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Resteverwertung: Alto mit G25NDWG in Dynaudio-Gehäusen

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  • Mr.E
    Registrierter Benutzer
    • 02.10.2002
    • 5432

    Resteverwertung: Alto mit G25NDWG in Dynaudio-Gehäusen

    Von all meinem Boxengebastel seit 1997 (?) habe ich tatsächlich nur drei Projekte wie geplant fertiggestellt. Dies hier ist das dritte und kürzlich fertiggeworden.

    Das erste waren Alto II, deren DT94 ich vor etlichen Jahren durch G20SC ersetzt habe. Damals habe ich auch neue Gehäuse gebaut, die die alten, mit Folie beklebten abgelöst haben. Die neuen Gehäuse wollte ich eigentlich furnieren oder lackieren, aber eines war schief, und so blieb es bei nacktem MDF. Die Alto II haben sich Jahre lang gut als PC-Lautsprecher neben dem Schreibtisch gemacht, sind da aber letztes Jahr abgelöst worden.

    Freunde haben mir vor über zehn Jahren zwei Dynaudio Audience 10 überlassen, die meine Eltern dann lange benutzt haben. Irgendwann habe ich festgestellt, daß einer der Hochtöner defekt ist. Einen Hochtöner mit genau derselben Bezeichnung konnte ich nirgends auftreiben.

    Ursprünglich wollte ich die W170S (8 Ohm) und die G20SC in die Dynaudio-Gehäuse einbauen, aber jetzt habe ich doch neue G25NDWG dafür gekauft, um die G20SC irgendwann™ für etwas anderes verwenden zu können (die Frontplatten haben noch die glatte Lackierung, gefällt mir besser).

    Die Weichen der Dynaudio Audience 10 waren komplett frei von Elkos, und laut Boxsim haben die Werte mehrerer Bauteile ganz gut gepaßt, um die alten Weichen für die Alto I/II G20SC für G25NDWG anzupassen. Da war sogar ein Folienkondensator mit 6,8µF dabei, mit dem ich den 6,8er Elko ersetzen konnte.

    Die Simulation in Boxsim ist jetzt nicht ganz mustergültig, aber für den Fernseher auf einem Rollwagen reicht es, dachte ich. Es klang dann doch viel zu mulmig oder dröhnig, also habe ich gemessen. Die Senke um die Trennfrequenz war deutlich ausgeprägter als in der Simu. Die alte Sony-Anlage hat einen rudimentären Equalizer, mit dem ich das zwar nicht ganz glattgebügelt bekommen habe, aber soweit, daß es gut klingt. Jedenfalls viel besser als der Fernseher selbst und andere Billigboxen, die zwischenzeitlich in Verwendung waren. Der Fernseher und die Boxen sind wie gesagt auf/in einem rollenden Möbel untergebracht, das beim Fernsehen immer irgendwo mitten im Raum steht, die Akustik ist nicht im geringsten aufs Musikhören ausgelegt, und es geht fast ausschließlich ums Fernsehen. Meine Eltern hören kaum noch Musik, warum auch immer. Und wenn, dann läuft die nebenher. Meine Eltern sind zufrieden. Kurzum: Besser machen hieße neue Weiche, hieße viel Arbeit, lohnt nicht.

    Ich wollte die Dynaudio-Gehäuse nicht verschenken oder gar entsorgen, weil die wirklich gut aussehen. Für die W170S mußte ich die TT-Ausschnitte etwas größerraspeln, die G25NDWG sitzen mit Adaptern aus Aluminium in den sonst viel zu großen HT-Ausschnitten. Schwarze Schrauben gab es im Baumarkt nicht, deswegen haben die HTs jetzt silberne. Sieht man hinter den Abdeckungen eh nicht. Alle anderen Schrauben sind von den Audience 10 übernommen.

    Ich habe die alten Schaumstoffmatten wiederverwendet und dann noch jeweils eine Polyestermatte von Visaton aus den Altos in die Dynaudio-Gehäuse.

