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Alt 27.11.2017, 10:29   #166
aurelian
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Vor allem ist bei tiefen Frequenzen der Effekt gering (hier bringen aber Verstrebungen viel) und bei hohen ist es unnötig (und bei den üblichen geschlossenen HT-Kalotten sowieso).
Daher nur für Konus-MT interessant (bei Dreiwegern, bei 2-Wegern müßte man die ganze Box so bauen, lohnt sich sowieso nicht).
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Alt 27.11.2017, 11:49   #167
„Q“
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Stimmt, die wuchtigkeit so einer Box ist auch nicht ohne.
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Alt 29.11.2017, 02:13   #168
das muß kesseln
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danke für die ganzen antworten. die sandgefüllte sandwichbauweise klingt gut, finde ich, danke. werde noch ein bißchen darüber sinnieren und googeln. mir persöhnlich macht`s auch nicht`s aus, wenn die box schwer wird. dann wird sie wie ein fels in der brandung. aber es kommt natürlich auch auf die örtlichen gegebenheiten an.

gruß, olaf
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Alt 29.11.2017, 08:52   #169
walwal
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"....Zu dem Thema wollte ich noch meine Erfahrungen loswerden:

vor einigen Jahren habe auch ich ein "sandgedämmtes" Gehäuse gebaut. Dabei hatte ich an der Innenseite zwischen Rückwand und Seitenwänden schräge Trennbretter (mit Gehrungsschnitt) eingesetzt. Dadurch waren zum einen im Gehäuseinneren praktisch keine parallelen Wände mehr, zum anderen konnte ich in die entstandenen Hohlräume Sand einfüllen, wodurch Rück- und Seitenwände stark bedämpft wurden (bzw. werden sollten).
Die Vorderseite hatte ich zudem von innen mit einer Marmorplatte beklebt.
Nach einigen Versuchen stellte ich aber fest, daß die Box trotz hohem Gewicht (ca. 40 KG) und der aufwendigen Dämmung bei bestimmten Frequenzen deutliche Eigenresonanzen entwickelte. Diese konnte man allein durch Handauflegen bei Zimmerlautstärke erfühlen.
Weitere Versuche ergaben, daß diese weniger von dem in die Box abgestrahlten Schall, sondern vielmehr vom Chassis (übrigens ein Harwood LF8) übertragen wurden (Körperschall).

Versuchsweise habe ich das Chassis nicht fest verschraubt, sondern mit Gummipuffern vom Gehäuse entkoppelt (was sicher andere Probleme mit sich bringt, war nur ein Test)
Dadurch wurden die Gehäuseresonanzen praktisch völlig vermieden, der Klang im Grundtonbereich außerordentlich klar.

Mein persönliches Fazit:
Die wichtigste Regel für einen guten Klang ist die Vermeidung unterwünschter Resonanzen.
Durch hohes Gewicht und Sand werden diese nicht notwendigerweise unterdrückt, sondern möglicherweise nur in andere Frequenzbereiche verschoben.
Die Biegeschwingungen der Wände an sich sind recht unkritisch, wenn diese sofort abklingen.
Sinnvoller ist meistens mit eine ECHTE Dämpfung der Schwingungen
, nur wie?
Ich kann mich an einen Test einer Rogers-Box vor vielen Jahren in der Stereoplay erinnern, bei der die Tester von der ungewöhnlich saubereren Grundtonwiedergabe begeistert waren.
Das Gehäuse dieses LS bestand aus nur 16 MM Sperrholz, das aber innen mit 8mm Bitumenplatten beklebt war.
Meine nächsten LS-Gehäuse baue ich auch so auf...

Gruß
nobo
....."

http://www.visaton.de/vb/archive/index.php?t-3990.html

Eine echte Dämpfung gelingt mit einem Bitumen-Sandwich. Zusätzlich gut versteifen. Und Hohlraum mit Dämmung füllen (Steinwolle usw).

