Lautsprecher im Wohnzimmer messen
Einklappen
X
-
Irgendwie trifft wohl beides zu. Der hohe Diffusschallanteil wird verfälschen (erste Reflektion nach knapp 5 ms) und die recht tiefe Lage der Trennfrequenzen relativ zur Chassigröße wird einen positiven Einfluss ausüben (beim GF250 wäre bündelungstechnisch mit den 400Hz sogar noch Luft nach oben hin. Beim Monacor-Mitteltöner ist zwar kein Spielraum mehr vorhanden aber bei 2,5kHz sieht´s wohl gerade noch gut aus). Vielleicht kommt noch die recht genaue Einstellung des erforderlichen Delays per DCX mit entsprechend geringer Auslöschung im Bereich der Übernahmefrequenzen als weiterer positiver Effekt hinzu.
Im Moment kann ich das Ganze aber nicht noch mal messen. Inzwischen ist alles wieder verstaut und ich habe nur die Demoversion von Arta; speichern ging leider nicht. -
Alle Messungen unter Winkeln ohne Fensterung mit 1/6-Glättung.Einen Kommentar schreiben:
-
Ein weiters zu Anfang definiertes Ziel für die Box ist ja eine Umschaltmöglichkeit auf ein Abstrahverhalten im Stile eines Tannenbaums, also mit gewollten Einschnürungen der Pegelverläufe in den Übernahmebereichen unter Winkeln. Von einer Einschnürung im Übernahmebereich zwischen Tief- und Mitteltöner habe ich inzwischen Abstand genommen, aber die Einschnürungen zwischen Hoch- und Mitteltöner sollen als Vergleichsmöglichkeit per Knopfdruck über die DCX abrufbar sein. Dafür habe ich die obere Trennfrequenz von 2,5 kHz auf 5 kHz hochgesetzt, so dass der Mitteltöner aufgrund seines Durchmessers schon bündeln müsste. Den Frequenzgang auf Achse habe ich wieder per Messung geglättet.

Die Einschnürung unter Winkeln ist deutlich erkennbar. Bin gespannt wie sich die unterschiedlichen Bündelungsverläufe im Vergleich anhören, wenn der Raum soweit eingerichtet ist.Einen Kommentar schreiben:
-
Messung unter Winkeln
Eines der zu Anfang definierten Ziele für die Box ist ja ein möglichst breites Abstrahlverhalten ohne größere Einschnürungen oder sprunghafte Änderungen der Pegelverläufe in den Übernahmebereichen der Trennfrequenzen 400 Hz und 2,5 kHz. Für die Messungen unter Winkeln (0°, 30°, 60°, 90°) habe ich einen einfachen Drehteller gebaut und die Box samt Sockel draufgestellt. Die nach Gehör eingestellten EQ habe ich für diese Messungen wieder deaktiviert und den Frequenzgang auf Achse per Messung geglättet, um die Änderungen des Pegelverlaufs unter Winkeln besser erkennen zu können. Wegen des kleinen Raumes konnte ich die Übernahmen wieder nur einzeln messen: MT/HT im Abstand von 65 cm und TT/MT im Abstand von 25 cm:

Anhand dieser Messungen vermute ich mal, die Box weist mit den Trennfrequenzen 400 Hz / 2,5 kHz tatsächlich einen gleichmäßigen Bündelungsverlauf auf, zumindest sind keine sprunghaften Pegeländerungen in den Übernahmebereichen erkannbar. Zur Sicherheit bitte ich euch um eine fachmännsiche Meinung.Einen Kommentar schreiben:
-
Leerer Raum. o weh.
Naja, du findest jede Menge Anregungen zur Raumakustik. Sehr dezent sind die Deckenbehandlung und die Absorber in Möbeln.Einen Kommentar schreiben:
-
Die rechte Box steht unter ´ner Dachschräge. Könnte mir vorstellen, dass einige Unterschiede zwischen linker und rechter Box von daher kommen. Ich habe die Elektronik aber nochmal geprüft und festgestellt, dass der Pegelunterschied im Mittelton von einer Kanalabweichung der Lautstärkepotis in der Mittelton-Endstufe verursacht wurde. Asche auf mein Haupt, dass ich die Symmetrie der Endstufen nicht gleich geprüft habe. Das ist jetzt korrigiert. Die Mitteltöner beider Boxen sind jetzt etwa gleich laut. Bis auf im Mittelton war die elektrische Symmetrie zwischen linker und rechter Box aber gegeben.
