Original geschrieben von Frankynstone Sobald ich Ferien habe, hole ich den Kosinosinusgenerator aus dem Keller und messe die Impedanzgänge meiner sämtlichen Tonfrequenzelkos. Die Ergebnisse stelle ich euch gern zur Verfügung.
Moin Frankystone,
ich hole diesen Thread mal aus der versenkung, weil mich ja nun doch das Ergebnis Deiner Messungen interessiert - oder solltest Du noch gar keine ferien gehabt haben?
Um nochmal auf die Spulen zurückzukommen, woher weiß ich eigentlich ab wann welche Spule wie stark klirrt? Also ich meine natürlich, bevor ich die Weiche aufgebaut habe und es messen/hören kann, nur dann ist das teure Bauteil ja schon gekauft...
Raphael
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mal pauschal über den Daumen : Luftspulen klirren i.d.R. weniger als Kernspulen.
Je größer der Drahtquerschnitt, desto geringer der Klirr.
Bei Kernspulen nach Möglichkeit auf Kerne aus TrafoBlech zurückgreifen - gibt es relativ günstig als I-Kernspulen; je dicker der Kern und der Drahtquerschnitt, desto besser...
Bei Ferritkernen auch auf einen dicken Kern und großen Drahtquerschnitt achten; solche Spulen nach Möglichkeit nur als Parallel-Bauteil verwenden...
Zu Gunsten einer vernünftigen Belastbarkeit ist es imho besser, statt einer hochohmigen Spule lieber eine mit geringem Widerstand zu nehmen und einen Reihenwiderstand zu verwenden, um auf die geforderte Impedanz zu kommen ( bei Parallelspulen)
Ansonsten sind im it-Katalog Klirrdiagramme der verschiedenen Spulen-Baureihen abgebildet; die sind als Anhaltspunkt gut zu gebrauchen.
Jörn,
Hast Du dazu irgendwo Messungen gesehen? Imho ist der Klirr von Luftspulen generell vernachlässigbar.
Mit freundlichem Gruß
Peter
Hallo Peter,
im it-Katalog gleich auf den ersten Seiten sind entsprechende Meßdiagramme zu finden... - jedenfalls in dem Katalog vom letzten Jahr...
Da gibt es auch Tabellen mit Sättigungsströmen bei Spulen.
Die Klirrmessungen aus dem IT-Katalog kenne ich. Wenn auch bei Kurven für Luftspulen Klirr (sehr gering, dB-Skala!) zu sehen ist, würde ich das auf die Messapparatur zurückführen. Die produziert einen "Klirr-Untergrund". Sehr gut ist das zu sehen, wenn man den Klirr von Spulen mit "weichen" Kernmaterialien bei kleiner Messspannung damit vergleicht: praktisch identisch.
es gab mal in einer HH einen Artikel, wie man aus einer BR-Box eine GHP-Box bauen kann... Bei den Klirrmessungen hat die GHP-Box mit einer Luftspule auch bessere Klirrwerte gehabt als die BR-Box mit einer Kernspule... evtl ist ja doch was dran...
Naja, ich meinte meine Frage eher generell, also ohne daß ich jetzt eine konkrete Frequenzweiche vor mir habe. Möchte eher wissen, wenn ich weiß, die Spule hat diese Daten und es fließte dieser Strom mit diesen Frequenzen, klirrt die Spule oder nicht?
Mit Boxsim spielen kann ja jeder...
Raphael
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Jörn, Du meinst sicherlich die Capella: Ca. 0,2% mehr Klirr K3 im Grundton bei der BR-Variante mit Corobar-Kern gegenüber der GHP-Variante mit Luftspule. Bei Luftspulen-Version darf man davon ausgehen, dass die Spule nichts zum gemessenen Klirr beigetragen hat. Corobar ist ein recht verzerrungsträchtiges Material, auch schon bei geringen Pegeln (siehe Messungen im erwähnten Katalog). Immerhin wird es nicht viel schlimmer, wenn der Pegel steigt. Eventuell liegt der Sättigungsstrom sehr hoch; dann ist es ein gutes Material für Spulen in PA-Boxen. Für Hifi-Boxen gibt es Empfehlenswerteres.
