Alt 02.01.2012, 16:08   #1
fabi
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Zyklonabscheider

Hallo,

hat hier schonmal jemand einen einfachen Zyklonabscheider für den Heimgebrauch gebaut? Staubsauger sind sehr laut, haben vergleichsweise viel Leistung und der feine Staub setzt die kleinen Filter ständig zu. Günstige Rohluft-Staubabsaugungen ohne Filterpatrone sind für Schleifstaub ungeeignet und eher Staubbläser.

Es gibt eine Menge Informationen im Internet, mich würde aber doch interessieren, ob hier jemand konkret Erfahrungen hat.

Abgesaugt soll jeweils ein einziges Elektrowerkzeug: Handkreissäge, Bandschleifer, Exzenterschleifer. KEINE Hobelbank, Formatkreissäge oder dgl, kein aufwendiges Rohrsystem mit Schiebern oder sowas Irres.

Ein Volumenstrom von etwa 300m^3/h und ein Unterdruck von etwa 500Pa scheinen mir ganz gute Anfangswerte zur Auslegung. Der Schlauch kann sehr kurz sein, die Absaugung kann unmittelbar neben dem Arbeitstisch stehen.

Bei Ebay gibt es vergleichsweise günstige Radialgebläse, die den Volumenstrom auf jeden Fall schaffen.

http://www.ebay.de/itm/TEMSAN-Radial...item2565374cab

Zu diesen Teilen bekommt man leider keine Lüfterkennlinie und der Ebay-Händler ist wohl der einzige, der die Geräte überhaupt vertreibt. Gibt es auch noch eine Nummer größer in etwas seriöser ausschauend:

http://www.ebay.de/itm/ERFAN-Radialg...#ht_2495wt_935

(auf der Vertriebsseite auch noch deutlich günstiger)

Auch hier aber keinerlei Angabe, welcher Unterdruck tatsächlich möglich ist. Geht man von einer "Standardkennlinie" für Radialgebläse aus, sollte das allemal ausreichen. Was mich etwas stutzig macht ist die Leistungsangabe, die nicht zur Stromaufnahme passt. Ist der Blindstrom so groß? Kann und muss ich den mit einem Kondensator kompensieren?

Als Staubbunker kann ich einen Ascheimer nehmen, der ist Feuerfest, das sollte keine Probleme geben. Der Korpus wird oft aus dünnem Stahlblech gefertigt, ich hab hier aber weder die Möglichkeit Hartzulöten noch zu Schweissen. Alleine das Biegen des konischen Teils ist auch nicht einfach.

Ist statische Aufladung an PVC-Teilen wirklich ein Problem? Kunststoffteile gibt es günstig. Was spricht ansonsten dagegen, das alles aus Multiplex/MDF aufzubauen? Klar, Feuergefahr, aber die ist durch die Späne doch erheblich größer.

Ohne jetzt allzutief in Strömungsmechanik einsteigen zu wollen, hatte ich an einen Zylinderdurchmesser von vielleicht 30cm gedacht. Der konische Teil dann vielleicht 50cm hoch bei 10cm Tauchrohrdurchmesser und Diffusor auf das Gebläse, Ansaugseitig direktem Einlass eines Staubsaugerschlauches.

Ausblasen würde ich durch eine große DIY Filterpatrone aus leicht gepresster Polyesterwatte. Das ist günstig und sollte Feinstaub gut zurückhalten ohne den Druck allzu stark zu senken.

Klingt das alles als würde es gehen? Von Güte gibt es inzwischen für 150€ eine 100mm Absaugung. Zusammen mit einer ordentlichen Halbmaske wahrscheinlich die günstigere Lösung.

