Lautsprecher im Wohnzimmer messen
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@wiesonich: das mit dem Zeitfenster hast du richtig erfasst, aber die Frequenzgangverzerrung bezieht sich nicht auf den Bassbereich. Die Reflexion enthält natürlich auch hohe Frequenzen und wird dir die Messung im gesamten Frequenzbereich etwas verfälschen. Bei Messung mit kurzem Zeitfenster fehlen die Informationen für tiefe Frequenzen, weil einfach keine ganze Periode derer ins Fenster passt.
Die Information über eine Frequenz ist vollständig in einer Periode enthalten, das ist Systentheorie. Und was die Auflösung betrifft: analoge Spektralanalysegeräte arbeiten mit einem durchstimmbaren Filter und einem aufgezeichneten Signal. Das Signal wird immer wieder abgespielt, weil es sonst einfach zu kurz wäre, um genau zu analysieren. Und genau daran krankt auch die oben beschriebene Analysemethode: kurzes Signal.
Lösungsmethode: nehme ich zurück, meine Spielereien vervielfachen nur den Aufwand, Erfolg nicht sicher. -
... 47 genau!
Wie du selbst vermutest, stimmt deine Betrachtung aus welchen Informationen der Frequenzgang transformiert wird nicht wirklich. Es ist nicht so einfach, dass die Impulsantwort quasi zunächst aus Samples mit hohen Frequenzen, dann mittleren Frequenzen und schließlich rechts mit tiefen Frequenzen besteht.
Wenn das so einfach wäre, würden wir die Transformation wohl nicht noch immer nach Jean Baptiste Joseph Fourier benennen. Sie würde dann wohl jetzt eher wiesonich Transformation heißen...
Wie die genau funktioniert ist auch gar nicht so wichtig.
In der (digitalisierten) Impulsantwort hast du eben nur eine begrenzte Anzahl von Informationen um ein gewisses Zeitfenster darzustellen. Wenn diese Informationen verwendet werden um in den Frequenzbereich zu transformieren, dann hast du genau die gleiche Anzahl an Informationen um den entsprechenden Frequenzbereich darzustellen. Dieser Frequenzbereich ist jetzt aber nicht mehr frei wählbar. Den hast du schon vorher mit dem Abstand deiner Informationspunkte in der Impulsantwort festgelegt. Die Infromationspunkte werden jetzt gleichmäßig auf diesen Frequenzbereich verteilt und dadurch ergibt sich die Frequenzauflösung (der Abstand zwischen den Punkten).
Nehma amoi an....
Du nimmst eine Impulsantwort auf. Du tust das mit einem Digitalisierer der es schafft jede Millisekunde einen Wert zu lesen. Das ist deine Zeitauflösung. Alles was während dem Verstreichen dieser Millisekunde passiert, wirst du nie wissen...
Du lässt den Kerl 128 mal lesen, d.h. dein Zeitfenster ist 128ms lang.
Jetzt kommt Jean Babtiste ins Spiel und wandelt für dich das Ganze in einen Frequenzgang um. Da dein Digitaliserer jede Millisekunde liest, könnte man auch sagen er macht das 1000mal pro Sekunde oder eben mit 1000Hz, seiner Samplingfrequenz. Dieser Frequenzbereich wird nun von Jean Babtiste dargestellt. Du hast ihm aber nur 128 Zeitpunkte gegeben, daher kriegst du auch nur 128 Frequenzpunkte von ihm. So sind sie die Franzosen... Er verteilt sie für dich gleichmäßig auf die 1000Hz Samplingfrequenz, d.h. du hast alle 1000/128=8 Hz einen Punkt. Hättest du ihm, 1000 Informationen gegeben, dann kriegst du 1000/1000=1Hz Auflösung.
Dafür hätte dein Digitalisierer aber länger lesen müssen. Dann hätte er aber vielleicht auch die bösen Reflektionen mitgelesen....
Wünsche ein schönes Wochenede in den Tiefen der Signalanalyse.Einen Kommentar schreiben:
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...hätte man alle 47 Hz einen Punkt.
Hmm, es dämmert. Wahrscheinlich habe ich entweder den Informationsgehalt einer Impulsantwort oder eines Samples nicht verstanden, oder aus welchen Informationen der Frequenzgang transformiert wird (oder nix davon).
