ich habe mit Verwunderung in der aktuellen Hobby Hifi einen Artikel über die Position des Bassreflexrohrs gelesen.
Da steht, die optimale Bassausbeute hat man nur, wenn das Rohr auf der Vorderseite ist, und durch den Abstand zur Schallwand, wenn es hinten ist ergeben sich Laufzeitverzögerungen.
Laut Visaton ist es jedoch egal, ob es vorne oder hinten ist.
In verschiedenen Ausgaben von HH wurde geäußert, dass es im Prinzip egal ist (aufgrund der sehr langen Wellenlängen, Kugelförmige Ausbreitung der tiefen Töne), wo das BR-Rohr angebracht wird.
Die Anbringung hinten hat den Vorteil, dass eventuell Mitteltonanteile die übers BR-Rohr mit ausgestrahlt werden, nicht unmittelbar nach vorne laufen und besser gedämpft werden.
Laut HH bringt die Anbringung vorne etwas mehr "Punch" im Tieftonbereich, da die Wellenfront vom TT und BR-Rohr unmittelbar in eine Richtung laufen.
Wenns optisch nicht stört, würde ich das BR-Rohr nach vorne laufen lassen.
Natürlich auch dann, wenn hinten nur ein geringer Wandabstand (< 20 cm) möglich ist.
Laut Timmi gibt es Probleme, wenn der Abstand TT Chassis - Baßreflexöffnung zu groß wird (z.B. große Standbox - TT weit oben - BR-Rohr ganz unten), da hier quasi schon eine Laufzeitleitung entsteht (analog zu Transmissionline) und die Helmholtzresonanz (Luftschwingung Gehäuse-BR-Rohr) nicht mehr optimal funktioniert.
Ja die kenne ich, deswegen bin ich ja so verwundert, über das was HH schreibt, weil in den Artikeln von Visaton steht, es sei egal, ob die Öffnung vorne oder hinten ist.
bei tief getrennten 3-wegern kann das rohr auch vorn sein. bei höher getrennten und 2 wegern macht man es besser hinten hin, weil sonst auch mitteltonanteile durch das rohr auf der vorderseite hörbar sein könnten.
ein bassreflexsystem wirkt, weil der nach innen abgestrahlte anteil der bassmembran hörbar gemacht wird. dieser wird aber genau phasenverkehrt abgegeben - d.h. auslöschung. man sollte also die br-öffnung so weit wie möglich weg vom tieftöner legen, damit sich die phase dreht und gut mit dem frontal durch die membran abgestrahlten anteil addieren kann. eine anordnung auf der rückseite ist deshalb meiner ansicht nach sogar günstiger. das impulsverhalten wird zwar theoretisch verschlechtert (weil ja das br-rohr immer verspätet gegenüber der membran wirkt), aber das ist praktisch nicht hörbar, denn der nachhall in den wohnräumen klingt wesentlich länger nach.
Das glaube ich auch, Timmermann schreibt einen Zeitversatz von 1 Millisekunde, ich kann mir nicht vorstellen, dass man so einen kurzen Zeitversatz merkt.
na 1ms kommt mir ein bissel wenig vor (1ms wovon eigentlich?) aber wenn man bedenkt, dass viele hörräume im bass gut 1-2 sekunden min. hörbar nachklingen, dann ist die frage br-rohr vorn oder hinten wirklich unrelevant, weil unhörbar.
Jetzt mal ein ketzerischer Gedanke:
Timmermanns sind die "eigenen Technologien" ausgegangen.
Gedankenspiel:
Lautsprecher, 30 cm tief.
Wandabstand zur Schallwand 50 cm, also zwischen Box und Wand 20 cm Luft.
Insgesamt kein untypisches Szenario.
Jetzt mal gedanklich den Weg des Schalls nachvollziehen.
Direktschall kommt vom Treiber selbst und vom BR-Kanal, auch wenn letzterer auf der Gehäuserückseite ist.
Aaaber es kommt am Hörplatz nicht nur Direktschall an, sondern auch der reflektierte Schall von der Wand. Und der legt schon einen bestimmten Weg zurück, benötigt dafür in jedem Fall mehr als 1 ms bis er wieder auf der Höhe der Schallwand ist. Wenn man jetzt nicht diekt im Nahfeld der Boxen hockt, haben Direktschall und Reflektierter Schall sogar annähernd die selbe Intensität.
Bei diesem Gedankenspiel sind die weiteren Wände im Hörraum noch nicht einmal berücksichtigt. Dann kommen nämlich noch die Moden und Energiereiche Mehrfachreflexionen mit ins Spiel. Alles mit Laufzeiten deutlich über einer Millisekunde.
Und jetzt sollte sich jeder für sich die Frage beantworten, wie schädlich eine Verlegung des BR-Kanals auf die Gehäuserückseite ist.
Vorteil einer Frontseitigen Montage ist auf jeden Fall, dass der Schallaustritt weiter weg vom Druckknoten (Wand) ist, was bei einer Abstimmfrequenz, die mit Raummoden zusammenfällt, durchaus einen hörbaren Effekt haben wird.
ich denke, Timmi hat recht, und zwar einfach deshalb, weil man den Effekt, das die Wirkung des BR-Ports am Größten ist, wenn sie nach vorne zeigt, in Boxsim ebenfalls gut sehen kann.
Und weil die Abstrahlung von hohen Frequenzen bei der Timmermann'schen Lösung nach Unten erfolgt, denke ich schon, das dies Art die Optimal darstellt; für Regal und Kompaktboxen, die auf Ständer gestellt werden sollen...
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