Woher kommt der vielbeschworene Hornsound, der oft als "typisch" dargestellt wird?
Wenn es nicht der Frequenzgang ist und die Verzerrungen auch deutlich niedriger sind, bleibt doch höchstens das Bündelungsverhalten, welches auffällig gleichmäßig ist?! Liegt es vielleicht am größeren unverzerrten Dynamikumfang? Oder ist die Ursache im Ein-/Ausschwingverhalten zu suchen?
ich denke, es kommt - wie eigentlich immer - darauf an, wie die Umsetzung des "Horn-Konzepts" gelungen ist.
Beim Koax mit integriertem Treiber kann es sehr wohl gelingen, eine hochwertige Wiedergabe zu erreichen. Dann ist auch die Darstellung eines Gesamtbildes möglich. Große Hörner bei geringem Abstand zum Hörer werden dies wohl kaum ermöglichen.
Es müßte aber schon sein, daß sich die Weitergabe des Schwingvorgangs und der Vorgang selbst durch das Vorsetzen eines Horns ändert. Der höhere Strahlungswiderstand verhindert bei gleicher Eingangsleistung größere Auslenkungen, sodaß das Zeitinterval zur Erreichung der Ruhelage (bzw. deren Nähe) kürzer werden müßte. Darüber hinaus wird die "Wahrnehmbarkeit" der Schwingung durch die Einschränkung des Abstrahlwinkels verbessert. Der Anteil des Direktschalls am Gesamtereignis wird vergrößert.
Ich würde allerdings gern noch die Frage stellen, was den typischen Hornsound eigentlich ausmacht? Wie klingt ein Horn typischerweise?
1. Hornsound auf dem Bahnsteig:
- Überbetonung des mittleren Frequenzbereichs zur guten Spachverstädnlichkeit
- zu kurze Hörner mit starken Reflexionen an den Hornmündern
- Sehr hohe Kompressionsverhältnisse zur Stahlungsanpassung
- Überanpassung und somit Verzerrungen der Luft
2. Hornsound im Hifibereich
- Starke Bündelung und damit verbunden starke erste Wellenfront, wenig Raumeinfluß, ungewohnt insbesondere im MT-Bereich
- Reflexionen am Hornmund und damit Welligkeit des Frequenzgangs durch stehende Wellen innerhalb des Horns
- Hoher Klirrfaktor durch Kompression am Hornhals
- Reflexionen innerhalb der Hornführung
- Starke Belastung des Treibers und somit früheres Aufbrechen in Partialschwingungen bei schlechter Verarbeitung
- Für große Auslenkungen (die mit Hornlautsprechern ja durch das Vermögen dann doch gefahren werden) stellt die Membranfläche eine nichtlineare Steifigkeit dar. Die Folge sind IM-Verzerrungen
- Mitschwingen der Gehäuseteile bei den hohen Schalldrücken in der Kompressionskammer
- Interferenz am Hornmund durch unterschiedliche Laufzeiten
- Im Gegensatz zur Theorie auftretenede stehende Wellen in der Druckkammer für höhere Frequenzen
- Starke Impedanzschwankungen die den Verstärker belasten (Röhren!)
Das Hörner es nicht schaffen eine Bühne darzustellen wäre mir noch nie aufgefallen. Selbstverständlich darf man die Tröten nicht an den Ohren vorbeistrahlen lassen und sich in 2m Abstand in einem zu kleinen Raum setzen.
Die Ortung funktioniert (sowohl theoretisch als auch praktisch) sogar erheblich besser des es nicht zu den gefürchteten frühen Reflexionen an Gehäusekanten, Basslautsprechern und Wänden (oder Fernsehern zwischen den Boxen) kommt. Auch innerhalb des Horns treten wie oben genannt Reflexionen auf, praktisch tragen sie aber nicht so stark zum verwischen bei.
Als Maßstab sollten hier vielleicht eher gute Kugelwellenhörner wie die von Avantgarde Acoustic dienen denn irgendwelche PA-Expo-Tröten
da kann ich Farad nur zustimmen. Ein Grund für mein Experiment mit dem FE127 war die zu erwartende bessere Bündelung und damit weniger Raumeinfluss und bessere Ortbarkeit.
Welligkeiten im Impedanzgang der von mir gemessenen Hörner als solche gibte es dort kaum, aber zB die 2,7m Raumhöhe ist gut zu erkennen in ner Impedanzspitze......
Für ev. Verbiegungen im F-Gang gibt es für mich "Klangverbieger", die ab und an von CD zu CD, Platte betätigt werden.
Original geschrieben von Farad ....Als Maßstab sollten hier vielleicht eher gute Kugelwellenhörner wie die von Avantgarde Acoustic dienen denn irgendwelche PA-Expo-Tröten...
Das ist eine sehr beliebte Methode ewas schlecht zu machen: man holt als Beispiel eine misslungene Umsetzung eines Prinzips und macht es für alles haftbar... (Stichwort "Lochboxen")...
Auf der anderen Seite habe ich wirklich Probleme die "Avantgarde Acoustic"'s als Beispiel zu nehmen: denn diese würden in mein Zimmer z.B. nicht hereinpassen. Insofern ist dieser Verweis für den Mann mit einem 3x4m großen Hörraum ein wenig hilfreich.
Und schon sind wir beim unserem Lieblingsargument: in einem guten Raum klingen Boxen grundsätzlich besser...
Zwei Tragödien gibt es im Leben: nicht zu bekommen, was das Herz wünscht, und die andere - es doch zu bekommen. (Oscar Wilde) Harry's kleine Leidenschaften
Treiber+Horn ist ein Bandpass. Reizt man diese naturgegebenen Frequenzgrenzen aus, dann läuft man in Probleme.
Auch ein langes Basshorn ist bei 50Hz praktisch am Ende. Der Output unterhalb liegender Frequenzen ist längsresonatorisch beaufschlagt. Die wegen der Fehlanpassung reflektierten "WellenSünden" muss der Treiber auffangen und wegdämpfen können. Daher gelten für einen Horntreiber die TSPs fast nicht mehr. Es überwiegen andere Dinge: Antrieb/Fläche und Schwingmasse/Fläche.
Gruß, maha
PS: Einen "Hornklang" sondern nur Konstruktionen ab, die von falsch verstandenen Randbedingungen ausgehen.
PPS: Heute bin ich wieder heftig offensiv! *lol*
Die MitteltonKombi der Monitor 890 überdeckt 2,5 bis 3 Oktaven. HornLänge+Mundfläche passen halbwegs mit der unteren GF zusammen. Es geht sich gerade noch aus.
Daher wird sich kein "Hornklang" einstellen. Alles bestens.
Und? Was? Wie weiter? Der zweizöllige Treiber spielt sich halt mit 110db bei 800Hz noch. Er pumpt exakte Bewegungen in´s wirkungsgradsteigernde Horn. Ein Schwabbelkonus würde schon indifferent "schwingen".... was auch zu guten Resultaten führen kann.
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