0,2% mehr K3 sind allerdings auch nicht Gravierendes. Bei preiswerten Chassis kann der Klirr von Chassis zu Chassis stärker schwanken als 0,2%, und auch das Gehäuse hat eine gewissen Einfluss.
Ohne Frankynstone vom Messen abhalten zu wollen: Zu Kondensatoren gibt es ebenfalls Messwerte im IT-Katalog, allerdings wurde geschludert mit den Nullen nach dem Komma (MKTs). Auch in einem alten Elektor-Sonderheft wurden Kondensatoren eingehend untersucht.
Bezüglich des Verlustwinkels sind Elkos, vor allem raue, am schlechtesten. In weitem Abstand kommen MKT-Kondensatoren; MKP sind noch etwas besser. Metall-Papier-Kondensatoren liegen zwischen Elkos und MKTs. Der Verlustwinkel steigt mit der Frequenz an; ich nehme an, dass ist wegen dielektrischer Hysterese auch zu erwarten.
Interessant ist, dass zu tiefen Frequenzen hin die Kapazität von glatten Elkos deutlich, bei rauen Elkos sehr deutlich wächst. Kapazitätsangaben beziehen sich wohl meist auf eine Frequenz von 1 kHz. Wenn die Kapazität eines rauen Elkos bei 100 Hz 20% größer ist, wird man das in Filterschaltungen für den Tiefton berücksichtigen müssen.
Elkos und MPs würde ich einmal uneingespielt und einmal eingespielt messen (mehr als einige Minuten), bestimmt interessant.
Raphael, Kernspulen klirren immer, jedoch mehr oder weniger. Manche klirren schon bei geringen Strömen "relativ stark" (solche mit Glockenkernen, Eisenblech, Corobar, Torobar), manche muss man schon ziemlich prügeln, damit nennenwert Klirr ensteht (sehr gut: Ferrobarkerne). Mit steigender Frequenz geht der Klirr bei konstanter Spannung zurück, denn der Strom wird durch die Induktivität gedrosselt. Bei der Spulenauswahl ist zu bedenken, dass Klirr im Bass nur schwer wahrnehmbar ist, im Mittelton schon eher.
Die Boxsim-Spielereien geben nur Aufschluss über die Sättigung von Kernspulen, d.h. ab welcher Eingangsspannung mit einem drastischen Anstieg der Verzerrungen zu rechnen ist. Imho ist das aber der wichtigste potientielle negative Klangeinfluss von Kernspulen.
Ja ich möchte es aber eben genauer wissen. Solche Erfahrungswerte oder "Regeln" sind ja ganz nett. Nur, daß muß doch auch irgendwie berechnenbar sein (zumindestens ansatzweise) bzw. eine Näherungsformel für geben.
Raphael
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Njet, "eine Näherungsformel" ist nicht. Jedes Kernmaterial, jede Bauform ergibt eine eigene Kennlinienschar. Wenn man Messdaten für einen Spulentyp hat, lässt vielleicht eine empirische Formel finden, mit der man Angaben für verschiedene Induktivitätswerte dieses Spulentyps machen kann.
Man braucht letztlich die Magnetisierungskurve des Kermaterials sowie einige Abmessungen:
- minimaler Querschnitt
- Luftspaltlänge (ist berechenbar aus AL-Wert)
- Kernvolumen
Hat man die Eigenschaften für eine Induktivität, so läßt sich das für alle anderen Induktivitäten des selben Kernes umrechnen. Die Arbeitspunkte der Magnetisierungskurve sind ja von der Durchflutung abhängig, diese vom Produkt aus Strom*Windungszahl.
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