Alt 09.11.2007, 18:43   #31
Lonzo
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So, nun möchte ich auch etwas zur Messe schreiben. Zu allererst meine negativen Eindrücke: sehr schade fand ich es, dass sämtliche Boxen aller Aussteller hier deutlich unter ihren Möglichkeiten spielen mussten! So haben wir z.B. vor der Messe Musikstücke ausgesucht, die nach meiner Meinung gewisse Stärken der Vita und der Jeani herausstellen sollten. Nach aufstellen der Boxen musste ich allerdings sehr schnell feststellen, dass dieses im Vorfeld sorgfältig zusammengestellte Musikprogramm hier so nicht funktioniert. Ich hätte sehr gerne im Bassbereich sehr komplexe Stücke vorgeführt. Wir mussten aber das gesamte Musikprogramm umschmeißen! Am meisten habe ich mich aber über mich selbst geärgert, da ich die Räumlichkeiten ja eigentlich vom letzten Jahr kannte. Es wäre ein leichtes gewesen, dem entgegenzuwirken. Das hat mir mal wieder gezeigt, dass man sich gar nicht gut genug auf so eine Messe vorbereiten kann. Diese mangelnde Vorbereitung von meiner Seite her hat dazu geführt, dass ich sogar zwei Vorführungen abgebrochen habe. Es stellte sich für mich heraus, dass die sonst eigentlich sehr präzise spielenden Bässe wummerig wirkten, ohne jegliche Präzision, die ich sonst von diesen Boxen gewohnt bin. Gott sei Dank konnten das aber die meisten Besucher auseinander halten. Gerne hätte ich auch die Vita mal mit entsprechendem Musikmaterial so richtig gehen lassen, das war aber nicht möglich, weil man dann schnell den Eindruck gewinnen konnte, dass die Boxen evtl. kaputt sind. Die Wände und Decken waren nur so am scheppern und rappeln. Thomas (Thel) hat mich aber dahin gehend mit dem Satz beruhigt, dass wir mit Sicherheit nicht die einzigen sind, die diese Raumprobleme haben. Die Wände der Räume wirken teilweise wie riesige Plattenabsorber. Hier werden sehr tiefe Frequenzen sehr stark verstärkt und gleichzeitig werden Frequenzen, die die sehr wichtigen Oberwellen für die tiefen Frequenzen enthalten, ausgelöscht. Beispiel 60 und 120 Hz.
Und nun zu den positiven Dingen. Ich weiß nicht mehr, welcher Abend es war, ich war auch noch sehr betrübt von meiner schlechten Laune wegen der Räume, stand ich schon vor dem Hörraum von Hifi-Selbstbau und wollte mir sehr gerne deren Konstruktionen anhören. Irgendwie sollte es aber leider nicht sein. Ich bin viel mehr bei Capaciti gelandet. Ich muss schon sagen, die Jungs gehen so frisch ans Werk, dass deren gute Laune einen so richtig ansteckt! Ich hatte danach auch sehr gute Laune, weil hier kann man sehen und spüren, mit welchem Enthusiasmus die Leute ihren Job wahrnehmen. Wenn sich jemand mal eine sehr saubere räumliche Abbildung der Musik abholen möchte, dem möchte ich die Elektrostaten von Capaciti wärmstens ans Herz legen. Ich hatte hier bei einem Stück den Eindruck, dass der sehr tief gespielte Kontrabass nicht nur sehr stabil an seiner Position stand, sondern auch seine wahre Größe in der Höhe und Tiefe beeindruckend darstellen konnte. Das hat mich an die B200 in den Ecken von Visatons gelben Hörraum erinnert. Die konnten das auch so ähnlich.
Bezüglich des Kondensator Tests möchte ich mich aber noch etwas bedeckt halten; denn meine Eindrücke, die ich bei dem Test gewonnen habe, möchte ich noch einmal in aller Ruhe prüfen. Nur so viel, für mich gibt es seit dem noch einigen Aufklärungsbedarf.