Nach der Korrektur der Mittelton-Endstufe habe ich beide Mitteltöner über die DCX gemeinsam im Pegel abgesenkt. Und zwar nach Gehör mit Musik. Dafür habe ich mir in der DCX eine mehr oder weniger breite Senke per Summen-EQ generiert (wirkt auf alle Frequenzbänder) und diese einfach über die Frequenz hin- und hergeschoben. Auf diese Weise ließ sich recht einfach herausfinden, an welcher Stelle und mit welcher Ausprägung mir diese EQ-Senke am Besten gefällt. Lass´ es Zufall sein oder nicht, die Senke hat ihr Maximum auf dem Peak des Mitteltöners bei etwa 1,5 kHz. Sie ist aber locker eine Oktave breit, wenn nicht zwei.
Dann habe ich den Sinusgenerator angeschlossen und den gesamten Frequenzbereich durchgefahren. An zwei Stellen dachte ich, mir fliegen die Scheiben aus den Fenstern: bei 40 Hz und bei 80 Hz hat es schmalbandig aber sehr heftig gedröhnt. In meiner Not habe ich jeweils einen schmalbandigen EQ für 40 Hz und 80 Hz spendiert, obwohl ich die Raum-Resonanzen ja eigentlich nicht per EQ bekämpfen möchte, sondern per Absorber. Bis zu den Absorbern ist es aber noch ein langer Weg. Da muss ich walwals interessanten "Kampf-Threat" noch durchlesen. Bis dahin müssen die EQ als Notlösung reichen.
Abschließend habe ich die breite Tiefton-Senke im Bereich um 150 Hz herum ausgefüllt. Zwar beschleicht mich irgendwie das Gefühl, dass diese Senke mit den beiden Dröhnern zusammenhängen könnte, weil die 150 Hz etwa ein Vielfaches von 40 Hz und 80 Hz sind, trotzdem habe ich diese Senke erstmal aufgefüllt.
Hier die Einzelmessung der linken und rechten Box am Hörplatz in 3,5 m Entfernung mit den erwähnten EQ-Maßnahmen. Die Summenmessung beider Boxen habe ich weggelassen:

Kurze Klangbeschreibung:
Die Boxen spielen jetzt weniger schrill, Gesangsstimmen trichtern weniger und akustische Instrumente sowie der Bass haben an Kontur gewonnen. Substanz und Trockenheit fehlen dem Bass aber immer noch. Trotzdem bin ich versucht zu sagen, die Boxen klingen sehr gut. Jedenfalls den Umständen entsprechend. Der Raum ist ja noch fast leer.Einen Kommentar schreiben:
-
Warum sind die Boxen links und rechts so unterschiedlich? Bei mir ist es ähnlich, weil eine Box nur in einer "kurzen" Ecke steht.
Ich habe auch links und rechts getrennt gemessen (nur bis 120 Hz) und mit Absorber unterschiedlich behandelt. Bei den Messungen li + re sieht man deutliche Effekte, in der Summe nicht mehr. Ich lasse es trotzdem so, es gefällt mir besser als bei gleichen Absorbern li +re.
Die letzten Beiträge, aber lacht mich nicht aus wegen den Diagrammen.Einen Kommentar schreiben:
-
Hi wiesonich,
Da unten ist weniger los als man denkt -> der Einfluss ist geringer als man denkt.zumal akustisch kaum ein Unterschied zu hören ist zwischen aktiver und deaktiver Entzerrung
Die blaue Kuve sieht um 1.3 kHz echt bescheiden aus. Da würde ich schrittweise die Messentfernung erhöhen (20cm, 40cm, 80cm, 160cm, Hörplatz) um zu sehen ab wann das einsetzt und was es sein könnte (ggf. hilft zusätzliches Ausblenden von Reflexionen).
Die GLEICHZEITGE Messung von linker und rechter Box mit ARTA ist EXTREM KRITISCH, da die Anregung kohärent ist und sich so Kammfiltereffekte ausbilden können. Das führt im Mittel- und Hochtonbereich zu unsinnigen Ergebnissen. Bei Dir gibt es dadurch zwischen 5 und 10 kHz ein breite Senke in der Summenkurve.
Für eine gute Steroewiedergabe/präzise Ortung würde ich auch mal beide Boxen ab z.B. 400 Hz nicht mehr unterschiedlich entzerren und höchstens Exemplarstreuungen der Chassis aber nicht mehr den Raum kompensieren.