Nach meinen bisherigen Recherchen dachte ich, es sei die Impulsantwort, die aus solchen "Samples", oder "Informationseinheiten" besteht. Von links nach rechts gesehen, zunächst aus Samples mit hohen Frequenzen, dann mittleren Frequenzen und schließlich rechts mit tiefen Frequenzen. Und für die Transformation würden genau diese Informationseinheiten aus der Impulsantwort verwendet, um den Frequenzgang zu berechnen. Bei einer Fensterung würde sich für die Transformation dann zwar die Anzahl der verfügaren Informationseinheiten aus der Impulsantwort verringern, nicht aber die Auflösung des Frequenzganges, weil der ja offensichtlich auch abgeschnitten wird durch die Fensterung. Es ginge also lediglich etwas Bandbreite verloren, weil je nach Fensterung der brauchbare Frequenzgang nicht mehr bei 10 oder 20 Hz beginnt, sondern in meinem Fall erst bei 250 Hz, was völlig in Ordnung wäre.
Hier mal ein Bild meiner (vermutlich etwas naiven) Vorstellung davon. Die Anzahl der "Informationseinheiten" ist dort völlig willkürlich gewählt und entspricht lediglich der Anzahl der gemalten Punkte. Von den insgesamt 12 Informationseinheiten der Impulsantwort enthalten 3 (rot) den Inhalt der Reflektion, die anderen 9 (grün) enthalten nur den Direktschall der Box. Und durch das Fenstern werden die 3 "roten" ausgeblendet, was sich im Frequenzgang unterhalb der Fensterung (fx) als Schätzung bzw. als Lücke auswirkt:

Dachte ich jedenfalls. Tatsächlich werden die Informationseinheiten für die Transformation durch das Fenstern wohl massiv eingeschränkt und, warum auch immer, auf den gesamten Frequenzbereich gestreckt. Bin ja kein Mathematiker und steige da nicht wirklich durch, aber es fällt mir wirklich schwer zu akzeptieren, dass die Fensterung einerseits als Instrument zum Ausblenden von Reflektionen dienen soll, andererseits aber nicht dafür taugen soll, weil sie durch geringe Auflösung nicht nur unterhalb der Fensterfrequenz schätzt, wo es eh keine Rolle spielt, weil die Reflektionen hier ihr Unwesen treiben, sondern auch oberhalb, wo eigentlich noch alles unverzerrt in der Impulsantwort enthalten sein müsste.Einen Kommentar schreiben:
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Servus!
Wenn man die Impulsantwort auf z.B. 128 Samples beschneidet, dann hat man auch nur 128 "Informationsträger" im Zeitbereich. Wenn man diese Information dann benutzt um per FFT in den Frequenzbereich zu transformieren, dann kreigt man im Frequenzbereich auch nur 128 Punkte. Mehr is' nich... Mit diesen 128 Punkten muss der Bereich von 0 Hz bis zur Samplingfrequenz dargestellt werden. Bei einer Samplingfrequenz von 48 kHz bekommt man also alle 48000/128=375 Hz einen Punkt.
Wenn man aber z.B. 1024 "Informationsträger" im Zeitbereich hat, dann....Einen Kommentar schreiben:
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Noch habe ich den Unterschied in der Frequenzauflösung zwischen gefensterter und ungefensterter Transformation nicht verstanden.
Ist es nicht so, dass die Auflösung also die Genauigkeit des Frequenzganges lediglich von der Auflösung der Impulsmessung abhängt? Ich meine, wird nicht für jede Transformation, ob nun gefenstert oder nicht, immer die selbe Impulsantwort herangezogen? Der Wahrheitsgehalt für jede Transformation müsste deshalb doch immer der selbe bleiben, nämlich jener aus der Impulsanwort. Ich verstehe die Transformation lediglich als eine Art Hilfsmittel, mit dem die Informationen einer Impulsantwort in einen Frequenzgang gewandelt werden. Die Größe des Fensters bestimmt meinem Verständnis nach lediglich, welche der vorhandenen Imformationen aus der Impulsantwort für die Transformation herangezogen und welche abgeschnitten werden. Heißt Abschneiden der Informationen, die durch Reflektionen verzerrt sind, automatisch ungenauer werden mit jenen Informationen, die noch frei sind von Reflektionen?
