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Alt 20.02.2018, 18:24   #73
UweG
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Ihr seid ja alle superfleißig.

Ich habe im Moment folgende Vorstellung von der Sache:

Wenn es einen kegelförmigen Trichter gäbe, der spitz zuläuft und am Ende eine Punktschallquelle säße, ferner eine ausreichend starke Verrundung am Mund vorhanden wäre und die Mundgeometrie zur Schallwandbreite passen würde, dann hätten wir ein gutes Waveguide.

Die Geometrie am Hornmund scheint nicht so schwierig zu sein, allenfalls die Auslegung auf möglichst tiefe untere Grenzfrequenz bei vorgegebener Größe und die Anpassung an die Schallwandbreite. Indiz: Am unteren Frequenzende verhalten sich diverse Konstellationen durchaus gut.

Das Visaton-WG ist auf sehr schmalen Schallwänden optimal, fast schon welche, auf die nicht mal das WG148 ganz drauf passt.

Die Wellenform, die von der Kalotte selbst (ohne Gitter, Diffusor etc.) emittiert wird ist so, dass die Membranteile nahe der Schwingspule den vordersten Teil der Wellenfront emittieren. Bei einer Textilkalotte ist das auch der wesentliche Anteil, eine Metallkalotte strahlt verzögert nohc mit der Membranmitte ab. Die Verzögerung kann man grob abschätzen. Die KE hat eine Membranresonanz von 26 kHz (glaube ich). Dort schwingt die Membranmitte 180° verzögert zu Außenseite. Bei 26kHz ist die Wellenlänge also ca. 25mm. Achtung: Biegenwellen haben eine frequenzabhängige Ausbreitungsgeschwindigkeit. Bei 13kHz ist die Wellenlänge daher ca. 35mm, d.h. die Mitte schwingt ca. 120° phasenversetzt und schwächt damit bereits die Gesamtwelle anstatt sie zu verstärken. Das ist der Grund, weshalb Metallkalotten ohne Diffusor oder anderweitige Maßnahmen zu hohen Frequenzen hin im SPL abfallen. Der Diffusor mit dem Loch verzögert den Schall zusätzlich und splittet ihn auf in einen inneren und einen äußeren Anteil, die wohl auch nicht phasengleich sind und führt so zu einer komplzierten und vor allem frequenzabhängigen Wellenfront. Das nicht ganz homogene Abstrahlverhalten der KE ohne WG wäre für mich ein Indiz dafür.

Inzwischen glaube ich, dass es sehr schwer sein wird, dafür ein WG zu entwickeln. Leichter wäre es, wenn nicht die späten inneren Schallanteile verzögert würden, sondern die frühen äußeren. Das hieße: Diffusor raus und Halsdurchmesser (deutlich) verkleinern.
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Boxsim ... wenn Lautsprechersimulation gelingen soll.
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