Das ist das Problem mit der DCX: man kann SOOOO viel einstellen und ein schöner Frequenzgang in Xcm oder am Hörplatz reicht nicht aus das Hörerlebnis zu beschreiben . . .Einen Kommentar schreiben:
-
Messung am Hörplatz
Hier nun erste Messungen am Hörplatz im Abstand von 3,5 m:

Vor dieser Messung habe ich die Boxen ausgiebig in stereo angehört. Mein erster oberflächlicher Höreindruck aus Post 84# ist im Wesentlichen der gleiche: oben herum etwas schrill und unten herum etwas hohl. Nach testweisem Ein- und Ausschalten der Mitteltöner, hatte ich dann den Eindruck, die seien irgendwie zu laut und die Schrillheit käme gar nicht von weiter oben, sondern aus den Mitteltönern, und irgendwie klingt es doch nach Trichter. Ob die rote Kurve das nachträglich bestätigt, weiß ich nicht. Die höhere Lautstärke der Mitteltöner vermutlich schon. Es wundert mich allerdings, dass die Mittelton-Überhöhung hauptsächlich aus der mühsam eingemessene linken Box (blaue Kurve) heraus zu kommen scheint und die rechte Box (grüne Kurve) hier einen eher unaffälligen Verlauf zeigt. Wäre es umgekehrt, hätte ich vermutet, dass die Endstufen trotz gleicher Lautstärkepoti-Stellung unterschiedlich laut spielen, aber so herum leuchtet mir das nicht ganz ein. Jedenfalls stellt es den oben gezeigten Pegelabgleich der Chassis per optischer Mittlung in Frage. Aber wie lassen sich die Pegel zweier Chassis in einem beengten Wohn-/Messraum zuverlässig(er) angleichen? So heftige Pegelunterschiede überraschen mich jetzt schon.
Der magere Bass könnte von der breiten Senke zwischen 50...250 Hz hervorgerufen werden oder von der Überhöhung des Mitteltones oder von Beidem. Der Pegelverlauf um 40 Hz herum stellt die Entzerrung des Tieftöners irgendwie in Frage, zumal akustisch kaum ein Unterschied zu hören ist zwischen aktiver und deaktiver Entzerrung. Die breite Senke zwischen 50...250 Hz scheint den Bass viel stärker auszudünnen, als die Entzerrung etwas gut machen kann.
Was denkt ihr?Einen Kommentar schreiben:
-
Hi Peter,
Hast ja recht! Ich habe beim 2. Teil des Artikels so viel Filter hin- und hergekurbelt bis die Summe stimmt dass sich mir noch alles dreht . . .Tut mir leid, Pico, bezogen auf ungerade Butterworthfilter ist das Quark.
BW5 habe ich jetzt nicht betrachtet (DAS geht mit dem DCX nun wirklich nicht, BW3 schon), aber BW4 war bei dem TrennfrequenzenDUO 300/3000 Hz schon hörbar kritisch - bei dem kritischen Knackgeräusch und ohne negativen Raumakusitkeinfluss etc.
Schon mal den Hörtest am Ende des 1. Teils gemacht?Einen Kommentar schreiben:
-
TT-Entzerrung
Für die Entzerrung des GF250 habe ich dessen Frequenzgang im Nahfeld gemessen (Abstand etwa 6 cm). Laut Diagramm im Arta-Handbuch auf Seite 66 ist die Messung des GF mit seinen 21 cm Durchmesser unterhalb 100 Hz einigermaßen glaubwürdig. Das müsste reichen für eine brauchbare Entzerrung. Interessehalber habe ich den Frequenzgang des GF ohne Entzerrung zusätzlich mit Boxsim simuliert:

Die moderate Entzerrung (blaue Kurve, +4,5 dB) führt zu einer unteren Grenzfrequenz von etwa 50 Hz. Hier ist die Impedanz des GF mindestens doppelt so hoch wie die Nenn-Impedanz, so dass die Endstufe durch diese Entzerrung nicht über Gebühr belastet wird. Die kräftige Entzerrung (rote Kurve, +8,5 dB) geht bis etwa 40 Hz runter. Hier liegt die Impedanz des GF bereits wieder in der Nähe der Nenn-Impedanz, so dass die Endstufe durch die kräftige Entzerrung doch sehr viel stärker belastet wird. Theoretisch ließe sich der GF sogar bis 30 Hz runter quälen, aber das würde eine 30 Mal höhere Leistung von der Endstufe fordern. Und der GF ist ja auch nicht unbegrenzt belastbar.Einen Kommentar schreiben:
-
Hallo Pico,
Hüstel, wie wäre es mal mit ein wenig Literaturstudium, was du da beschreibst, ist das Verhalten der geraden BW-Filter, ungerade haben KEINE Überhöhung, sondern glatte Summe UND konstantes Energieverhalten.