Gruß, Lonzo

P.S.: Ich möchte mich herzlich bei den Leuten bedanken, die die Jeani und auch die Vita trotz der Raumprobleme hier positiv bewertet haben. Das zeigt mir, auf welch hohem Niveau dieses Forum sich bewegt.
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Alt 09.11.2007, 22:11   #32
Boxenwastl
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Bei Lommersum stand eine Box mit mehreren seitlich angeordneten Hochtönern und daneben mit zwei Stück Tiefmitteltontreibern.

Wie hat den diese Box geklungen??? Hat die jemand gehört???

Vom Konzept her scheint sie interessant zu sein, nur dürfte ein Subwoofer notwendig werden.
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Alt 10.11.2007, 10:35   #33
hreith
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Hi Lonzo,

danke für die Blumen
Wir hatten das Glück, dass wir einen Raum mit 4 gemauerten Wänden hatten. Der hat im letzen Jahr schon gut funktioniert und so wollte ich den in diesem Jahr wieder haben. Auch hat er eine Größe (35qm), die in etwa einem Wohnzimmer entspricht. Es passen zwar nicht so viele Leute rein, aber sonst ist die Ecke nicht übel.
Auf manchen Sitzreihen hatten wir im Grundton um die 150Hz ein deutliches Loch, aber so ist es eben.

Neben den Besuchern fand ich auch das Verhältnis zu den anderen Ausstellern sehr schön. Von mir aus habe ich nirgendwo sowas wie Konkurenz gespührt - eher ein gemeinsames Ziel und das Ziehen an einem Strang.
H.Barske hatte uns mal eine Röhre ausgeliehen, Silberglut lief ja abends auch mal (was ich leider verpasst habe), Audiovero hat bei uns auch mal gemessen und korregiert, die Strassackers waren super nett, meine Vorträge habe ich teilweise unten bei ASE gehalten ....
Ich finde es klasse, dass man sich gegenseitig anerkennen und empfehlen kann.
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Alt 10.11.2007, 12:22   #34
Schimanski
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Hallo,

kurz zu den Sachen im Quint-Audio-Raum:

Die Vifa-Box mit den (edit:acht) Ringradiatoren funktionierte im Hochton ähnlich eines Linearrays. Ich habe einige Sekunden beim "Soundcheck" mein Ohr reingehalten. Stehend war sie dumpf und verhangen und wenn man sich auf Hochtönerhöhe bewegte, ging die Sonne auf. Also die typische Bündlungseffekte von Linearrays, den man z.B. auch von Elektrostaten kennt.
Nico meinte am Sonntag zu mir, dass sie auch wesentlich dynamischer und kräftiger als der Coax mit gleichem Hochtöner klang (Membranfläche halt).
Die Röhren mit den Bässen sollten eigentlich mit Hacken an der Decke aufgehangen werden (was aus verständlichen Gründen nicht ging) und dann eine Zylinderwelle im Bassbereich abstrahlen.

Gruß, Christoph

Geändert von Schimanski (10.11.2007 um 16:58 Uhr)
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Alt 10.11.2007, 13:13   #35
hreith
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Hi Christoph,

"Also die typische Bündlungseffekte von Linearrays, den man z.B. auch von Elektrostaten kennt. "
=> Dabei hat man aber oft eine Line von 1-2m, womit der Hörer nicht auf eine Höhe von +-10cm festgenagelt wird.
Mit den kurzen Lines kann man die Boden-/Deckenreflexionen nur bei recht honen Frequenzbereichen ausblenden, dafür sind die Konstrukte halt schön kompakt.