Ich verstehe nicht, warum die Genauigkeit eines bestimmten Ausschnittes einer Impulsantwort leiden soll, bloß weil ich diesen Auschnitt mal durch ein schmales Fenster, mal duch ein Scheunentor betrachte.Einen Kommentar schreiben:
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@all: Kann sein, dass ich in Bezug auf Programme im Unrecht bin, die aus einem Impuls oder Chirp mittels diskreter oder schneller Spektralanlyse mit equidistanten Stützstellen im Unrecht bin, aber prinzipiell gehts. Da rede ich jetzt nicht von Messprogrammen und ich kenne echt auch kein einziges aus dem eigenen Gebrauch, sondern ich rede von Schallmesspraxis im ganz herkömmlichen Sinne, indem man einzelne Frequenzen, einen logarithmischen Sweep oder einen Impuls bekannter Zusammensetzung (z. B. eine Sinushalbwelle sehr hoher Frequenz) nimmt und dann mit analogen Messgeräten schaut, was das Mikrofon so geliefert hat. Und mehr kann ich jetzt auch nicht beitragen, außer aus dem Skript und althergebrachter Literatur zu zitieren.Einen Kommentar schreiben:
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Jede FFT hat prinzipbedingt linear verteilte Stützstellen. Die Gatelänge hängt unmittelbar mit der Frequenzauflösung zusammen, das wird im Kompendium und auch hier im Thread bereits erwähnt. Je kurzer das Gate, desto geringer die Frequenauflösung, bei 128 Samples (kleinstes, zulässiges Fenster), beträgt die Frequenzauflösung die o.g. 375Hz. Die erste Frequenz ist stets 0Hz, die nächste folglich 375 usw... Damit kann man keine Lautsprechentwicklung durchführen.
Vergiss bitte endlich die Fensterei
. Sie ist für deinen Anwendungsfall kein geeignetes Verfahren.
fabiEinen Kommentar schreiben:
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Jetzt weiß ich nix mehr.
Zitat von fabiMessungen unter 300...400Hz sind in normalen Wohnräumen mit vertretbarer Frequenzauflösung nicht durchzuführen.Zitat von picoDie nächste Stützstelle wäre dann 400 Hz, da ist der Mittelwert von 300 bis 500 Hz enthalten -> DAMIT KANN MAN KEINE TRENNFREQUENZ BEI 400 HZ OPTIMIERNE WEIL MAN NIX SIEHT!!!@fabiZitat von FrankystoneBis etwa 200Hz runter messen ist auch das, was andere in ihren Räumen so schaffen, da hast du dich nicht verrechnet. Die Trennfrequenz zwischen Tief- und Mittelton liegt bequem drin...
Verstehe ich dich richtig, dass bei 400 Hz nicht mein Raum die Grenze zieht, sondern eine etwaige mangelnde Auflösung der Fenstermessung?
@frankystone
Wenn eine lineare Frequenzabstufung die Ursache sein könnte für eine zu geringe Auflösung im Tieftonbereich, wie fabi sie anspricht, trifft das auch auf Arta zu, oder verwendet Arta eine logarithmische Frequenzabsbstufung?
@pico
Ich habe die Formeln aus dem Arta-Kompendium so erweitert, dass bei der Summenmessung meiner Box die Laufzeiten der Impulse und Reflektionen aller Chassis abhängig vom Messabstand, der Mikrophonhöhe sowie der Sockelhöhe zur Berechnung der tiefsten messbaren Frequenz herangezogen werden. Durch den vertikalen Versatz der Chassis zueinander entsteht ja ein auch vertikaler Versatz zum Mikrophon und zur Raummitte. Und ein solcher Versatz kann leider auch im Link nicht eingegeben werden. Mir ging es einfach darum, eine für die Summenmessung geeignete Sockelhöhe herauszufinden, die alle Mikrophonhöhen ziwschen Hoch- und Mitteltöner zulässt, ohne das Zeitfenster zwischen Impuls und Reflektion übermäßig einzuengen. Mit der jetzt gewählten Sockelhöhe liegt die Spanne der tieften messbaren Frequenz je nach Mikrophonhöhe theoretisch zwischen 200...250 Hz.
Das leuchtet mir ein. Die Lauzeitdifferenz lässt sich ja durch den Mikrophonabstand und die Höhe bestimmen. Danke. Wie schaut es in diesem Zusammenhang mit dem horizontalen mechanischen Versatz der Chassis zueinander aus? Das akustische Zentrum der Hochtonkalotte sitzt ja weiter vorn als das akustische Zentrum des Mittel- und besonders des Tieftonkonus. Sollte hier schon ein Delay in der DCX eingestellt werden, der dem horizontalen mechansichen Versatz entspricht?Zitat von FrankystoneIn einer Lautsprecherbauzeitschrift war auch mal der Fehler dokumentiert, den man macht, wenn der Tieftöner am unteren Ende der Box ist und also das Mikrofon einen Meter vom Hoch- und Mitteltöner, aber nahezu zwei Meter vom Tieftöner entfernt ist. Das war dann auch nicht mehr zu vernachlässigen.
