Alt 27.03.2018, 22:52   #1
GF250
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OT, Barock kommode, Schubfronten

Hallo,

möchte meiner Frau einen Schmuckkasten im Stil einer Barock Kommode bauen. Die Schubfronten sollen genauso gewellt sein wie beim Original. Die Seiten der Kommode sollen als unsichtbare Türen fungieren zum seitlichen Aufklappen um Ketten rein zu hängen. Das bedingt aber das die gewollten Schubfronten seitlich nicht befestigt werden können, heißt die würden auf Dauer frei sein, nur links und rechts am Schub befestigt, der Überstand in der Luft. Wenn ich jetzt 2 3mm furnierte MDF PLatten in einer Presse auf die gewünschte Form leime, bleibt die Form dann auf Dauer oder zieht sie sich mit der Zeit wieder leicht zurück sodass die Seiten der Schübe dann nicht mehr passend mit der Kommode abschließen? Hat da jemand Erfahrung damit?
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Alt 20.05.2018, 17:00   #2
GF250
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Hallo,

das Pressen mit den 3mm Platten hat leider nicht funktioniert, die Wellen erst in die eine, dann in die andere Richtung machten die 3mm Platten nicht mit, sie brachen beim Pressen in den kleinen äußeren Rundungen, die Vorspannung von der großen Aussenwelle in der Mitte des Schubs war zu groß um sich dann in die entgegengesetzte Richtung biegen zu lassen.
Jetzt hab ich aber ein neues "Problem", habe die Schübe jetzt in MDF-Schichten hochgezogen, nachdem MDF sich mit der Zeit etwas ausdehnen kann, speziell in der Dicke der Platte, die Schübe sollen furniert werden, der Länge nach. Jetzt habe ich bedenken dass das Furnier dann reisen könnte, da es quer aufgeleimt werden soll und dann voll der Dehnung des MDF ausgeliefert wäre. Gibt es eine Möglichkeit das MDF wirklich zuverlässig zu sperren so das es sich sicher nicht mehr "verdickt"?

Grüße, Andi
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Alt 20.05.2018, 19:23   #3
Luzifer
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Der TOOM Baumarkt hat auch MDF in 1,8 mm stärke, falls es für dich noch intressant ist.
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Alt 20.05.2018, 22:43   #4
„Q“
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Sehr schönes Teil


Grade ne Idee gekommen. Würde es vielleicht funktionieren wenn man einfach zwei Schichten Furnier klebt? Also eine Schicht senkrecht und die andere dann wie gewünscht waagerecht drüber? Also ähnlich Multiplex?


Andere Idee, neue Teile biegen mit dem Wasserdampf-Verfahren.
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Alt 21.05.2018, 01:04   #5
goofy_ac
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Hi

Ich habe in ähnlichen Fällen in der Vergangenheit in regelmässigen Abständen mit einem scharfen Holzbohrer Löcher durch alle Elemente gesetzt (allerdings vor dem verleimen), und hab dann die Teile an langen Holzriffelstäben (ebenfalls eingeleimt) quasi aufgefädelt. Je mehr Stäbe Du unterbringen kannst, desto mehr Kraft wird beim Quellen der MDF-Platten aufgenommen. Für mich wars anfangs eher eine Zentrierhilfe, hatte aber auch jede Menge Steifigkeit eingebracht. In Deinem Fall ists natürlich heikel, so tiefe Bohrungen sauber zu platzieren...
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Viele Grüße - Axel
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Alt 21.05.2018, 01:41   #6
GF250
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Zitat:
TOOM Baumarkt hat auch MDF in 1,8 mm
Hier leider nicht in der Nähe. Und Internet bestell ich nur wenn es sein muss, bleibe lieber beim Regionalhandel vor Ort.
Zitat:
Also eine Schicht senkrecht und die andere dann wie gewünscht waagerecht drüber?
Das ist es!!! Auf die einfachsten Dinge kommt man selber nicht, das sollte wohl gut funktionieren.
Zitat:
Holzriffelstäben
Hm, könnte man noch nachträglich machen, die Laden sind nur 9cm hoch, da kommt man mit nem 10er Bohrer der Länge nach noch durch.

Danke, dann wird es eine Kombilösung aus beidem, Holzdübel und Multifurnier, das Ding wird 500 Jahre alt ohne zu reisen.

