interessant wäre wohl auch eine Messung von 20er und Hochtöner gemeinsam. Man kann das Ganze mit eine Kondensator vor dem Hochtöner zwischen 1-10µF und Variation der Polung des Hochtöners sehr schön nach Geschmack und Raum abstimmen.
Gemessen sind die Chassis nun also, jetzt soll ich eine Einschätzung abgeben. Zuerst einmal war ich über den Zustand der Membran erstaunt. Wenn die Lautsprecher wirklich schon 50 Jahre alt sind, haben sich die Membranen wirklich gut gehalten. Die Papiersicken, die normalerweise nach Jahren zerschlissen sind, zeigen überhaupt keine Abnutzungsspuren. Durch die Beschäftigung mit diesen Lautsprecher wurde ich sofort in eine nostalgische Stimmung versetzt. Ich wurde an den Anfang der 60er Jahre erinnert, als ich als kleiner Knirps (ohne blassen Schimmer) in alten Röhrenradios mit salzsäurehaltigem Lötzinn rumgelötet habe.
Die Frequenzgänge muss ich eigentlich nicht großartig kommentieren. Positiv ist der enorm hohe Wirkungsgrad von 95 dB (im Mittel). Das erreicht man, wenn man eine superleichte Membran relativ hart einspannt. Dann ergibt sich eine so hohe Resonanzfrequenz wie hier von 87 Hz. Und damit kommen wir auch schon zum ersten Nachteil: Diese Art von Schwingeinsatz lässt keinen richtigen Bass zu, wenigstens nicht den, den man heute gewohnt ist. Außerdem sieht man am Frequenzgang, dass die Höhen ziemlich schwach sind. Setzt man HiFi-Maßstäbe an, kommt man also um einen Subwoofer und einen Hochtöner nicht herum. Der starke Einbruch im Mitteltonbereich ist auf eine heftige Partialschwingung zurückzuführen. D.h, die Membran schwingt dort nicht gleichmäßig vor und zurück, sondern während ein Bereich vorschwingt, bewegt sich der andere zurück. Dadurch kommt es zu dieser Auslöschung. Das ist sehr unschön und ich würde das heute in diesem Ausmaß nicht mehr akzeptieren (weil es vermeidbar ist).
Die offene Schallwand zeigt tatsächlich einen besseren Frequenzgang als die große DIN-Schallwand. Zur Messung wurde sie völlig frei in die Luft gehängt. Im Betrieb steht sie natürlich auf dem Fußboden, wodurch der Pegel im Bass etwas angehoben wird.
Mein Klangeindruck der offenen Schallwand ist schnell beschrieben: ein sehr wirkungsgradstarker, breitbandiger Mitteltöner mit sehr eindringlicher Wiedergabe, der nach einem Tief- und einem Hochtöner verlangt. Wenn man sich lange darauf einhört, kann man sich vielleicht daran gewöhnen. Aber man sollte niemals einen B 200 (z.B. in der SOLO 20) als Vergleich daneben stellen.
Den Hochtöner zu zügeln, verlangt einiges an Geschicklichkeit. Aber es wäre durchaus machbar. Allerdings auf die ganz hohen Frequenzen muss man auch dann verzichten.
@ Stefan: Die Messung mit dem Hochtöner kann ich leider aus Zeitgründen nicht machen.
Hallo Admin, Hallo Forum,
ich lese und beteilige mich immer wieder gerne an Diskussionen über "olle Papptüten". Das macht Spass und es kommt Freude auf :-)
Aber letztendlich bringt es nicht mehr viel, Wahrscheinlichkeiten, eigene Meinungen und Myhten immer wieder zur Diskussion zu stellen.
Idee und Vorschlag von mir:
Wir machen einen Vergleich Greencone gegen B200
Die Lautsprecher werden im jeweils optimalen Gehäuse und evtl elektrischen Korrekturgliedern gemessen.
Eine Hörsession sollte ( evtl.über mehrere Tage bzw. Wochen) in einen normalen Hörraum zu Hause stattfinden.