Da die akustischen Zentren deiner Box nur 31cm weit auseinander liegen, wirst du bei 1m Messabstand bei der unteren Trennfrequenz schon keine Probleme mehr haben, richte dich nur nach der Laufzeitdifferenz (Abstandsdifferenz) von Hochtöner zu Mikrofon und Mitteltöner zu Mikrofon. Die Differenz soll genau so groß sein, wie in der realen Hörsituation.Einen Kommentar schreiben:
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Hi wiesonich,
wieso hackerst Du das nochmal in EXCEL ein, wo es im oben verlinkten Artikel doch einen ONLINE-Rechner gibt, der genau das ausrechnet? OK, die Antwort kann ich mir bei Deinem Nick denken: "wiesonich"
Und genau da steht auch, das ein "untere Grenzfrequenz" von X Hz NICHT bedeutet dass man ab da verlässliche Ergebnisse kriegt, sondern dass da die erste Stützstelle ist. Mal angenommen die Stützstelle sei bei 200 Hz, dann ist darin die mittlere Energie von 100 bis 300 Hz enthalten .Die nächste Stützstelle wäre dann 400 Hz, da ist der Mittelwert von 300 bis 500 Hz enthalten -> DAMIT KANN MAN KEINE TRENNFREQUENZ BEI 400 HZ OPTIMIERNE WEIL MAN NIX SIEHT!!!
Oder kurz: Fabi hat recht (und Frankynstone nicht)Einen Kommentar schreiben:
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Moin!
Na das klingt doch schon mal gut. Zum Thema Nahfeld würde ich aber weniger nach dem Durchmesser der Schallwand oder des Lautsprechers gehen, vielmehr nach der Wellenlänge. Je tiefer die Frequenz ist, desto größer ist das Nahfeld, Stichwort Wellenzahl. Die Dimensionen von Chassis oder Box sind hier nur ein Anhaltspunkt nach meinem Verständnis, aber ich könnte mir vorstellen, dass der oft geeignet ist.
Der durchgehende Sockel wird nicht stören, die Schallbeugung an der Boxenunterkante kommt im regulären Betrieb einer Standbox nicht vor, sie steht schließlich auf dem Boden. Wenn du Löcher reinsägst, erzeugst du an deren Kanten neue Phantomschallquellen und machst eventuell einen kleinen Messfehler mehr.
Bis etwa 200Hz runter messen ist auch das, was andere in ihren Räumen so schaffen, da hast du dich nicht verrechnet. Die Trennfrequenz zwischen Tief- und Mittelton liegt bequem drin, brauchst du nicht verschieben.
Wegen der korrekten Schalladdition solltest du das Mikrofon in einem derartigen Winkel oberhalb der Hauptabstrahlrichtung anordnen, wie die Box dann gehört wird. Ich könnte mir vorstellen, dass 70cm entfernt und auf Höhe des Hochtöners etwas zu steil nach oben ist, Skizze machen hilft mit der Laufzeitdifferenz. Bei kurzem Mikrofonabstand wird die Mikrofonhöhe noch zwischen Mittel- und Hochtöner liegen.
In einer Lautsprecherbauzeitschrift war auch mal der Fehler dokumentiert, den man macht, wenn der Tieftöner am unteren Ende der Box ist und also das Mikrofon einen Meter vom Hoch- und Mitteltöner, aber nahezu zwei Meter vom Tieftöner entfernt ist. Das war dann auch nicht mehr zu vernachlässigen.
Da die akustischen Zentren deiner Box nur 31cm weit auseinander liegen, wirst du bei 1m Messabstand bei der unteren Trennfrequenz schon keine Probleme mehr haben, richte dich nur nach der Laufzeitdifferenz (Abstandsdifferenz) von Hochtöner zu Mikrofon und Mitteltöner zu Mikrofon. Die Differenz soll genau so groß sein, wie in der realen Hörsituation.
Ein Programm, was lineare Frequenzabstufung für die Messpunkte nimmt, also z. B. stets 375Hz, nimmt bei tiefen Frequenzen viel zu wenige und bei hohen Frequenzen unnütz viele Punkte. Das gezeichnete Diagramm ist nicht aussagekräftig. So ein Programm ist nicht für Messungen an Lautsprechern geeignet, sondern vielleicht für den experimentellen Physiker. Die Abstufung muss logarithmisch sein, damit die Anzahl der Punkte pro Dekade immer gleich ist, dann passt das auch zu menschlichen Ohren.