Beispiel:
https://www.hifi-selbstbau.de/index....cher&Itemid=75

Wiki:
Ein Festkörper kann neben Normalspannungen auch Schubspannungen aufnehmen. Deshalb können sich in Festkörpern zwei verschiedene Arten Körperschallwellen ausbreiten, nämlich:

Longitudinalwellen und
Transversalwellen.

Diese Wellen breiten sich unabhängig voneinander aus. Die Schallgeschwindigkeit wird durch die Dichte, die Schallhärte, den Schubmodul (Transversalwellen) und den Elastizitätsmodul (Longitudinalwellen) beeinflusst.

Für technische Anwendungen ist die Schallausbreitung in dünnen Bauteilen, wie Platten und Balken von Interesse. Diese Bauteile sind begrenzte Festkörper mit schubspannungsfreier Oberfläche. Dadurch kommt es zur Kopplung zwischen Longitudinalwellen und Transversalwellen, wodurch weitere Arten von Körperschallwellen entstehen. Die bedeutendste Wellenart sind die Biegewellen, bei denen Biege-Verformungen auftreten. Die Schallgeschwindigkeit dieser Wellen ist deutlich geringer als die der Longitudinalwellen und Transversalwellen und sie ist frequenzabhängig (Dispersion). Biegewellen transportieren aber meistens deutlich mehr Schallenergie und sind außerdem die wesentliche Ursache für die Abstrahlung von Luftschall.

Geändert von walwal (29.11.2017 um 09:29 Uhr)
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Alt 01.12.2017, 02:50   #170
das muß kesseln
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Beiträge: 3
hallo!
ok,das sind teilweise schon sehr wissentschaftliche ausarbeitungen.
danke für die ganzen hinweise. der link mit den verschiedenen dämpfungen und den dazugehörigen klopfgeräuschen ist zu empfehlen.
wenn ich das richtig sehe, ist wohl für die verschiedenen bereiche am gehäuse und für die frequenzen eine spezielle kombination der dämmungen und dämpfungen am besten.
habe einen wohl seriösen hersteller für verschiedene akustik dämpfungen gefunden. hier die adresse.
https://www.steinbach-ag.de/de/therm...werfolien.html
vielleicht ist er schon bekannt. stellt alubutyl bis 10mm stärke her.
kann man die wirksamkeit von alubutyl evtl. mit seiner stärke/dichte pro m² im verhältnis zur stärke/dichte der gehäusewand sehen?
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Alt 01.12.2017, 07:33   #171
walwal
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Lies mal hier:
http://www.picosound.de/D_gehmat.htm

und hier:
http://www.visaton.de/vb/showthread....usew%C3%A4nden

Man sollte es aber praktisch sehen, Nutzen und Aufwand abwägen. Danach führen die mehrfachen erwähnten 4 mm Bitumen oder Butyl mit einer nicht dehnbaren Auflage zu nicht mehr störendem Gehäuseschall vor allem im Mittelton. Im Bass hilft Masse und Verstrebungen.

Bei 2-Wegern (oder Breitbändern) ist der Gehäuseeinfluss am stärksten, da muss man was machen, wie Hörtest und Messungen zeigen.

Man sollte auch bedenken, dass es andere, weit wichtigere Kriterien für guten Klang gibt, erst, wenn man das erfüllt hat, lohnt der Aufwand.
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Alt 01.12.2017, 21:28   #172
aurelian
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Beiträge: 1.877
Hat man bei Dreiwegern mit einer Mitteltonkalotte ab zB 600 Hz das Problem überhaupt noch? Bei einer Kalotte kommt ja hinten nicht viel raus, oder ist der Bereich 400-600 Hz, der noch vom Tieftöner übernommen wird, bereits besonders kritisch? Wenn die Graphiken stimmen, erreicht die Malaise ihren Höhepunkt zw. 700 und 1000 Hz
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