weiß jemand in etwa, welches "Bündelungsmuster" die alten Atlanten aufweisen? (Die mit der DSM38FFL und dem WSP21S). Ich frage, weil mir das mit der Bündelung gerade durch die Gedanken saust und mir damals der Klang der Atlanten sehr gut gefallen hat. Die müssten doch recht breit abtrahlen, oder bündelt selbst dieser Koloss von Vierweger gar wie ein Tannenbaum?
Von wegen "Tannenbaum": das ist gerade der Vorteil der "Vierweger": durch die MT-Kalotte ist das Abstrahlverhalten viel gleichmässiger, als wenn ein Konusmitteltöner zum Einsatz kommt.
Im Thread "Modifizierte Atlas Compact" wurde versucht, die MT-Kalotte durch einen Konnusmitteltöner zu ersetzen. Bei der Trennung um die 3,5kHz zeigte das Bündelungsmaßdiagramm einen leichten Knick zwischen 2,5 und 7kHz. Mit der MT Kalotte wird viel gleichmässiger aussehen.
Aus diesem Grund ist der Übergang zwischen dem Mitteltöner und Hochtöner zum Schluss nochmals nach unten verschoben worden und kam irgendwo bei 2,5kHz an.
Zwei Tragödien gibt es im Leben: nicht zu bekommen, was das Herz wünscht, und die andere - es doch zu bekommen. (Oscar Wilde) Harry's kleine Leidenschaften
Das beruhigt. Jedenfalls insofern, als mir dann offenbar ein gleichmäßig bündelnder Lautsprecher klanglich sehr gut gefällt.
Allerdings habe ich so meine Zweifel, ob die Atlanten tatsächlich gleichmäßig abstrahlten. Lässt eine Kombination aus einem 200er Konus und einer 38er Kalotte nicht auf ein Schnürkorsett für den Konus schließen, weil die Kalotte ja nicht sonderlich tief kann und deshalb der Konus höher muss, als er den Halbraum ausleuchten kann?
Ich kann zu den alten Atlanten nicht viel sagen, die 50mm-Kalotte der neueren ist vermutlich schon die bessere Wahl. Generell geht das Konzept aber wirklich gut. Die Compact Mk. V hätte ich schon gerne im Wohnzimmer, wenn sie nicht so riesig wäre. So gleichmäßig bündelt wohl kaum ein 3-Weger. Boxsim-Simulation Atlas Compakt Mk.V von VISATON aus Boxsim-Thread
Boxsim ... wenn Lautsprechersimulation gelingen soll.
Sag mal Uwe, ist die mal die überprüft worden, wie genau Boxsim das Bündelungsverhalten simuliert? (Ist mir entgangen)
Denn das Bündelungsverhalten der Atlas Compact V in dieser Projektdatei hat zwischen 2 und 5kHz einen komischen Verlauf. Hätte nicht erwartet.
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Wie kann ich die verlinkte Projektdatei mit Boxsim starten? Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das Programm zwar schon vor einiger Zeit heruntergeladen aber bisher nicht benutzt habe (die Versionsnummer des Programms ist 9.3a). Die Datei würde ich mir sehr gerne ansehen.
Stimmt, auch die alten Atlanten sind echte Riesenkübel (die "Kompakt" kenne ich leider nicht.) Heute möchte ich solche Brummer auch nicht mehr im Wohnzimmer haben - den Klang natürlich schon. Seit meine Atlanten ausgemustert sind, renne ich dem Klang dieser Boxen deshalb auch hinterher, was bei der aktuellen Mode fertiger Boxen etwas anstrengend ist. Klanglich gefallen mir diese Schmalhemden mit meist zwei Wegen nämlich gar nicht. Auf diesem Gebiet bin ich wahrlich kein Experte - aber das, was man hier und da Interessantes liest über die klangbestimmenden Merkmale eines Lautsprechers deutet auf das Bündelungsverhalten und die Schallwandbreite als wesentliche Merkmale hin.
Ist schon etwas knifflig, da den richtigen Kompromiss zu finden.
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Sag mal Uwe, ist die mal die überprüft worden, wie genau Boxsim das Bündelungsverhalten simuliert?
Nein, das ist so einfach auch nicht möglich, da das "echte" Bündelungsmaß ja das Verhältnis von Leistung auf Achse zu mittlerer Leistung in den Raum ist und letztere immer nur abschätzbar. Boxsim simuliert in 30 Richtungen, aber das ist immer noch zu wenig um im Integral nicht doch falsch liegen zu können.
Gäbe es z. B. einen Lautsprecher mit viel Pegel auf Achse, dann Loch, dann Peak bei 30°, dann Loch, dann Peak bei 60°, dann Loch, dann Peak bei 90°, würde Boxsim ihm viel zu viel abgestrahlte Energie unterstellen (immer da wo Boxsim rechnet, ist ein Peak).
Die bisherige Verifikation bestand darin, dass soswohl ich, als auch F. H. sich die Frequenzgänge unter verschiedenen Winkeln bei einer kleinen Testkiste (bestückt mit KE25 und TI100) mal angesehen haben und mit Messungen verglichen haben und beschlossen, dass das im Mittel schon so etwa hinkommt .... exakte Mathematik ist aber schon noch was anderes.
Die Bündelung der Atlanten bei 3..5kHz ist aber durch das Zusammenspiel mehrerer Effekte schon gut erklärbar:
- Die MT-Kalotte beginnt ab 3kHz signifikant zu bündeln
- Die MHT-HT-Trennung erzeugt Interferenzartefakte.
- Die Schallwand bündelt bei 2...3 kHz sehr schwach, sonst wäre der Anstieg früher und flacher.
