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Röhrenverstärker an Selbstbaulautsprechern

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  • chris1964
    Registrierter Benutzer
    • 23.05.2007
    • 48

    Röhrenverstärker an Selbstbaulautsprechern

    Auch wenn es nicht direkt zum Lautsprecherbau passt, habt Ihr Eure Boxen schon mit Röhrenverstärkern betrieben ?
    Es wird ja immer erzählt, dass das kompliziert sei und ich habe es schon mehrmals soweit erfolgreich probiert.

    Da ich keinen Lottogewinn mein Eigen nenne, habe ich mir im Laufe mehrerer Jahre mehrere kleine Röhrenverstärker für wenig Geld in China bestellt. Die Kleinen konnte ich mit meinen Nubert Boxen und den Eigenbaugeschichten von dessakustik und Visaton sowie anderen Selbstbaulautsprechern problemlos betreiben. Angegeben waren diese Minis mit 2x8Watt, real sind es vielleicht 2x5W. Laut genug war es auf jeden Fall, Zimmerlautstärke wird problemlos erreicht, es wird ja oft erzählt, man bräuchte wirkungsgradstarke Lautsprecher. Da muss ich sagen, auch mit 80-82dB funktioniert es. Ein größerer Verstärker mit 2x9W und ein geborgter mit 2x25W (beides Röhren) liefen ohne Probleme.

    Bzgl. Qualität habe ich meist mit Einschränkungen gute Erfahrungen gemacht. Der größere Single Ended Chinaverstärker mit 300B Röhre lief beim ersten Einschalten allerdings nur einseitig, nach Überlegungen mit Zurückschicken oder nicht habe ich selber mal rein geschaut und einen Kondensator entdeckt, der von einer Lötstelle abgegangen war. Außerdem war die Netzkabelbuchse verkehrt herum eingebaut. Beides beseitigt. Nach Probieren prasselte es im rechten Kanal. Die eine Vorstufenröhre ging nach dem nächsten Einschalten im inneren Feuer auf. Ich habe diese durch eine Ersatzröhre aus einem anderen Verstärker ersetzt. Nun spielt es seit einer Woche problemlos. Man kann also Überraschungen erleben.

    Nur der Klang bereitet mir noch Überlegungen. Ich habe keinen Unterschied zwischen diesen Verstärkern und meinem Magnat 750er oder meinen Class D Miniverstärkern wahrnehmen können, weder von CD noch von Schallplatte. Auch auf Hifi Veranstaltungen sahen die Röhren zwar schön aus, aber klangen weder besser noch schlechter als die anderen Systeme. Der einzige Vorteil, es sind auf Messen die einzigen die vernünftig laut sind, die anderen werden meist viel zu laut aufgedreht.

    Wie sind Eure Erfahrungen ?
  • Bernd
    Registrierter Benutzer
    • 08.01.2021
    • 654

    #2
    Hallo!

    Selbst habe ich Röhrenverstärker in den letzten Jahren nicht mehr gehabt und würde mir auch, schon wegen des Verschleisses keinen kaufen, aber wo soll das Problem sein?

    Wenn der Verstärker vernünftig gemacht ist und in seinem normalen Arbeitsbereich betrieben wird, liefert er ein sauberes Signal mit wenig Klirr. Das macht ein Transistor oder Class-D genauso. Interessant wird es an der Leistungsgrenze. Der Röhrenverstärker hat ein viel gutmütigeres Übersteuerungsverhalten als die modernen Verstärker. Gitarristen spielen am liebsten in diesem "Übersteuerungsbereich". Deshalb ist es auch wichtig, daß so ein Verstärker auf 1 Watt reduziert werden kann, damit man das bei halbwegs noch Zimmerlautstärke hinbekommt. Da hat man aber nur die Röhrenverzerrungen. Der optimal Gitarrenklang entsteht eigentlich erst, wenn auch der Trafokern in die Sättigung geht.

    Das Alles hat aber mit HiFi nichts zu tun!

    Die Leistung wird auch, meiner Meinung nach, viel zu hoch bewertet. Der Wirkungsgrad der Box gibt ja an, wie laut sie bei 1 Watt ist, jedenfalls so ungefähr. Wir haben also bei 1 Watt vielleicht 90 dB. Das ist im Normalfall schon lauter, als man es zuhause, wenn auch noch andere Leute im Raum sind und jemand auch mal was sagt, haben will. (Ich habe so eine beknackte Uhr, die meckert schon, wenn es dauerhaft lauter als 85 dB ist) Für die doppelte Lautstärke braucht man die 10-fache(!) Leistung. Das wären 10 Watt, dann 100 dann 1000 Watt!