Ziel sollte es sein, Vor und Nachteile der Lautsprecher zu analysieren und diese Erfahrungen in sein(e) Projekt(e) einfießen zu lassen.
Was haltet Ihr davon ?
weil Autovergleiche immer so griffig sind gebe ich der Versuchung nach: also einen Greencone gegen einen B200 antreten zu lassen, ist ungefähr so, wenn ein Fiat Punto mit einem Ferrari verglichen wird. Damit der Punto mit dem Ferrari mithalten kann, müßte man ihn grundlegend verändern: Einbau eines anderen Motors, eines anderen Fahrwerks und anderer Reifen. Genauso müßte man den Greencone verändern, damit er zum B200 gleichwertig wird: Einbau anderer Membran, anderer Schwingspule usw. Mit Korrekturnetzwerken (seien sie aktiv oder passiv) ist es bei weitem nicht getan.
@ Kaspie: Ich finde diesen Vergleich ganz reizvoll. Aber es müsste mit einem Pegelausgleich gefahren werden. D. h., es hat keinen Sinn, die Solo 50 mit einer 3-Watt-Triode zu betreiben, während der Saba im Mitteltonbereich 8 dB mehr Pegel hat. Diesen Vergleich habe ich schon gemacht (Saba in der offenen Schallwand). Dann klingen die beiden Chassis so unterschiedlich, dass man überhaupt nichts sagen kann.
Hi Admin,
das ein Vergleich nicht so einfach ist, kann ich mir vorstellen.
Einen Pegelausgleich zu erreichen ist einfach. Lautstärkepotie!
Mir geht es nicht darum, welche Lautsprecher ist besser oder schlechter. Das kann man den hiesigen Testzeitschriften überlassen
Eine Verkaufsvorführung soll es auch nicht werden. Zu mal man den Grünen auch nicht mehr neu kaufen kann.
Aber mit einiger Zeit und Geduld beim hören, kann man erkennen wo die Stärken und die Schwächen der Einzelnen Breitbandlautsprecher sind.
Mir schwebt als direkter Vergleich die Solo 50 ( l) gegen Saba-Box auch 50 l vor. Saba braucht den HT, der in eine separate Box kommt.
Hier sollten dann auch mal die Chassis getauscht werden.
Ich kann mir vorstellen, das dieses eine Fundgrube für neue Ideen sein kann.
Gruß
Kay
ich habe mir die Beiträge gerade mal durchgelesen und bin begeistert, dass sich
auch für die alten Chassis interessiert wird
Ich bin nämlich zum Sammler alter Magnat-Lautsprecher "mutiert" und die ersten
dieser Firma waren mit Chassis von Isophon und Scan Speak bestückt.
Durch diese Bestückung wurde ich dazu verleitet, dass ich mal Ausschau nach Chassis
für eine Eigenbau-Box halte.
Jedenfalls würden mich Messwerte für die alte Isophon Plastikkalotte und für die alten
Isophon 20cm Tieftöner mit Gummisicke interessieren. Die Tieftöner habe ich in drei
Varianten hier, die von außen identisch aussehen.
1. Variante: AlNiCo Magnat mit Bügel
2. Variante: kleiner Ferritmagnet
3. Variante: großer Ferritmagnet
Falls es irgendwann mal möglich sein sollte diese Chassis messen zu lassen wäre es schön, wenn
sich jemand melden könnte
Ich hätte auch noch Hochtonkalotten der legendären Magnat All Ribbon in beiden Außführungen hier (Textil und Softmetal). Diese Teile scheinen ja insgesamt auch ziemlich gut zu sein und könnten evtl. als Anreiz für weitere Ideen dienen. Ausgestattet sind die Kalotten mit Alu-Flachdraht und haben einen recht hohen Wirkungsgrad.
Nicht, dass ich jemandem auf die Nerven gehe, aber besonders bei den Magnat Hochtönern würde mich ein Vergleich zu modernen Kalotten wirklich interessieren
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