Das konnte man übrigens bei den von mir weiter oben gezeigten AC-Simus sehr schön sehen.
Tut mir leid, Pico, bezogen auf ungerade Butterworthfilter ist das Quark.Wenn aber die Trennfrequenzen so auseiandergezogen wurden, dass der Frequenzgang auf Achse linear ist - dann sind die auch nicht besser als andere Filter in Bezug auf die konstante Leistung.
Wie jeder höhergradige Filter, aber da kommt es auf den Frequenzbereich an, in dem die eingesetzt werden, eine 100 Hz-Trennung würde ich damit natürlich nicht machen.......BW5 ist kritisch in Bezug auf die Hörbarkeit von filterbedingten Gruppenlaufzeitverzerrugen . . .
Gruß
Peter KripsEinen Kommentar schreiben:
-
Hallo Pico,
Stimmt...
Stimmtoder einer guten Kenntnis der Literatur
Irgendwie versteh ich nicht, was du damit eigentlich mitteilen willst...., hat aber nichts damit zu tun, dass die Filterfunktionen ALS PAAR betrachtet werden (was hreith richtigerweise dem LR-Filter zugeschrieben hat). Hier wird "nur" das Chassis mit in die Filterfunktoin einbezogen - was heute dank DCX kalter Kaffee ist.
1. Nach "Formelsammlung" gehts ohnehin nicht, bei keinem Filter, was soll also der Seitenhieb ??Tatsächlich stellt man gerade bei der Summation verschiedener Filter fest, dass selbst die Überlagerung eines Paares (= 2-Wege-Box) nach Formelsammlung nicht zu einem linearen Frequenzgang auf Achse führt (Ausnahme: 6 dB und - wie von hreith angeführt - alle LR-Varianten).
2. HarHar, wenn es bei einem (echten) 6 dB-Filter geht, was ja bekanntlich (???) auch ein ungerader Butterworthfilter ist, warum soll es dann bei 3. und 5. Ordnung nicht gehen ? Ist halt schwieriger, aber machbar....
Und: ein LR funktioniert bestimmungsgemäß auch nur, wenn die akustischen Zentren bei der Übernahmefrequenz auf eine Ebene gebracht werden, ansonsten kippt nämlich die schmale vertikale Abstrahlkeule.
Und wenn man mit Treiberversatz auf -6 dB Schnittpunkt abstimmt, dann hat man garantiert keine reinrassigesLR-Filter mehr.
Das gesagte gilt zunächst für klassische Passivfrequenzweichen.
Wenn ich aktiv den Treiberversatz per Delay ausgleichen kann, dann geht selbstverständlich jede Weiche, auch ungerade Butterworth, oder krankt es daran, daß ungerade Filterfunktionen nicht zum Funktionsumfang der DCX und Konsorten zählen ?
Gruß
Peter KripsEinen Kommentar schreiben:
-
Hi Peter,
den Vorteil der konstanten abgestrahlten Leistung haben die BW3 oder BW5 aber NUR GENAU DANN, wenn der Frequenzgang auf Achse eine Überhöhung von 3 dB hat. Wenn aber die Trennfrequenzen so auseiandergezogen wurden, dass der Frequenzgang auf Achse linear ist - dann sind die auch nicht besser als andere Filter in Bezug auf die konstante Leistung.
BW5 ist kritisch in Bezug auf die Hörbarkeit von filterbedingten Gruppenlaufzeitverzerrugen . . .Einen Kommentar schreiben:
-
Hi Peter K,
ich habe ja nciht gesagt, das man die BU-Filter nicht für Lautsprecher benutzen könnte.
Ich habe nur gesagt, dass die Berechnung der Koeffizienten nicht darauf ausgelegt sind und dass dazu ausschließlich das Verhalten im eigenen Übertragungsbereich zugrunde gelegt wurde. Alles andere ist mehr oder weniger eine Zweckentfremdung, ein Abfallprodukt, eine glückliche Fügung ... oder was auch immer.
Manch HiFi-Hersteller brüstet sich damit, dass Teile seiner Komponenten aus der Mondfahrt kommen würden, irgendwelche mil-Specs einhalten würden ... oder was auch immer. Das zeigt aber letztlich, dass all diese Dinge eben nicht für HiFi entwickelt wurden sondern ursprünglich ganz andere Aufgaben erfüllen sollten. Wenn Sie dennoch für HiFi passen - ok, aber es war eben nicht die ursprüngliche Absicht, bei der Entwicklung hat HiFi keine Rolle gespielt.Einen Kommentar schreiben:
Einen Kommentar schreiben: