ich bin der Meinung im Hinterkopf zu haben, dass man die Line-Länge einer TL auf die Resonanzfrequenz des Treibers abstimmt. Ist das tatsächlich so? Und wenn ja warum? Was würde passieren wenn man die TL höher abstimmt und was wenn tiefer?
Eine TML die höher Fs ausgelegt wird macht keinen Sinn da der Tieftöner dann quasi auf seiner Reso "free Air" läuft.
Wenn die TML tiefer ausgelegt wird kann das den Vorteil haben das der Tieftöner unterhalb seiner Reso in seinem Hub begrenzt wird. Sinn macht das bei Lautsprechern mit einer Reso die deutlich über dem Übertragungsbereich liegt, wie z.B. 13er oder 17er die auf 40-50Hz ausgelegt sind und bei 20Hz dann unkontrolliert "flattern".
So logisch wie sich Marcs Erklärug auch anhört, richtig ist sie nicht.
Nach klassischer Abstimmweise nimmt man eine Line mit einem Querschnitt, der der Membranfläche, und einer Länge, die der Viertelwellenlänge der gewünschten Abstimmfrequenz entspricht.
Treiber, die dafür besonders gut geeignet sein sollen, haben eine etwas höhere Güte (gerade für Treiber mit höherer Resonanzgüte wird eine TML oft als das optimale Gehäuseprinzip genannt).
Mittlerweile hat sich diese Ansicht aber, Simulationsprogrammen sei Dank, geändert.
Die Treiber, die in einer TML gut arbeiten, sind auch diejenigen, die in BR gut arbeiten. Also Treiber mit nicht allzu hohen Güten.
Dass ein Treiber unterhalb der Abstimmfrequenz einer TML oder eines BR-Gehäuses recht ungebremst (unkontrolliert) rumflattert, liegt nicht an der Resonanzfrequenz, sondern am akustischen Kurzschluss, der mit fallender Frequenz immer perfekter wird.
Ob jetz ein Resonator (TML oder BR ist wurscht) auf die Freiluft-Resonanzfrequenz des verwendeten Treibers abgestimmt ist, oder drüber oder drunter, ist für diesen Umstand unerheblich.
Wie und auf welche Frequenz abgestimmt wird, hängt von den Zielvorgaben des Projektes ab.
Wird die Kontur einer TML verändert, ergeben sich ziemlich schnell Konstellationen, die eher an Hörner erinnern oder auch eher als BR zu bewerten sind.
Zu den Simulationsprogrammen:
Ich verwende AJHorn.
Es gibt aber auch kostenlose Programme, die dafür geeignet sind. Hornresp und Transmissionline (Vorstellung hier).
Die beiden kostenlosen kenn ich aber nicht persönlich…
Das von mir geschriebene basiert auf Simus mit AJ-Horn und die Rede war hier von Abstimmfrequenz der Line die sich aus eben diesen Parametern ergibt.
du kannst bei AJ-Horn den Membranhub einblenden und das überprüfen.
Mit einem Sweep Signal lässt sich übrigens wunderbar sehen wie genau AJ rechnet.
nach kurzer Betrachtung der genannten Simulationsprogramme bin ich zum Schluß gekommen, dass doch erheblich Einarbeitungszeit erforderlich ist. Da sind einige "böhmische Dörfer" für mich dabei. Deshalb wollte ich hier ein paar Infos einholen, damit ich nicht komplett auf dem Holzweg bin.
Mein geplantes Projekt soll just-for-fun sein. Es soll keine wissentschaftliche Arbeit werden. Darum hoffe ich auf die Tipps einiger hier, die sich öfters mit der Materie befassen und möchte mir somit die einarbeitung in die komplexe Simulation ersparen. Versucht wird der Bau auf jeden Fall, es geht jetzt nur noch darum wie.
Die Chassis sind vorhanden, ein DSP zur Entzerrung auch. Es "kostet" also lediglich etwas Holz und einen Samstag Spaß mit einem Kumpel. Konkret soll es ein abgewandelter TL-Sub werden. Nachdem ich mit meinem Projekt (siehe hier: klick) mittlerweile mehr als zufrieden bin, hat auch ein Bekannter Interesse an etwas ähnlichem angemeldet.
Meine TL ist mittlerweile eingemessen und mit einem DSP entzerrt und sie funktioniert sehr gut. Ich weiß, dass es ein Glückstreffer war, dass zufällig die Phasen, Aufstelung, etc. genau passen. Es hätte auch nach hinten los gehen können.
Bei der Dimensionierung meiner TL habe ich mich mit der Abstimmung an den Visaton-Vorschlag gehalten. Vermutlich hat es so gut geklappt, da die Resonanzfrequenz des TIW 300 (25 Hz), auf die der Original TL-Sub abgestimmt ist fast gleich der des W300S (23 Hz) ist.
Mein Bekannter hat ein nicht-Visaton-Chassic (Raveland TW3000), dass er bereits in einer TL nutzt. Diese soll aus optischen Gründen ersetzt werden. Deshalb haben wir den Entschluss gefasst ebenfalls mein Konzept nachzubauen. Als zweites Chassis ist ein Visaton GF200 vorhanden.