Viele Grüße!
fabi
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Alt 02.01.2012, 16:45   #2
tilln
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Hallo,
ich habe mir schonmal selber einen Staubabscheider gebaut. Allerdings läuft der bei mir nur als Vorstufe zu einer Scheppach (Kity) ha1000 Absauganlage. Das funktioniert für die Masse des Staubes ganz gut. Sehr feiner Staub kommt allerdings durch. Gebaut habe ich das ganze aus MDF, Alublech als erste Kammer und drei Fantaflaschen als Zyklonstufen. Die Ansaugrohre sind aus PU. Probleme mit elektrostatischer Aufladung gab es bis jetzt keine.
Auf was man auf jeden Fall achten sollte ist, dass die Öffnung des Kegels zum Staubbehälter größer ist als der kleinste Durchmesser des Ansaugrohres!
Außerdem muss alles wirklich (!) dicht sein.
Ich hatte auch immer geplant nochmal einen einfacheren aus Blech zu bauen, bin aber noch nicht dazu gekommen. Mein Plan wäre aber alles zu vernieten und mit Silikon abzudichten.
Zur Auslegung des Motors kann ich leider nichts sagen.
Allerdings hat sich bei mir im Betrieb rausgestellt, dass es sinnvoll ist ein Unterdruckventil im Ansaugschlauch vorzusehen, da sonst beim Ansaugen von zu großen Teilen, die den Schlauch verstopfen, der Luftstrom abreißt und Staub aus dem Zyklon angesaugt wird.
Viele Grüße,

Till

p.s.: So wie der hier: Youtube

Geändert von tilln (02.01.2012 um 17:04 Uhr)
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Alt 02.01.2012, 16:50   #3
We-Ha
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Hierhin hatte in den Untiefen dieses Forums schon mal jemand verlinkt.
Allerdings habe ich nichts überprüft, einfach nur verlinkt.
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Ich habe Probleme für alle Lösungen !!! .-- ....
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Alt 03.01.2012, 10:49   #4
Frank
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Ich plane, einen Zykonabscheider für meine Garage/Werkstatt nach diesem Vorbild zu bauen: http://www.youtube.com/watch?v=hOi-CUx4v6U

Mal sehn, ob ich dieses Frühjahr dazu komme.
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Alt 03.01.2012, 18:58   #5
@Nite
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Alt 03.01.2012, 20:18   #6
lanime
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Hallo fabi,

ich habe jetzt schon 3 Varianten von Zyklonen gebaut, die letzte sogar nach einem
berechneten Datenblatt ausgelegt für MDF-Staub.
Alle funktionieren super für Späne udgl., aber Feinstaubabscheidung haut nicht wirklich hin.
Auch glaube ich dass du mehr Leistung benötigen wirst und dein geplanter DIY-Filter
genausowenig Feinstaub zurückhalten wird wie meiner und zudem schnell verstopft ist.
Meine momentane Erkenntnis aus den Basteleien: Ich werde auf eine günstige RL-Absaugung sparen.

Grüße
lanime
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Alt 03.01.2012, 20:23   #7
fabi
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Danke für die Rückmeldungen. Weha, auf diesen Link bin ich auch schon gestoßen. Das schaut nach einer netten Samstagmittagaktion aus, die sicherlich eine Verbesserung für den Staubsauger darstellt und nicht viel kostet. Eine richtig "schöne" Lösung ist es leider noch nicht.

Frank und @Nite, eure Beispiele zeigen deutlich den Kern des Problems, nämlich die Größenauslegung. Bei gleichem Unterdruck und Volumenstrom sind mehrere kleinere Abscheider wohl geeigneter für feine Stäube, während ein einziger großer eher fürs Grobe dient.

Der Druckabfall an den kleinen Flaschen ist augenscheinlich aber ziemlich groß, der Volumenstrom geht zurück und ein Berg Staub bleibt einfach liegen. Bei einem großen Abscheider wird der feine Staub dagegen einfach durchgezogen.

Gibt es Faustformeln zur Auslegung? Weiß wenigstens jemand wie groß die Partikel von 24 Zähne Handkreissäge zu zweischneidigem 3mm Fräser sind?

Grüße!
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Alt 03.01.2012, 20:27   #8
fabi
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Danke lanime, du hast geschrieben während ich gerade die Antwort geschrieben habe.

Denkst du, man kann mit etwas mehr Leistung eine "amtliche" Filterpatrone verwenden, die dann Feinstaub gut zurückhält?