    Der schwarze FQG wurde mit einem Behringer B-5 9cm vor dem Steg zwischen HT und MT gemessen. Da sieht der Einbruch vermutlich übler aus als er wirklich ist, weil das Mikrofon da schon sehr weit abseits der Hauptachsen von TT und HT war. Da waren außerdem die Boxen auf 1,2m Höhe sehr nah an einer Wand.

    Der grüne FQG wurde mit den Boxen im Wagen und dem B-5 1m vor dem HT gemessen, ohne EQ. Beim blauen FQG war der EQ aktiv:
    63Hz: -10dB
    160Hz: -6dB
    400Hz: +4dB
    1kHz: +6dB
    2,5kHz: +4dB
    6,3kHz: -8dB
    16kHz: -10dB

    Das 16-kHz-Band habe ich inzwischen wieder auf 0dB gestellt. Der grüne und der blaue FQG unterscheiden sich nicht viel, der Klangunterschied ist allerdings groß. Erstaunlich.

    Das auf dem ersten Bild ist eine der Audience-10-Weichen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: audience-10-weiche_01.jpg Ansichten: 1 Größe: 399,9 KB ID: 736657 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: alto-g25ndwg-weiche_01.jpg Ansichten: 1 Größe: 456,6 KB ID: 736658 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: alto_g25ndwg_bau_01.jpg Ansichten: 1 Größe: 331,2 KB ID: 736659 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: alto_g25ndwg_04.jpg Ansichten: 1 Größe: 481,0 KB ID: 736660 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: alto_g25ndwg_06.jpg Ansichten: 1 Größe: 383,1 KB ID: 736661 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: fqg_01.png Ansichten: 1 Größe: 185,9 KB ID: 736662
    Angehängte Dateien
  • Mr.E
    Registrierter Benutzer
    • 02.10.2002
    • 5432

    #2
    Boxsimdatei extra, weil nicht mehr als sechs Anhänge pro Post:

    alto2g_8_g25ndwg_dynaudio_audience_10.bpj

    Kommentar

    • Mr.E
      Registrierter Benutzer
      • 02.10.2002
      • 5432

      #3
      Heute hatte ich mal die Gelegenheit mir die Boxen in Ruhe anzuhören, mit Musik statt Filmton. Anhand des gemessenen FQGs würde ich erwarten, daß sie stark verfärbt klingen. Tatsächlich tun sie das aber gar nicht. Ich höre zwar, daß die Klangfarbe nicht paßt, aber nur bei manchen Stücken, und nur wenn ich darauf achte. Am auffälligsten ist das bei Orgelmusik und bei Mike Oldfield. Die Baßwiedergabe ist weitestgehend Brei, aber das dürfte an der Raumakustik liegen. Die Boxen stehen wie gesagt mitten im Raum, und der ist ein Gebilde aus drei aneinandergrenzenden Quadern. Der geringe Abstand zwischen den Boxen ist zumindest für Stereo nicht gut, aber daran kann man genauso wenig ändern wie an der Position im Raum.

      Mit Filmton klingen die Boxen einwandfrei. Mir ist schon in einem ganz anderen Kontext aufgefallen, daß die Wiedergabequalität bei Filmen bei weitem nicht so kritisch ist wie bei Musik (zumindest für meine Ohren).

      Vielleicht versuche ich doch noch mit Boxsim eine bessere Weiche hinzubekommen, aber viel verspreche ich mir da nicht. Ich finde es schwierig mit diesem HT eine gute Simulation hinzubekommen. Anscheinend stimmt die Simulation auch weniger mit der Realität überein als bei anderen Hochtönern. Außerdem ist es eine Zweiwege-Box ohne (richtigen) WG, bei der das Abstrahlverhalten immer "falsch" sein wird. Das trifft hier auf einen Raum mit eher wenig Absorption, was es noch ungünstiger macht. Vor der Messung habe ich die Boxen ohne EQ mit meinen Vox 200 verglichen, in einem komplett anderen Raum mit viel weniger Hall. Da klangen sie noch besser als jetzt mit EQ, allerdings hat da Baß gefehlt, wie zu erwarten war.

      Ich habe den Eindruck, daß die G20SC besser klingt als die G25NDWG.

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