Die Tieftonabstimmung mittels Passivmembran bringt schon einige Vorteile. Für mich ist bei Zweiwegesystemen der Mitteltonanteil aus dem Bassreflexrohr immer etwas kritisch betrachtet worden. Mit einer Passivmembran wird diese Störung wesentlich eingeschränkt.
Die Abstimmung der Passivmembran soll nun analog der Abstimmung des Bassreflexrohres erfolgen. Genau damit habe ich einige Probleme. Wenn ich mir nun einige Passivmembranen ansehe, z.B. Wavecor PR223 (ich bitte das Feindbild zu entschuldigen) dann liegt die Abstimmfrequenz bei 13,9...20 Hz. Wer benötigt denn solch eine tiefe Abstimmung? Abgesehen davon, dass diese schon außerhalb des Hörbereiches liegt.
Ich habe nun zwischenzeitlich einiges über Passivmembranen im Internet nachgelesen. Es gibt da schon einige Berechnungsmöglichkeiten. Diese beziehen sich jedoch auf die Ermittlung der Größe der Membrangewichte. Das nutzt mir wenig. Ich würde am Baumuster die Impedanzkurve aufnehmen und daran kann ich die Abstimmfrequenz ersehen. Aber genau jetzt entsteht ein Unterschied zur BR-Kiste. Die Bassreflexrohre sind wesentlich höher abgestimmt. Die übliche Aussage, das BR-Rohr wird durch eine Membran ersetzt kann also nicht stimmen.
Selbst wenn ich nun messtechnisch abstimme, benötige ich doch eine Zielkurve oder eine vorher berechnete Tuningfrequenz, die ich dann mit den Membrangewichten einstelle.
Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten. Einiges klärt sich bereits. Ich habe mich auch ein wenig in den Dickason eingelesen.
Aber Fragen bleiben halt doch noch. Ari-acoustic hat die Thematik schon sehr gut beschrieben, aber fragen bleiben trotzdem. Wenn ich dort unter dem Titel "Subwoofer mit Passivmembran" am Beispiel des PR 182 lese, dass mit einem Zusatzgewicht von 115g eine Reflexfrequenz von 29 Hz erzielt wird, stimmt das nicht mit den Angaben lt. Datenblatt überein. Der Hersteller nennt eine bewegte Masse von 72g und ein maximales Zusatzgewicht von 35g. Da bin ich mit den 115g schon drüber. Die Reflexfrequenz laut Hersteller beträgt nach dieser Variante 8,2Hz und nicht 29Hz?
Nun sicher gibt es auch dafür eine Erklärung. Die nächste Sache scheint jedoch komplizierter. Passivmembranen sollen möglichst gleiches Membranmaterial und gleiche Aufhängung wie die Treiber haben. Deshalb ist der PR 182 auch für den SW 182 empfohlen. Ich leite davon ab, dass die Passivmembran für einen TMT wenig geeignet ist. Damit entfällt jedoch der wesentliche Vorteil "...dass sie nicht an Problemen der Tunnelresonanzen, und der Übertragung stehender Wellen aus der Reflexöffnung leiden." (Dickason 4.4, Seite 131).
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