Vorträge über Schallmesspraxis halte ich mit Quellenangaben durchaus gern im Forum, aber nicht heute
hab nämlich viel zu tun.
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Hallo,
ich halte die Fensterfunktion für Messungen in Wohnräumen vollkommen ungeeignet. Welche Frequenzbereiche interessieren denn? Messungen unter 300...400Hz sind in normalen Wohnräumen mit vertretbarer Frequenzauflösung nicht durchzuführen. Oberhalb des Grundtonbereichs lässt sich mit kurzem Messabstand und vergleichsweise starker Glättung ein besseres Ergebnis mit viel höherer Auflösung erstellen. Meist muss man das Fenster so setzen, dass man gerade eben so die 128 Samples vollbekommt und hat dann eine Frequenzauflösung von gerademal 375Hz. Das heißt, dass bis 2kHz fünf (!) Meßpunkte zur Verfügung stehen. Da rate ich lieber.
Die Fensterung ist sinnvoll, wenn es eine oder wenige sehr starke, diskrete Reflexionen gibt, die zeitlich stark verzögert kommen. Misst man beispielsweise im Freien mit großem Bodenabstand und will "offizielle", reflexionsfreie Messungen durchführen, ist das Verfahren ideal.
Mach doch mal so, wie ich es oben beschrieben habe. Ob das Mikro in 3m Hörentfernung auf Hochtonachse, oder zwischen Hochtöner und Mitteltöner ist, macht kaum einen Unterschied. Miss beides und hör dir die Sache an.
Die längere Schallwand nach unten ist nicht kriegsentscheidend, warum aber einen Sockel bauen, sägen und leimen, wo man auch einfach einen beliebigen Stuhl nehmen kann.
nochmal: Erstmal geht es um die ideale Addition der drei Wege. Die +6dB bekommst auch auch mit Raumeinfluss fast immer zu sehen. Anschließend wird erst die Summenkurve entzerrt. Ein schönes Diagramm zum Rausdrucken wie aus dem reflexionsarmen Raum gibts natürlich nicht, aber darum gehts auch nicht. Messen ist ja kein Selbstzweck sondern erleichtert das Hören der Unterschiede.
Grüße,
fabiEinen Kommentar schreiben:
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.....
siehe Anmerkung 2: Unter Verwendung der größten Abmessung der Quelle (Raumdiagonale des Gehäuses) ergeben sich für Wohnraumbedingungen nicht realisierbare Messabstände. Als Kompromiss können entweder der 3fache Durchmesser des größten Lautsprechers, oder für Messungen im Hochtonbereich, mindestens der 6fache Abstand zur nächsten Gehäusekante genommen werden.
Bedenke: Untere Grenzfrequenz und Auflösung der Messung stehen in direkter Beziehung.
Gruß
HeinrichZuletzt geändert von ente; 05.03.2009, 10:09.Einen Kommentar schreiben:
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Sorry für die späte Antwort meinerseits. Habe das Arta-Kompendium, Version 2.1D, Kapitel 6.2 "Messungen in reflektierender Umgebung" gelesen. Dort sind einige Punkte wie das "Fenstern" aber auch das "Nahfeld" und das "Fernfeld" an einem praktischen Beispiel mit dem Visaton-Chassis FRS8 recht gut beschrieben.
Vieles davon leuchtet mir auch ein, einiges aber nicht. Was ich zum Beispiel nicht verstanden habe, ist die Ermittlung der Mikrophon-Abstände im Nah- bzw. Fernfeld. Für das Nahfeld wird dort ein Abstand von höchstens "0,11 x Quellen-Abmessung" und für das Fernfeld ein Abstand von mindestens "3 x größte Quellen-Abmessung" genannt. So weit so gut. Was bedeutet jetzt aber die "Quellen-Abmessung"? Ist das der Durchmesser oder der Umfang des zu messenden Chassis? Für das Visaton Chassis FRS8 wird im Kompendium die "größte Quellen-Abmessung" mit 26 cm angegeben (Seite 69, letzter Absatz). Da kann ich rechnen wie ich will, auf 26 cm komme ich weder über den effektiven Durchmesser (6 cm) noch über den effektiven Umfang (19 cm) des FRS8.
Steckt da ein Fehler im Kompendium oder sitzt der Fehler wie so oft vorm PC?