Im Gegensatz zu vielen anderen Boxen mit ähnlichem (Summen-)Bündelungsmaß ist das hier aber ein Zusammenspiel aus verschiedenen Richtungen und nicht eine Kompensation der Vertikalen mit der Horizontalen Abstrahlung oder ähnliches.
Man könnte sicher bei Compact Mk.V mit etwas tieferer MHT-HT-Trennung mal experimentieren, aber eine Katastrophe ist das auch so nicht.
Boxsim ... wenn Lautsprechersimulation gelingen soll.
ich kann das leider nicht öffnen, aber die Kombination einer 2"-Kalotte mit einer 1"-Kalotte bei einem Frequenzübergang von 4,5kHz ist töricht (Diffusfeld-Übertragungsmaß, Interferenzen)
Eine 2"-Kalotte läuft von der Bündelung bis ca. 3,4kHz und dort kann man von der Belastung her schon eine 0,75"-Kalotte nehmen. Sinnvolle Modifikation daher: DSM 50 FFL bis 3,4kHz laufen lassen, DSM 25FFL durch G20SC ersetzen.
Wenn der Schalldruckpegel der G20SC nicht reicht, macht man die Trennung halt aktiv und hebt den G20SC etwas an.
Andreas, das was Du schreibst, ist irgendwo bestimmt richtig. Aber setzt Du dabei die Grenze nicht zu hart?
Mit diesen Kritärien dürfte die Kombination aus einem 17TT und einer 25mm Kalotte doch überhaupt nicht funktionieren, oder? Und davon gibt es einige, die doch ganz passablen Klang liefern?
P.S.:
Abgesehen davon: hier der FG der DSM50FFL:
dazu noch die DSC25FFL:
und hier der G50FFL:
Bei der DSM50FFL trennt sich die 30°-Linie sichtbar von der FG-Linie irgendwo bei 4kHz, bei der G50FFL sogar weit hinter der 5kHz Marke. Ob das wirklich so kritisch zu bewerten ist?
Trennt man DSM500FFL und DSM25FFL irgendwo bei 4kHz, so ist hier das Bündelungsverhalten doch ziemlich ähnlich, was?
Um es auf den Punkt zu bringen: wie viel davon bleibt im normalen Wohnzimmer übrig, und was können wir überhaupt noch heraushören?
Zwei Tragödien gibt es im Leben: nicht zu bekommen, was das Herz wünscht, und die andere - es doch zu bekommen. (Oscar Wilde) Harry's kleine Leidenschaften
Original geschrieben von harry_m
Mit diesen Kritärien dürfte die Kombination aus einem 17TT und einer 25mm Kalotte doch überhaupt nicht funktionieren, oder?
Hallo harry-m,
zwei Aspekte wären zu berücksichtigen:
Ein Konuschassis bündelt oberhalb ka=1 weniger als eine Kalotte, da die Membran nicht kolbenförmig arbeitet und sich so die effektive Strahlerfläche verringert.
Und vernünftig funktioniert eine Kombination 17er TT und 25er HT ja auch nicht. Möchte man die Problematik verringern, erfordert es wenigstens eine Anpassung des Hochtöners per Waveguide und/oder sehr tiefe Trennfrequenzen von rund 1,8kHz.
ich weiß, was ich hier schreibe. Der Frequenzgang unter 30° sagt auch gar nichts aus und die Fixierung auf diesen sinnlosen 30°-Frequenzgang ist eines der Hauptübel der Bastelszene. Schau doch mal unter 60° und 90°. Ein Loch im Diffusfeld-Frequenzgang von z.B. 3dB ist schon sehr deutlich hörbar!
Ich habe mit 3", 2" und 1,5"-Kalotten Tests durchgeführt, dank durchstimmbarer Aktivweiche und Terzbandequalizer ist das ganz leicht. Ergebnis ist jeweils dumpf werdender Klang ab 2,2kHz (3"), 3,3kHz (2") und 4,4kHz (1,5"), Filter dabei 24dB/8ve.
Ich habe auch 6,5"/1"-Systeme probiert, klang immer Scheiße. Wenn man bei 1,2kHz trennt, geht es einigermaßen, aber das machen die Hochtöner nicht mit. Ohne Waveguide vor dem Hochtöner oder andere Maßnahmen zur Anpassung der Richtcharakteristik ist eine auch nur zufriedenstellende Wiedergabgequalität von diesen 6,5"/1"-Gurken nicht zu erwarten - Fehlkonstruktion, man hat sich nur landläufig an daran gewöhnt.
Die meisten Hörer kriegen es nur nicht mit, weil sie diesen Plastik-Nahaufnahme-Popschmutz hören, von dem ohnehin niemand weiß, wie es klingt, Wiedergabefehler machen das sterile Zeug dann sogar "interessanter".
In der DDR hat man die Problematik der Richtcharakteristik offenbar gekannt, eine Kombination von 5" Konus und 1"-Hochtöner, getrennt bei 1,8kHz und mit einem Waveguide vor dem Hochtöner, so funktionierts, meßbar und hörbar:
1. Bündelung auf einer endlichen Schallwand ist deutlich anderes als auf unendlicher Schallwand.
Boxsim simuliert hier zwar nicht unendlich genau, die Effekte sind aber gut erkennbar und werden richtig dargestellt.
2. Frequenzgang im 30°-Winkel läßt noch lange nicht auf Bündelunsgverhalten schließen. Es fehlen noch 60°, 90°, 120°, 150°, 180°, 30°vertikal, 60° vertikal, 90° vertikal, ........... usw.
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