Den Thread hier habe ich eröffnet, weil die Resonanzfrequenz des TW3000 sehr hoch (29 Hz) und schon fast bei der des GF200 (30 Hz) liegt. Ich bin mir also unsicher, ob wir die Abstimmung hier auch übernehmen können. Ich bin deshalb am überlegen, ob wir die TL auf die Resonanz des TW3000 umrechnen und damit Tiefgang verschenken, oder ob es auch mit der tieferen Abstimmung funktioniert.
So wie Chaomaniac schreibt könnten die Chancen gut liegen, dass es mit der tiefen Abstimmung klappen könnte.
Von der Güte her liegen alle 30er Chassis im "ähnlichen" Bereich: TW300: 0,28 W300S: 0,33 TW3000: 0,36
Was "sieht" denn ein 30Hz Fs Tieftöner bei 30Hz in einer Line die auf 50Hz abgestimmt ist?
Nicht den von Dir genannten akustischen Kurzschluss?
Doch, das stand hier aber auch gar nicht zur Frage. Dem Fs=30 Hz-Chassis geht es da aber nicht anders als einem Fs=60 Hz-Chassis. Beiden fehlt deutlich unterhalb der TML- oder BR-Abstimmfrequenz der Gegendruck oder die Luftfeder.
Zitat von Obelix
…
Von der Güte her liegen alle 30er Chassis im "ähnlichen" Bereich: TW300: 0,28 W300S: 0,33 TW3000: 0,36
Viele Grüße
Andreas
Die Güte als Eignungsmerkmal hab ich dooferweise herangezogen, da sie gerne als Eignungsmerkmal für TML-Boxen genannt wird.
Es gibt aber noch einen weiteren dominant wichtigen Wert, ohne den bei einer Abschätzung der Gehäuseauslegung gar nix geht: Vas.
Für grobe Schätzungen reicht oft der Minimalsatz aus Fs, Qts und Vas. Für Simulationen mit erhöhter Genauigkeit werden noch mehr Werte benötigt.
Es ist bei TMLs nicht recht viel anders als bei BR-Boxen.
In ein und demselben Gehäuse können Chassis mit nummerisch recht unterschiedlichen Parametern funktionieren (z. B. #1 mit niedrigem Fs und Qts aber hohem Vas, #2 mit hohem Fs und Qts, bei geringem Vas). Ein W 300 S benötigt bei ähnlicher Zielamplitudenkurve ein ganz anderes Gehäuse als ein TW3000.
Dagegen kann ein Treiber in einem Gehäuse völlig versagen, bei dem nur 2 der 3 Hauptparameter nummerisch gleich zu einem funktionierendem Chassis sind, aber der dritte Parameter aus der Reihe tanzt.
Bei einer TML gilt die ungefähre Richtung: je höher Qts und/oder Vas ist, desto größer muss der Line-Querschnitt werden (und umgekehrt). Fs ist (zumindest für die Auslegung der TML-Abstimmfrequenz) nicht mal von sekundärem Interesse, hat aber zusammen mit den anderen Parametern natürlich Einfluss auf das Gesamtergebnis.
Je nach Einsatzbereich hat man aber auch relativ große Freiheiten.
Wenn per DSP entzerrt wird und ein Subsonicfilter vorhanden ist, kann man es eigentlich nicht völlig falsch machen. Die Abstimmfrequenz sollte dabei bei oder knapp über dem -3 dB-Punkt des Subsonicfilters liegen. Wenn der Frequenzgang dann nicht passt, biegt man's per EQ so hin, wie man es gern hat.
Kurz zu o.g. Im Prinzip sehen beide Tieftöner (Fs30 und Fs60) bei gleicher TML Länge eine ähnliche Bedämpfung, das ist richtig. Nur funktioniert eine Fs30 Line bei einem FS60 Tieftöner nicht wie gewünscht.
Aber egal, viel wichtiger ist die Position des Treibers, einfach am Anfang der Line ist Vergangenheit.
Bei Spass an dem Hobby Boxenbau empfehle ich in die Software AJ-Horn, kostet zwar erst etwas, spart aber dafür eine Menge Holz und Nerven.
Ich würde mir da mal den TL MK2 als Basis ansehen.
Hat gegen den Ur-TL eigentlich nur Vorteile:
Lt. MR. Woofa viel Pegelfester, Lt. AJHorn viel Breitbandiger und wurde auch in kleineren Varianten schon hier vorgestellt.
Gruss Andi_m
Spannungsabfall ist kein Sondermüll
Wenn du nicht helfen kannst dann störe
dabei sein ist alles (Zitat: Jürgen von der Lippe)
Ich finde eine Version mit kleineren Treibern (TIW200 oder TIW250) sehr interessant. Wenn die Länge des originalen TL-sub gleich bleibt und der Querschnitt der Chassisfläche angepasst wird, was für max Pegel kann man mit den 200er bzw. 250er im Bereich 20-30Hz erwarten?
Danke für den Link, aber den kenne ich schon. Ich würde gerne mal in Zahlen wissen, was die Verionen mit TIW200 oder mit TIW250 unterum "können".
Leider habe ich keine Software mit der ich dies selber Simulieren kann.
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