"Die Röhren mit den Bässen sollten eigentlich mit Hacken an der Decke aufgehangen werden (was aus verständlichen Gründen nicht ging) und dann eine Zylinderwelle im Bassbereich abstrahlen."
=> Für eine solche Welle müsste aber doch die Line-Länge in die Größenordnung der Wellenlänge kommen. Das ist im Bass schon sehr viel und so lang kam mir das Ding dann auch wieder nicht vor.
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Alt 10.11.2007, 13:52   #36
Boxenwastl
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Hallo Schimanski !

Vielen Dank für deine gute Beschreibung der Linearray Vifa Boxen von Lommersum. Ich werde mir beim Generalvertrieb genauere Daten einholen.
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Alt 10.11.2007, 15:15   #37
Schimanski
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Hallo Hubert,

ist schon klar. Das Hochtonarray funktioniert auch nur in diesem Bereich, ein Elektrostat bis in den Bass.
Ich wollte damit eigentlich dieses An-Aus-Gefühl beschreiben, was man hat, wenn man den Hörbereich verlässt. Beim Lommersum-Array schaltet sich halt nur der Hochton an- und aus
Das die Hörzonen sich unterscheiden dürfte auch klar sein.

Die Röhren waren gefühlte 1,50m bis 2m. An jede Ende ein Basstreiber. Wenn man sie mittig zwischen Decke und Boden hängt, kann man nach meinem Verständnis mit Hilfe der zwei weiteren Spiegelschallquellen, die sich an Boden und Decke bilden eine Zylinderwelle bilden, die im Bass wirksam ist.

@Boxenwastl: Bitte!

Gruß, Christoph
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Alt 10.11.2007, 20:49   #38
tiki
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Hallo,

auch dort kurz zu den ASE-Arrays.
Leider hatte ich nicht genug Muße, um gehörmäßig nachzuvollziehen, was meßtechnisch klar ist:
Arrays aus mehreren Schallquellen, die nicht klein gegenüber Lambda sind, erzeugen ausgeprägte Nebenkeulen mit hohem Pegel. Das gilt sowohl für wenige große Treiber, wie Bändchen o.ä., die nicht extrem dicht anreihbar sind, als auch für viele kleine Treiber, wie eben die Vifas, welche schon sehr eng zusammensaßen. Zwischen 6 und 7kHz dürften in diesem Fall die Nebenkeulen beginnen, die sich zu höheren Frequenzen hin vervielfachen und winkelmäßig näher an die Achse rücken.
Dies kann man nur vermeiden, wenn die Abstände der Schallquellen geringer als die Wellenlänge der höchsten zu übertragenden Frequenz ist, ein sattsam bekannter Fakt (Kopplung!). Das Extrem ist die ununterbrochene lange Schallquelle.

In hiesigem Fall erfolgt also die Unterdrückung der vertikalen Reflexionen nur in begrenzten Frequenzbändern, um in anderen gemeinerweise noch stärker aufzutreten.
Das sogenannte Lobing in horizontaler Richtung (auf Hörachse) ist davon nicht primär abhängig und ist mir beim Hören im Gegensatz zum Messen noch nicht negativ aufgefallen.

Nichtsdestoweniger halte ich diese Boxen auch für einen gelungenen Versuch der Annäherung an die doch nicht ganz so einfachen Linearrays.

Waren die Bassrollen wirklich Baßreflextypen? Ich hab irgendwas von Compound läuten hören. Außerdem waren die "Schlitze" deutlich kürzer, als die äußeren Treiberabstände. Ich befrag am besten noch einmal Nico dazu.

Gruß, Timo
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Alt 10.11.2007, 21:33   #39
Verrückter
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Beiträge: 483
Hallo,

wenn die Röhren in einem normal hohen Raum mittig hängen, haben wir ja eher ein SBA, wenn auch noch der horizontale Abstand passt. Also ebene Welle.

Gruß

Stefan

P.S. Ja, Compound, oder wars doch push/pull. Ich habe wieder vergessen. Auf jeden Fall waren in jeder Röhre 4 Chassis. Achso, und impulskompensiert.
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