Das erste waren Alto II, deren DT94 ich vor etlichen Jahren durch G20SC ersetzt habe. Damals habe ich auch neue Gehäuse gebaut, die die alten, mit Folie beklebten abgelöst haben. Die neuen Gehäuse wollte ich eigentlich furnieren oder lackieren, aber eines war schief, und so blieb es bei nacktem MDF. Die Alto II haben sich Jahre lang gut als PC-Lautsprecher neben dem Schreibtisch gemacht, sind da aber letztes Jahr abgelöst worden.
Freunde haben mir vor über zehn Jahren zwei Dynaudio Audience 10 überlassen, die meine Eltern dann lange benutzt haben. Irgendwann habe ich festgestellt, daß einer der Hochtöner defekt ist. Einen Hochtöner mit genau derselben Bezeichnung konnte ich nirgends auftreiben.
Ursprünglich wollte ich die W170S (8 Ohm) und die G20SC in die Dynaudio-Gehäuse einbauen, aber jetzt habe ich doch neue G25NDWG dafür gekauft, um die G20SC irgendwann™ für etwas anderes verwenden zu können (die Frontplatten haben noch die glatte Lackierung, gefällt mir besser).
Die Weichen der Dynaudio Audience 10 waren komplett frei von Elkos, und laut Boxsim haben die Werte mehrerer Bauteile ganz gut gepaßt, um die alten Weichen für die Alto I/II G20SC für G25NDWG anzupassen. Da war sogar ein Folienkondensator mit 6,8µF dabei, mit dem ich den 6,8er Elko ersetzen konnte.
Die Simulation in Boxsim ist jetzt nicht ganz mustergültig, aber für den Fernseher auf einem Rollwagen reicht es, dachte ich. Es klang dann doch viel zu mulmig oder dröhnig, also habe ich gemessen. Die Senke um die Trennfrequenz war deutlich ausgeprägter als in der Simu. Die alte Sony-Anlage hat einen rudimentären Equalizer, mit dem ich das zwar nicht ganz glattgebügelt bekommen habe, aber soweit, daß es gut klingt. Jedenfalls viel besser als der Fernseher selbst und andere Billigboxen, die zwischenzeitlich in Verwendung waren. Der Fernseher und die Boxen sind wie gesagt auf/in einem rollenden Möbel untergebracht, das beim Fernsehen immer irgendwo mitten im Raum steht, die Akustik ist nicht im geringsten aufs Musikhören ausgelegt, und es geht fast ausschließlich ums Fernsehen. Meine Eltern hören kaum noch Musik, warum auch immer. Und wenn, dann läuft die nebenher. Meine Eltern sind zufrieden. Kurzum: Besser machen hieße neue Weiche, hieße viel Arbeit, lohnt nicht.
Ich wollte die Dynaudio-Gehäuse nicht verschenken oder gar entsorgen, weil die wirklich gut aussehen. Für die W170S mußte ich die TT-Ausschnitte etwas größerraspeln, die G25NDWG sitzen mit Adaptern aus Aluminium in den sonst viel zu großen HT-Ausschnitten. Schwarze Schrauben gab es im Baumarkt nicht, deswegen haben die HTs jetzt silberne. Sieht man hinter den Abdeckungen eh nicht. Alle anderen Schrauben sind von den Audience 10 übernommen.
Ich habe die alten Schaumstoffmatten wiederverwendet und dann noch jeweils eine Polyestermatte von Visaton aus den Altos in die Dynaudio-Gehäuse.
Der schwarze FQG wurde mit einem Behringer B-5 9cm vor dem Steg zwischen HT und MT gemessen. Da sieht der Einbruch vermutlich übler aus als er wirklich ist, weil das Mikrofon da schon sehr weit abseits der Hauptachsen von TT und HT war. Da waren außerdem die Boxen auf 1,2m Höhe sehr nah an einer Wand.
Der grüne FQG wurde mit den Boxen im Wagen und dem B-5 1m vor dem HT gemessen, ohne EQ. Beim blauen FQG war der EQ aktiv:
63Hz: -10dB
160Hz: -6dB
400Hz: +4dB
1kHz: +6dB
2,5kHz: +4dB
6,3kHz: -8dB
16kHz: -10dB
Das 16-kHz-Band habe ich inzwischen wieder auf 0dB gestellt. Der grüne und der blaue FQG unterscheiden sich nicht viel, der Klangunterschied ist allerdings groß. Erstaunlich.
Das auf dem ersten Bild ist eine der Audience-10-Weichen.
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