Und die 1,8mm Platte vielleicht doch noch von innen aufgeleimt, da ist nur per Stichsäge gesägt, nicht wie von aussen per Oberfräse, dann is innen glatt und stabilisiert und verschließt hier zusätzlich. DaMit wird die Kiste 1000 Jahre alt.

Danke euch für die geile All in one Lösung!
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Alt 21.05.2018, 23:15   #7
goofy_ac
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Hi GF

überleg Dir das gut... Die Laden sehen echt hübsch aus, Wandstärke 20mm? Dort mit nem 10er durchzugehen ist heikel, der Druck, den Du auf die Wand ausübst, wird ordentlich sein, zumal Du kein gewachsenes Holz mit durchgehendem Faserverlauf an den Flanken hast. Wenn überhaupt, würde ich mit nem 6er Holzbohrer bis zur Mitte gehen. Wenn die Schichten tatsächlich quellen sollten, wird das verteilt auf der gesamten Höhe geschehen, und nicht gebündelt in der Mitte. Es tut also nicht weh, mit zwei Dübeln halber Länge „nur“ bis zur Mitte zu gehen...

Saubere Arbeit bis jetzt, so eine Kommode würde auch bei uns gut unterkommen Ich bitte um Fotos, wenn‘s fertig ist!
__________________
Viele Grüße - Axel
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Alt 22.05.2018, 00:38   #8
„Q“
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ja, ein paar Fotos wenn‘s fertig ist wäre sehr schön. Vielleicht auch noch wie Du letztlich vorgegangen bist.
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Alt 29.07.2018, 19:53   #9
GF250
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Hallo,

habe nun am Samstag die Deckplatte furniert, für das Fügen und zurechtschneiden dieser paar Furnierstücke gingen über 3 Stunden drauf. Mit der Pattexmethode dann verklebt. Das 4 Einlagen des Wurzelfurniers in der Mitte waren recht wellig, ein Pressen vorher mit Feuchtigkeit damit es glatt wird brachte nichts, nach dem Pressen war es zwar glatt, eine Nacht später war es genauso wellig wie vorher. Ein Versuchsstück zeigte aber das der Pattex genug Kraft hat um es glatt auf dem Holz zu halten. Noch was, beim Fügen und direkt nach dem Verkleben gab es nirgends Spalten, nach dem Trocknen des Klebers haben sich ringsum kleine Spalten aufgetan, das Furnier muss sich leicht zusammengezogen haben, nicht viel, vielleicht 0.3mm, aber es ist sichbar. Wenn ich jetzt Öl drauf gebe, zum Veredeln, kann ich davon ausgehen das sich das Furnier an den Fugen nicht wieder löst? Weil hier das Öl direkt zum Kleber kommen kann. Hat da jemand Erfahrung?

Grüße, Andi
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Alt 31.07.2018, 11:53   #10
goofy_ac
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Hi Andi

muss sagen, das Teil sieht todschick aus

Die Spalte sind wohl durch Verlust der vorher eingebrachten Holzfeuchte entstanden, wird schwierig, die zu beseitigen. Wenn Dein Furnier dünn genug ist, könntest Du versuchen, eine schmale Furnierbahn hochkant einzuleimen, und nach dem Aushärten beizuschleifen - erfordert aber viel Fingerspitzengefühl...

Mit Öl und Pattex wäre ich sehr vorsichtig! Reste von Aufklebern und Klebebändern (auch wenn hier ein anderer, aus dem Bauch heraus aber wohl ähnlicher Klebstoff zum Tragen kommt) entferne ich immer mit einem Tropfen Öl - altes Hausrezept, welches wunderbar funktioniert. Das Öl schiebt sich zwischen die Trägerflächen und öffnet... Und ich vermute mal, dass es mit dem Furnier nicht anders laufen wird, wenn die Fasern es aufnehmen, und bis an die Kontaktstelle weitergeben

Hast Du mal überlegt, die Kommode evtl. mit Schellack-Politur zu versiegeln? Ist eine klassische Beschichtung, die die Note Deines Schmuckstücks bestimmt unterstreichen wird. Es bedeutet einiges an Arbeit, aber - Du hättest auch die Chance, mit dem Schellack die schmalen Furnieröffnungen versiegelt zu bekommen. Auf youtube findest Du von "Fabian's Tiny Workshop" einige Anleitungen, wie es geht

Beide Varianten würde ich an einem separaten Stückchen austesten...
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Viele Grüße - Axel
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Alt 06.08.2018, 19:51   #11
GF250
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Hallo,