Alle mir bekannten Reinluftabsaugungen sind eher in der Größenklasse 125mm Schlauch bei 3kW Leistung. Das ist doch übertrieben für ein bisschen DIY, oder nicht?
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Alt 03.01.2012, 20:47   #9
lanime
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Glaub schon dass das gehen würde, du müsstest den Filter aber auch abrütteln können,
der Feinstaub setzt sich so fest, dass er sich auch bei abgeschaltetem Lüfter nicht von selbst löst,
nach kurzer Zeit ist die Saugleistung unter jeder "Sau".

Mit der Überdimensionierung der RL-Geräte hast du natürlich recht, für die Handkreissäge verwende ich ein
Festo-Saugmobil, ist leise, hat große Staubbeutel und danach noch einen abrüttelbaren Feinstaubfilter
- wäre u.u. eine Alternative für dich.
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Alt 03.01.2012, 22:22   #10
@Nite
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Der von mir verlinkte Zyklonabsauger separiert feine, fast trockene Glasfaserwolle, die beim Wasserstrahlschneiden von Unterbodenverkleidungen aus glasfaserverstärktem Kunstoff entsteht, aus der Luft der Schneidkabine und fungiert gleichzeitig als Unterdruckspannsystem für das Schneidgut-funktioniert recht gut.
Zur Dimensionierung: Der Zyklon ist 2-teilig, der obere zylindrische Teil ist ca. 160cm, der untere konische Teil ist ca. 150cm hoch. In der Mitte des oberen Teils sitzt das Absaugrohr, mit dem Ende knapp über der Wartungsklappe, also ca. bei 100cm. Das Absaugerohr ist am unteren Ende konisch aufgeweitet, sieht aus wie die Mündung vom BR 25.50.
Die Unterdruckströmung wird erzeugt über einen Radiallüfter, angetrieben von einem 22KW Motor.
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VG @Nite
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Alt 04.01.2012, 10:52   #11
Frank
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Fabi, ich habe mir bisher noch keinerlei Gedanken um eine technisch saubere Dimensionierung gemacht. Das scheitert schon alleine daran, dass ich für den ersten Versuch den Motor eines ausgedienten Staubsaugers verwenden werde. Daten (außer Leistungsaufnahme) habe ich über das Teil keine.

Optimierung erfolgt dann via trial and error.
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Alt 05.01.2012, 08:15   #12
Torsten
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Jo, sowas geht

http://hifi-selbstbau.de/index.php?o...227&Itemid=197
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Alt 07.01.2012, 00:04   #13
yoogie
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Aufgrund dieses Threads habe ich mich eine Woche mit diesem Thema beschäftigt.
Ohne jetzt irgendwie Werbung machen zu wollen, ein Produkt, wohl noch sehr neu hat mir gut gefallen:

Dust Deputy, z.B. hier:
http://www.amazon.com/Oneida-AXD0000.../dp/B002GZLCHM und hier:
https://www.sorotec.de/shop/Absaugung/Dust-Deputy-297/

Das Teil ist in Deutschland gerade wohl nicht zu kriegen, aber Videos bei Youtube.
Nur frage ich mich, woher man konische Kunststoffrohre herbekommt.
__________________
Viele Grüße aus dem Bergischen Land
Jörg

Ab jetzt auch wieder Yamaha, ohne Kickstarter und breitem Lenker

Geändert von yoogie (09.01.2018 um 11:40 Uhr) Grund: Link aktualisiert
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Alt 07.01.2012, 00:15   #14
Torsten
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Wenn man deinem zweiten Link folgt, kommt man hier hin:

http://www.sorotec.de/shop/product_i...uty-steel.html

Wofür brauchst du da noch ein konisches Rohr? Falls du das Teil nachbauen möchtest, kann man auch Bleche aus dem Baumarkt nehmen und das mit Pattex kleben und ggf. zusätzlich vernieten. Irgendwo hab ich auch mal gelesen, das die Schläuche für Feinstäube einen Leiter enthalten sollen, wegen statischer Aufladung. Bei mir gehts ohne und ich lebe noch.
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Alt 07.01.2012, 01:29   #15
Azrael
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Noch . . .
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