesenkt ist.
Bereich 2 (unter der Resonanzfrequenz des Tieftöners, hellgrün):
Ab 22 Hz, wo der induktive Teil der Impedanz größer ist als die Summe aus induktivem und kapazitivem Anteil gibt es eine Pegelanhebung, die bis 49 Hz anhält.
Bereich 3 (über der Resonanzfrequenz des Tieftöners, hellblau):
Bei 49 Hz hat der Lautsprecher seine Resonanz; hier ändert sich die Phase wie es für eine Resonanzstelle typisch ist. Die Kondensator vermindert nun wieder den Pegel; zuerst wenig, da die Impedanz des Lautsprechers sehr groß ist, bei weiter steigender Frequenz nimmt zwar auch die imaginäre Impedanz des Kondensators ab, aber sehr viel schneller die des Lautsprechers, weswegen bis 70 Hz der Pegel durch den Kondensator abfällt;
Bereich 4 (höherer Frequenzbereich, rötlich):
Anschließend wird bei steigender Frequenz die Impedanz des Kondensators so klein, dass der Kondensator keine gewichtige Rolle mehr spielt. Dabei kann es nochmals zu geringer Pegelanhebung kommen.
Die so errechneten Werte stimmen sehr genau mit den Messergebnissen überein. Wenn man den Kondensator vergrößert beginnt die Bassanhebung etwas tiefer und fällt etwas weniger stark aus:
- bei 1000 uF: Anhebung ab 20,5 Hz / Erhöhung um 5,5 dB
- bei 1200 uF: Anhebung ab 19 Hz / Erhöhung um 4,7 dB
- bei 1600 uF: Anhebung ab 17,5 Hz / Erhöhung um 4 dB
Der Kondensator sollte jedoch nicht zu klein gewählt werden, da ansonsten die Impulsantwort des Lautsprechers leidet.
......
Vor- und Nachteile der Abstimmungen
Die geschlossenen Box hat sicher - besonders wenn Qtc unter 0,7 gewählt wird - den saubersten Klang. Wenn dann später jedoch noch Tiefbass hinzu kommen soll, was manche unserer High-End-Kunden durch einen zusätzlichen Bassreflex- oder Bandpass-Subwoofer erreichen wollen, so ist sicher ein tief abgestimmter Alcone oder anderer hochwertiger Tieftöner die beste Lösung.
Die Methode den Tiefbass mit Kondensator anzuheben bringt weniger Kontrolle, da jedes energiespeichernde Element (wie der Kondensator) die Impulstreue vermindert. Der Vorteil der Bassreflexöffnung (die Rückseite der Membran zur Schallabstrahlung zu nutzen) und somit im unteren Bass einen deutlich höheren maximalen Pegel zu erreichen als eine vergleichbare geschlossene Box liegt hier nicht vor. Daher halten wir die Kondensatorlösung nur für sinnvoll, wenn ein kleines Gehäuse das wichtigste Kriterium ist.
Die viel weniger bekannte Lösung der Abstimmung per Serien-Widerstand, (siehe oben oder detaillierter hier) bevorzugen wir gegenüber einem Kondensator wenn es auf einen sehr sauberen, wummerfreien Bass ankommt. Die Methode ist völlig unkonventionell und wird von vielen wegen der dadurch verminderten Dämpfung ihres Verstärkers abgelehnt. Wird die Methode richtig angewandt, so gibt es keinerlei Nachteile, nur Vorteile - siehe Interview.
Weitere interessante Lösungen sind das Basshorn, das aber meist zu viel Raum oder zumindest eine ganze Raumecke benötigt. Oder auch die Transmissionlinebox, die versucht, die Vorteile der geschlossenen Box mit den Vorteilen der Bassreflexbox zu verbinden, wodurch sich auch Nachteile ergeben wie das TML-Loch.
„Audiophile verwenden ihre Geräte nicht, um Ihre Musik zu hören. Audiophile verwenden Ihre Musik, um ihre Geräte zu hören.“
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