Abend
im Stereoplay vom Dezember/06 hats ein Test von Neuen Onkyo Boxen mit Gitarren-gehäuse. in Zusammenarbeit mit Takamine sei dieses Gehäuse Gebaut worden. die Wände sind nur 3,5milimeter dick. was hats damit auf sich, klingt es einer gitarre wirklich ähnlicher als eine normale Box? Was ist der vorteil der Ganzen sache? ist es nur ein exote, oder hat dieses konzept Zukunft?
Ein Gitarrenkorpus hat wie jeder Korpus eines Saiteninstruments eine wichtige Funktion: Gezielte Resonanz (für die Klangfarbe) und Verstärkung der Lautstärke durch diese. Habe das Gehäuse nicht gesehen, aber wenn man durch Membranen die Luftöffnungen verschließt, bleibt einem nur noch die Resonanz des Korpus. Selbst wenn man diese geschickt ausnutzt, so bleibt das Gesamtobjekt doch nur ein Designobjekt... denn warum verwenden wir 19mm MDF - genau - damit ein Gehäuse eben nicht mitschwingt. Denn diese Schwingungen des Gehäuses klingen nur sehr langsam ab und eigentlich ist jegliche Eigenschwingung unerwünscht, da sie vom zugespielten Tonmaterial nicht berücksichtigt wird und auf längere Zeit im Frequenzspektrum verfälschend wirkt als z.B. ein gespielter kurzer Ton dauern würde.
Bei realen Instrumenten ist diese Eigenschaft allerdings schon gewollt und verleihen einer Gitarre eben ihren eigenen Klang (mal davon ausgegangen dass die gleichen Saiten verwendet werden)!
Zu sehen sind sie hier
die front ist aus mdf und der sockel auch, der rest aus 3,5mm dünnem mahagoni. stereoplay berichtet, dass die resonzanzen sehr schnell ausschwingen und bei mdf gerade eben Langsam. ich versteh noch zuwenig von all dem doch wie die klingt würde mich doch noch intressieren. man könnte mal einen versuch mit 5mm sperrholz machen, dann messen und dort wo es resoniert, den pegel dementsprechend absenken. jedoch habe ich keine möglichkeit zum messen.
Ich frage mich dann natürlich, wie fair das sein soll, wenn man mit Gitarrengehäusen boxt, die schlagen doch nicht zurück ... wo ist da das Sportliche ?
Aber im Willi (oder Ernst ?), was bringt es, resonierende Gehäuse zu bauen um sie dann wieder de-resonieren zu wollen/müßen ?
Macht es nicht eher Sinn, den Aufwand durch resonanzarme Gehäuse gleich zu minimieren ?
Dort unter dem Link kann ich auch nirgends die Angabe zu den 'nur' 3,5mm dicken Wandungen finden (habe mir aber auch keinen Wolf gesucht).
Ansonsten könnte ich mir auch nur vorstellen, das wegen der 'krummen' Bauform 3,5mm Sperrholz in mehreren Lagen 'in Form' verleimt wurde.
Siehe auch dazu auf meiner Homepage das (never ending) Projekt 'Nautlantis'.
Tipps & Tricks für alle Wastels in Wolfgangs Bastelkeller , denn wie der Schreiner kann es keiner
Ich habe Probleme für alle Lösungen !!! .-- ....
nun, gerade eben diese böxchen habe ich an einer sündhaft teuren t+a kompaktanlage im mediamarkt gehört. gesamtpreis um die 6700€.
zum klang: so ziemlich das beste was in dem mediamarkt herumstand, mittelton und hochton sind sehr angenehm und gut auflösend, der bass ist angenehm schlank und nicht so übertrieben wie bei billigen boxen dieser grösse. alles in allem gut, aber garantiert nicht sein geld wert.
das mit den 3,5mm steht im stereoplay, dort sind die wände auch gezeigt. die wände sind auf ain mdf gerüst geleimt. auf der site kann eine anleitung als pdf anschauen dort sind die wände auch auf einem bild , sind wirklich saudünn solche 3,5mm
Nun, wenn sie auf ein Gerüst geleimt sind, dann sind sie ja auf keinen Fall mehr mit einem Gitarrenkörper vergleichbar.
Je nachdem wie eng die einzelnen 'Sparren' des Gerüstes stehen, wird es wohl darauf hinaus laufen, das es ähnlich einer 'massiven' Platten ist.
Ich müßte das Bild mal sehen können.
Habe mir nun das PDF mal angeschaut, das ist kein Gerüst, das sind nur irgenwelche Verstrebungen (werden bei Resonanzkörpern für Geigen und Gitarren etc. meines Wissens auch angebracht um eben bestimmte Resonanzen zu minimieren), die aber (bei der Größe der Seiten) auch schon einiges stabilisieren.
Ich nehme mal an, das die Resonanzen dadurch 'in den Fledermausbereich' verschoben sind.
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Bei den orchestralen Streichinstrumenten mit Korpus ist nur ein Stimmsteg vorhanden, der neben der Tonregulierung auch die Aufgabe hat, die Spannung zwischen Decke und Boden (die großen, gebogenen Flächen) aufrecht zu erhalten - bei einer Gitarre ist da normal gar nichts, da ja selten gebogen gebaut wird und ein geklemmter Stimmsteg kaum halten würde. Die Saiten liefern durch ihre Spannung nämlich unheimlich Druck über den Steg auf den Deckel und den Korpus. Die Platzierung des Stimmstegs betrifft meines Wissens hauptsächlich die oberen Lagen des Instruments.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Gehäuse eben wie eine große Passivmembran oder in gewisser Weise wie ein Biegewellenwandler funktioneren soll in den unteren Frequenzbereichen. Wieviel das gegenüber einer harten Fläche denn ausmacht, bliebe noch zu erforschen - ich denke aber, im Endeffekt nicht mehr viel.
Unter einer Gitarrendecke sind eine Menge Verstrebungen. U.a. damit sie sich nicht komplett verzieht.. 6 Saiten ziehen schon mächtig am Sattel... insbesondere bei Westerngitarren (die es dann auch als 12 Saiter gibt).
Der Boden ist ebenfalls verstrebt.. die werden mit Sicherheit auch akkustische Gründe haben.
Geigenbau- eine ganz feine Geschichte. Verstrebungen im engeren Sinn, nach dem Motto "so steif wie möglich" sind das aber nicht. Vielmehr kommt es genau auf Sitz (hier: asymmetrisch; wichtig) und Stärke dieser Holme an, damit wird quasi der Grund- und Obertongehalt des Instruments eingestellt. Bei der Geige gibt es übrigens nur diese eine Leiste (deren Name mir entfallen ist) und ein kleines Stück Rundholz, das zwischen Boden und Decke verkeilt wird. Letzteres wird nachträglich mit einem Drahthaken durch eines der F-Löcher eingefädelt und heißt nicht ohne Grund "Stimme". Die einzusetzenden Hölzer, Leime und Lacke sind nochmal ein extra Ding...
Lautsprecher mit Resonanzboden- das geistert doch alle paar Jahre durch die Szene-> bully bullshit.
Gruß, Christian, müsste eigentlich mal wieder die Fiedel zur Hand nehmen, die Zeit...
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