Dass ein durchgehender Sockel die Schallwandgröße beeinflusst hab´ ich nicht bedacht. Ich hatte neben der Höhe des Sockels die Stabilität im Blick. Wenn sich das jetzt wirklich gravierend auswirken sollte, säge ich ovale Löcher in den Sockel. Das recht hohe Gewicht der Box setzt hier aber Grenzen. Zudem entstehen dann Sägekanten, an denen der Schall früher reflektiert als am Fußboden. Ich weiß wirklich nicht, was da schwerer wiegt. Müsst ihr sagen.
Was die Position der Box im Raum sowie den Abstand des Mikrophons angeht, habe ich die Formeln aus dem Arta-Kompendium (Seite 68) erweitert und in Excel eingegeben und damit ein wenig herum gerechnet. Soweit ich dabei keinen Fehler gemacht habe, liegt die tiefste messbare Frequenz für die komplette Box in meinem Raum bei etwa 250 Hz, wenn die Sockelhöhe so gewählt wird, dass der Mitteltöner etwa in der Raummitte liegt und das Mikrophon in Höhe des Hochtöners etwa einen Meter entfernt steht. Bei 70 cm Mikrophonabstand vergößert sich das Messsfenster bis etwa 200 Hz.
Müsste das nicht eine gute Basis sein für reflektionsarme Messungen? Nicht nur der Übernahme zwischen Mittel- und Hochton, sondern auch der Übernahme zwischen Mittel- und Tiefton? Letztere soll ja bei 400 Hz liegen. Zur Not könnte ich auch bis 500 Hz gehen, das wäre dann ein Abstand zur tiefsten messbaren Frequenz von immerhin einer Oktave.
Zu aller erst möchte ich mir aber im Klaren sein über die Mikrophon-Abstände für Nah-/Fernfeld-Messungen eines Chassis gemäß Arta-Kompendium. Woher kommen die 26 cm als "größte Quellen-Abmessung" für den FRS8 aus dem dortigen Beispiel?
Und für die Messung der gesamten Box, also aller drei Wege gleichzeitig, wüsste ich gern, ob das Mikrophon auf Höhe des Hochtöners, des Mitteltöners oder dazwischen positioniert werden muss, und welcher Mikrophon-Abstand zur Box für so eine Gesamt-Messung sinnvoll/erforderlich ist? (Die Chassis meines Dreiwegers liegen ziemlich genau 31 cm außeinander, Mitte Hochtöner zur Mitte Tieftöner.)Zuletzt geändert von wiesonich; 05.03.2009, 07:36.Einen Kommentar schreiben:
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Um den Frequenzgang zu ermitteln, den man auch im reflexionsarmen Raum messen würde, muss gefenstert werden (Zeit der Mikrofonaufnahme so kurz, dass die erste Reflexion an irgend einer Wand das Mikrofon noch nicht erreicht hat), je größer der Raum, desto tiefere Frequenzen. Das geht bestimmt auch aus Picos Link hervor.
Im eingerichteten Raum kann man auch messen und zwar mit Terzrauschen und rotierendem Mikrofon für 10 Sekunden oder länger. Man ermittelt mit einem Schalldruckpegelmessgerät den mittleren Schalldruckpegel, indem man das Mikrofon in einem Bereich herumbewegt, in dem sich die Ohren der Zuhörer so befinden. Zur Bewegung des Mikrofons nimmt man den natürlich gewachsenen Präzisionsarm, bei den meisten Menschen ist die rechte Hand da angewachsen. Am Ende kann man eine Übertragungsfunktion aus den Messwerten zeichnen. Eine bessere Methode für reflexions- und modenbehaftete Räume fällt mir nicht ein.Einen Kommentar schreiben:
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Eine Box in einem unmöblierten Raum zu messen, in den nach der Messung Einrichtungsgegenstände kommen, halte ich für nicht sonderlich aussagekräftig.
Entscheidend ist der Frequenzgang der bei deinem Ohr ankommt, wenn du im vollständig möblierten Raum im Hörsessel sitzt. Ist zwar schwerer und umständlicher zu messen, aber das ist die Musik
wie du sie letztendlich wahr nimmst.
Du kannst eine Messung in 1 m Entfernung mit Mikrofonstandort zwischen Hoch-und Mitteltöner machen und dann am Hörplatz.
Du wirst dich wundern, was von dem "geraden" Frequenzgang übrig bleibt.Einen Kommentar schreiben:
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