    Man sieht also, daß für normalen Gebrauch 5 oder 8 Watt mehr als ausreicht. 25 Watt wäre schon reichlich. Dann kommt bei Röhren noch das gutmütige Verzerrungsverhalten dazu, wenn man wirklich mal zu laut aufdreht.

    Man muß allerdings auf die richtige Anpassung an den Ausgangsübertrager achten und die Box sollte eine möglichst gleichmässige Impedanz, passend zum Verstärker haben oder richtig eingestellt sein.

    Kann man Alles machen, wenn man Spass an so einem Teil hat.

    Gruß Bernd

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    • chris1964
      Registrierter Benutzer
      • 23.05.2007
      • 48

      #3
      Danke - ich habe das Thema aufgegriffen, weil ja in High End Kreisen immer wieder behauptet wird, Röhren würden so einen "warmen" Klang erzeugen. Wenn man dann fragt, was warmer Klang ist, kommt oft als Antwort, dass man ja kein High Ender sei, wenn man das nicht wüsste. Ich vermute, dass es eines der üblichen Hifi Wunder ist, nicht so schlimm wie die Jungfrau im Mondschein, aber schon in der Richtung.
      Allerdings, dass das Röhrenradio von den Großeltern früher einen schönen Klang hatte, das wird sicher nicht nur mir aufgefallen sein.
      Wenn Röhrenverstärker frequenzartig durchgemessen werden, kommt man darauf, dass das keinen messtechnischen Hintergrund hat. Schön anzuschauen sind die Dinger trotzdem, wenn sie laufen.

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      • walwal
        Registrierter Benutzer
        • 08.01.2003
        • 28761

        #4
        Naja, Röhrenverstärker verbiegen je nach Lautsprecher den Frequenzgang, die Röhren altern, haben schlechten Dämpfungsfaktor und sind als Heizung gut geeignet.

        „Audiophile verwenden ihre Geräte nicht, um Ihre Musik zu hören. Audiophile verwenden Ihre Musik, um ihre Geräte zu hören.“

        Alan Parsons

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        • walwal
          Registrierter Benutzer
          • 08.01.2003
          • 28761

          #5
          Zitat von mechanic Beitrag anzeigen
          Mal zwei Beispiele mit realistischem Hörabstand (2,5m) und etwas Pegel am Hörort (90dB), Crestfaktor 12dB:

          - Pentaton mit 99dB/1W/1m > 8 Watt (hier reicht meine Hiraga Le Monstre Class A mit 2 x 8W völlig)

          - LaBelle mit 81dB/1W/1m > 504 Watt !

          Mit diesem Rechner kann man schön spielen: https://www.crownaudio.com/en/tools/calculators
          Bei mir waren 100 Watt an der Vox zu wenig, das clippte bei der Sinfonie Fantastique und der großen Trommel.
          Zuletzt geändert von walwal; 01.03.2026, 12:14.
          „Audiophile verwenden ihre Geräte nicht, um Ihre Musik zu hören. Audiophile verwenden Ihre Musik, um ihre Geräte zu hören.“

          Alan Parsons

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          • chris1964
            Registrierter Benutzer
            • 23.05.2007
            • 48

            #6
            Bin da auch recht angetan, ungeachtet der Fehler bei meinem letzten Kauf. Die Ersatzröhre für die kaputte ist aber gekommen und funktioniert, damit kann ich da gut hören. Nur der Schutzkäfig wird so heiß, dass man sich fast daran verbrennt, damit muss ich wohl leben.

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            • goofy_ac
              Registrierter Benutzer
              • 17.02.2018
              • 1229

              #7
              …und trotzdem werde ich sofort meine Röhren wieder hochfahren, wenn ich in meiner Gegend jemanden finde, der die alten Elkos tauscht, und Vor-/Endstufe sauber einstellt. Seit mein alter Kontakt in Rente ist, wird’s schwierig. Versand per Paket ist halt unmöglich…
              Ich habe meine beiden auf einem oben offenen Regal mit schmalen Latten-Böden stehen gehabt - vertikale Durchlüftung…

              Viele Grüße - Axel

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