Zitat:
Mit Öl und Pattex wäre ich sehr vorsichtig! Reste von Aufklebern und Klebebändern
Habe, bevor du geschrieben hast, das Teil schon geölt gehabt.
Aber kann sagen, es hat dem Pattex nicht geschadet, alles klebt noch wunderbar. Habe jetzt ein paar Tage mit der Antwort gewartet ob sich noch was tut, aber ist noch alles fest. Nur das Wurzelholz schrumpft immer weiter, die Spalte sind von 0 auf jetzt 1mm gewachsen. Nicht schön aber täuscht höheres Alter vor
Habe jetzt das erste mal geölt, die letzten Lautsprecher habe ich gewachst, mit fleckigem Ergebnis, die verdünnte Leinölfirnis ist absolut gleichmäßig eingezogen und schon nach einer Ölung gab es quasi eine perfekte Oberfläche. Mit Wachs werde ich künftig nichts mehr machen, erstens geht das ölen viel schneller und sauberer, zweitens entfällt beim Ölen das Abfallen des Armes beim Wachsen, nach dem Wachsen eines 1m hohen Lautsprecherpaares dachte ich mir fällt der Arm ab und das Ergebnis war nicht so schön. Auch zieht das Wachs recht schnell ein und der Effekt wird wieder geringer. Der Öleffekt ist sehr viel stärker und gleichmäßiger. Wieder was gelernt.
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Alt 07.08.2018, 09:26   #12
We-Ha
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Du weißt, dass man regelmäßig (Augenschein) nachölen sollte ?
Wenn nicht, weißt du es jetzt
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Tipps & Tricks für alle Wastels in Wolfgangs Bastelkeller , denn wie der Schreiner kann es keiner
Ich habe Probleme für alle Lösungen !!! .-- ....
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Alt 07.08.2018, 13:41   #13
goofy_ac
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Hi Andi

also prinzipiell - stehen sich die beiden Arbeitsgänge und ihre Ergebnisse in nichts nach...

Öl:
In der Regel (auch wieder Ausnahmen, die alles andere bestätigen) trägst Du das Öl in reichhaltiger Übersättigung auf, soll heißen es muss schwimmen (so viel zum Thema sauberer...). Nach kurzer Einwirkzeit wird das überschüssige Öl mit einem Lappen aufgenommen (Vorsicht, Lappen neigt bei Abtrocknung mancher Öle zur Selbstentzündung, Blecheimer mit -Deckel) - so erzielst Du Tiefenwirkung und einen langen Vorratsspeicher im Holz (Furnier ist hier ein wenig anders zu bewerten). Nach guten 3 Tagen sollte das Holz (nicht Furnier) durchgetrocknet, das Öl ausgehärtet sein, es kann aufpoliert werden. Du bekommst richtig satten Glanz, der einigermassen (kurzzeitig) wasserbeständig ist, und immer wieder aufpoliert werden kann. Je nach Verbrauch des Holzes (Sonne, Temperatur etc.) wirst Du über kurz oder lang nachölen, trocknen, polieren müssen. Das alte Öl im Holz sorgt hier aber als eine Art Grundierung für flottere Arbeitsgänge bei geringerem Materialeinsatz

Wachs:
Sehr gute Ergebnisse habe ich erzielt, wenn man die geöffnete Wachsdose in die Sonne stellt (sofern wir mal welche haben ), das Wachs leicht anschmelzen lässt. Bei schneller Arbeitsweise zieht es gut und tief ein, allerdings bei Massivholz nicht so tief wie Öl. Du legst also keinen so großen Puffer an (entfällt wieder bei Furnier). Abgetrocknet ist es über Nacht, und kann dann in gleicher Weise wie Öl auspoliert werden. Bei gleicher "mechanischer Beanspruchung" wie bei Öl hast Du kürzere Pausen-Zeiten, in denen Du nachwachsen musst. Holz nimmt das Wachs gut auf, hier wirst Du beim Nacharbeiten einen ähnlichen Verbrauch haben, wie beim ersten Einsatz. Was sich auch bewährt, ist vor dem Wachsen mit einer farblosen Grundierung zu arbeiten, so werden tiefere Holzschichten versiegelt, und Du erhältst das wachstypische Finish bei minimalem Material-Einsatz, kurzen Trockenzeiten, kurzen Wiederholzyklen - aber unter Verlust des ... "ich hab nur mit Wachs und Öl gearbeitet"-Faktors
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Viele Grüße - Axel
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